Abo

Kopf ausschalten, Party anJede Menge Livemusik beim Kneipenfestival in Brühl

3 min
Das Bild zeigt die Sängerin Andrea Hofmann.

Im Oslo feierte das Publikum das Trio Viva Punk! mit der Sängerin Andrea Hofmann.

Beim 6. Brühler Kneipenfestival sorgen 14 Bands und Musiker in den Lokalen der Innenstadt für Rock, Punk, Blues und beste Stimmung.

„Alltag im Kopf ausschalten, Party an“ schallt es mit leicht blecherner Frauenstimme aus den Lautsprechern im Bistro Hollywood. Die Stimme mit dem leicht elektrischen Unterton warnt noch, Nebenwirkungen seien ausdrücklich erwünscht, es könnte unbequem, ehrlich und laut werden. Hart und laut ist der treibende Beat der Neo-Punkband „Die Enterbten“ von Anfang an. „Niemals zu spät“ ruft die Sängerin Michaela Ansay den Titelsong des neuen, ersten Albums der Enterbten dem Publikum entgegen. Da geht es um Veränderung, was neues zu machen. In „Bock auf Leben“ appelliert sie aus der Höhe des umgestülpten Bierkastens: „Steh auf und mach was draus“. In einem anderen Stück geht es ums unmissverständliche „Nein“.

„Das ist gute Musik mit eigenen Stücken, schwärmt Bernd. Eben anders als die ebenfalls geschätzten „Rockgören“, denen die Brühler Sängerin Michaela Ansay gleichfalls ihre Stimme für Hard-Rock-Cover leiht. Bei Bier und Jägermeister diskutieren die Freunde Bernd und Toni im Bistro Hollywood über ihre Lieblingsmusik. Zählen für Toni eigentlich nur die 1970er und 1990er Jahre – „in den 1980er gab es mir zu viele synthetische Klänge“, fallen Bernd aber Highlights der 80er-Ära ein, das „Relax-Album“ von Franky goes to Hollywood etwa, die musikalische Spannbreite des viel zu früh verstorbenen Prince, Kate Bush, Phil Collins.

Den Bluesrock von ZZ-Top brachte das Trio Double Down auf die Bühne „Em Höttche“.

Den Bluesrock von ZZ-Top brachte das Trio Double Down auf die Bühne "Em Höttche".

Vieles davon war zum 6. Brühler Kneipenfestival an 14 verschiedenen Locations zu hören. Eingeladen hatte Radio-Erft, unterstützt vom Netzwerk Musik des Stammtisches Brühl rockt, der REVG und den Brühler Stadtwerken.

Auf „Party, Stimmung, gute Laune, und dass die Bude wieder so voll wird wie letztes Jahr“ hofft Bistro-Wirt Kosta Papazoglou. Viele genießen den Auftakt des Festivals im milden Herbstabend vor den Kneipentüren. In der Bahnhofstraße zum Bermuda Dreieck drücken sich die Musikfans durch die Menschentraube. Aus dem Gregor’s schallt Eddie van Halens energetisches „Jump“ aus dem Fenster. Die Covernauten hämmern hier Party-Rock der 1980er raus.

Das Bild zeigt begeisterte Fans im Gregors.

Begeisterte Fans feierten im Gregor's die Musik der Covernauten.

Im Status Quodt drei Schritte weiter geht es mit Lilli Kribben ruhiger zu, nur rauchige Stimme, Gitarre und Songs bisweilen aus den Tiefen der 1960er Jahre, wie „Leaving on a Jet Plane“. Auch das Publikum ist hier älteren Semesters. Gegenüber „Em Höttche“ heizen zwei Männer mit weißen Bärten, Hüten und Sonnenbrillen ein. Freilich ist es nicht die amerikanische Bluesrockband-Band ZZ Top. Aber mit deren meisterhaft nachgespielten Songs begeister das Trip Double Down mit „Reverend“ Uwe Belz an der Stratocaster, Bassist Michael Fuß und Schlagzeuger Peter Hensen ihr Publikum.

Party auch im Oslo, wo die Leute das Trio „Viva Punk!“ feiern, die Andy Richartz eingeladen hatte. Nur mit akustischer Gitarre, Keyboard und Schlagzeug bringt das Trio mit ihrer Sängerin Andrea Hofmann die enge Kneipe zum Kochen. Es sind Clash-Hits „Should i stay or should i go“, die Ton, Steine, Scherbern-Hymne „Die letzte Schlacht“ oder Songs von den Ramones, die das Publikum aus vollen Kehlen anstimmt.