Die Verwaltung will ausgewählte Grünflächen ökologisch aufwerten und lädt Bürger ein, auf den eigenen Privatflächen mitzumachen.
Natur- und UmweltschutzDarum startet die Stadt Brühl den „Mähfreien Mai“

Die Stadt Brühl will im Mai Wildblumen und -kräuter fördern und Grünflächen nicht mähen. (Symbolbild)
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Den Rasenmäher links liegen und das Grün mal stehenzulassen ist kein Zeichen von Faulheit. Vielmehr zeigt es, dass einem Natur und Umwelt am Herzen liegen. Da passt es ins Bild, dass die Stadt Brühl in diesem Jahr die Aktion „Mähfreier Mai“ startet, um Erkenntnisse für die künftige Nutzung städtischer Grünflächen zu gewinnen. So sollen ausgewählte Flächen eingeschränkt oder gar nicht gemäht werden, auf Freizeit- und Erholungsflächen, sowie für die Streifen entlang von Gehwegen ändert sich nichts.
Brühl: Stadt will Bürger an der Aktion beteiligen
Während stoppelkurze reine Rasenflächen kaum Lebensraum oder Nahrung für Insekten bieten, sieht es bei Rasenflächen mit Wildkräutern und Wildblumen besser aus: Lässt man diese wilden Grünflächen wachsen, kann die Fläche einen kleinen Beitrag zum Tier- und Pflanzenerhalt leisten, wie Dr. Martin Wölfle, Vorstandsmitglied vom Nabu Rhein-Erft erklärt: „Enthält eine Rasenfläche schon Wildblumen, können manche der vorhandenen Blumen aussamen und sich besser verbreiten.“
Und das wirke sich auch positiv auf Insekten wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge aus, für die Wildkräuter eine wichtige Nahrungsquelle darstellten. Sie seien Teil des Ökosystems, das gefährdet sei und dessen Verschwinden sich auch negativ auf Menschen auswirke, etwa weil diese Ökosysteme als Luftreiniger wirkten. Aus Sicht von Wölfle ist ein „mähfreier Mai“ ein niedrigschwelliger Ansatz, sich für den Erhalt und Vielfalt einzusetzen.
Blühinseln mit regionalem Saatgut
Doch es gebe noch etliche andere Möglichkeiten, etwas für die Ansiedlung von natürlichen Wildkräutern und Wildblumen zu tun. Der Verzicht auf chemische Mittel sei wichtig. Gedüngt werden sollte allenfalls sparsam, und das Nachsäen von Gras sei keine gute Idee. Auch sollte, wenn möglich Wildkraut, das gar kein Unkraut sei, stehengelassen werden, habe es doch einen ökologischen Nutzen. Wölfle rät dazu, mit regionalem Saatgut sogenannte Blühinseln im Rasen anzulegen.
Die Stadt Brühl möchte durch den mähfreien Mai Erfahrung sammeln. Ziel ist es, ökologische Aspekte künftig stärken zu berücksichtigen. Auch Bürgerinnen und Bürger können sich an der Aktion beteiligen und der hauseigenen Grünfläche oder dem Vorgarten mal freien Lauf lassen. Der mähfreie Mai könne ein erster Schritt sein weg „von der durch regelmäßiges Mähen erzielten Ordnung hin zu etwas mehr Unordnung und Natur“, sagt Nabu-Experte Wölfle.
