Von Regisseur Michael Fetter NathanskyLiebesdrama am Brühler Eisenwerk gedreht

Lesezeit 3 Minuten
Eine Gruppe Menschen verschiedenen Alters wird von einem Fotografen fotografiert.

Für die Filmcrew gab es vor der Kulisse des Eisenwerkes eine Erinnerungsfoto.

Michael Fetter Nathansky gewann mit seinen Filmen schon auf Filmfestivals Preise. Ein Teil seines neuen Films drehte der Regisseur in Brühl.

Der Blick nach Köln zeigt: Dort werden an vielen Ecken Filme für das Kino und Fernsehen gedreht und produziert. Aber das geht genauso gut im Umland. Das findet jedenfalls der junge Regisseur Michael Fetter Nathansky, der für seine neueste Produktion, ein Liebesdrama im Arbeitermilieu, gerade in Brühl mit seiner Crew vor Ort ist. Außenaufnahmen entstanden in den Tagen zuvor auch in Bergheim und Rösrath.

Während seines Studiums bis 2021 an der Filmuniversität Babelsberg realisierte Fetter Nathansky bereits mehrere Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme. Seine Kinoproduktion „Sag du es mir“ gewann auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen 2019 den Hauptpreis. Der Kölner ist im Stadtteil Sürth aufgewachsen. „Brühl liegt um die Ecke, und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Kind immer mit meiner Fußballmannschaft zu Spielen nach Brühl oder Bergheim kam“, erzählt der 29-Jährige.

Auf der Suche nach geeigneten Drehplätzen für seinen neuen Spielfilm, zu dem er auch das Drehbuch schrieb, kamen ihm diese Orte wieder in den Sinn. „Ich möchte vor einer industriellen Kulisse drehen, und dazu passt das Eisenwerk ziemlich gut“, berichtete er am Set. „Also haben wir angefragt und uns riesig gefreut, dass wir nun hier drehen dürfen. Die Leute waren wirklich total nett“, sagte er.

Brühl: Liebesdrama erzählt von komplexer Ehe

Am Mittwoch ging es los. Ein 20-köpfiges Team baute das technische Equipment mit Kamera, Ton, Licht und Monitoren auf dem hinteren Teil des Parkplatzes am Eisenwerk auf. Gedreht wurde an diesem Tag ausschließlich hier. Auf dem Plan standen unter anderem Szenen, in denen die Fabrikarbeiterin Nadine (Aenne Schwarz) mit dem Auto vor den Werkstoren ankommt. Aus ihrer Perspektive erzählt der Film von ihrer komplexen Beziehung zu ihrem Mann Paul (Carlo Ljubek).

Während er sich für einen Job in einem fiktiven Eisenwerk bewirbt, drohen bei Nadines eigener Arbeitsstelle Entlassungen. Dies stellt die Beziehung der beiden zunehmend auf die Probe und wirft Fragen zu ihrem Verständnis von Arbeit und Liebe auf. Weitere Szenen sollen nun bis Dienstag im Eisenwerk gedreht werden. „Das wird sicher auch noch mal spannend“, ist der Regisseur überzeugt. „Die Zusammenarbeit mit den Darstellern und der Crew macht große Freude. Bisher war jeder Tag auf seine Weise besonders,“ resümierte er. Zum Set kam am ersten Drehtag in Brühl auch Christina Bentlage von der Film- und Medienstiftung NRW.

Die Stiftung fördert die Produktion, realisiert von Contando Films und Network Movie in Zusammenarbeit mit dem „Kleinen Fernsehspiel“ des ZDF, mit 400 000 Euro. „Uns hat der Stoff mit seinem Blick auf die Welt von Fabrikarbeitern und die ambitionierte Erzählweise überzeugt“, begründete Bentlage die finanzielle Unterstützung. „Und wir freuen uns, wenn die Arbeiten hier in der Umgebung zudem positive Effekte auf das regionale Umfeld auslösen werden“, führte sie aus. Ende März sollen die Dreharbeiten zu dem Liebesdrama, das derzeit den Arbeitstitel „Mannequins“ trägt, abgeschlossen sein. Nach der Postproduktion kommt der Film nächstes Jahr ins Kino.

KStA abonnieren