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Mein LieblingsplatzMichaela Ansey findet Ruhe vor ihrem alten Pfarrhaus von 1594 in Brühl

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Eine Frau sitzt auf einer Mauer vor einem Haus.

Auf der Mauer der Bogenbrücke, gleich am Eingang zum alten Pfarrhaus, hat Michaela Ansey ihren Lieblingsplatz gefunden mit Blick auf den Teich und das Anwesen.

Von ihrem Lieblingsplatz am denkmalgeschützten Pfarrhaus blickt Michaela Ansey auf den Wassergraben mit Tieren und Pflanzen.

Eine gemauerte Bogenbrücke führt über den Wassergraben zum doppelflügeligen Eingangsportal des alten Pfarrhauses aus dem Jahr 1594. Auf der Mauer, gleich rechts neben dem Eingang mit der Hauswand des denkmalgeschützten Hauses im Rücken, hat Michaela Ansey ihren Lieblingsplatz gefunden.

Hier sitze sie zur Entspannung nach ihrem Berufsalltag als Heimerzieherin oder am Wochenende vor und nach Konzerten ihrer zwei Bands „Die Rockgören“ und „Die Enterbten“, schildert die studierte Sängerin und Diplom-Sozialarbeiterin.

Manchmal schaue sie nur auf die Schilfrohre und Seerosen im Wasser und auf die sich sonnenden Schildkröten im Wehrteich, die ihr ein Musiker, der sich im Tierschutz einsetze, eines Tages angeboten habe: „Ihr habt doch Wasser. Die siehst du nie wieder, wenn sie einmal ausgesetzt sind.“ Sie hatten sich dann doch blicken lassen, und immer öfter, seitdem sie die Schildkröten füttere.

Idylle in Brühl: Wildkameras zeichnen das nächtliche Kommen und Gehen der Tierwelt im Garten auf

Von den Enten fehlt zunächst jede Spur. „Die mögen keine Besucher. Wie die Wachhunde schlagen sie an, wenn sich jemand dem Eingang zum Grundstück nähert“, erläutert Michaela Ansey. Sie habe ihnen Namen gegeben, genau wie dem Reiher Karl-Heinz, der bisweilen stundenlang bewegungslos in der Krone der Eibe am Rand des Wassergrabens sitze. Aber die Enten seien wegen der Ähnlichkeit auch für sie schwer voneinander zu unterscheiden.

Eine Ente schwimmt in einem Teich.

Enten im Teich und andere tierische Bewohner gehören zur Idylle dazu.

Einmal im Jahr lasse sich ein Fuchs blicken, ein verliebtes Taubenpaar und Igel seien Dauergäste, die sie genauso füttere wie ihre Katzen Peach und Kenny. Wildkameras, angebracht an einschlägigen Stellen, kündigten das nächtliche Kommen und Gehen der Tierwelt im Garten des Pfarrhauses an. Mitschnitte rufe sie mit wachsender Begeisterung über eine App auf ihrem Mobiltelefon ab.

Besitzerin fehlt die frühere Unterstützung der Unteren Denkmalbehörde

Immer wieder hätten sie ihr Haus zum Tag des Denkmals geöffnet gehabt, zuletzt seien immer weniger Menschen gekommen. Es fehle ihr, wie anderen Besitzern denkmalgeschützter Häuser auch, die frühere Unterstützung der Unteren Denkmalbehörde. Aber monatlich träfen sich im einstmaligen Wirtschaftsflügel Musiker aus aller Welt und aus der Initiative „Brühl Rockt“ zum Pläne schmieden.

Einmal im Jahr kämen die Kinder vom Kindergarten St. Pantaleon zu Besuch, denen sie vom Erbauer des Hauses, dem Dominikanermönch und Pfarrer Henricus Duicker, erzähle und wie der gestrenge Geistliche 1611 auf der Brücke aus unbekannten Motiven erschlagen worden war. Fische füttern gehöre natürlich zu den Highlights. Und auch dieses Jahr beherbergten sie wieder den Badorfer Weihnachtsmarkt.

Eigentlich hatten ihr Lebensgefährte Ingo und sie in Köln nach einem Loft mit wenigen, hohen Räumen Ausschau gehalten. Heute hätten sie 14 kleine Räume zur Verfügung, in denen schon die Schwestern des Cellitinnen-Ordens gelebt hätten. Die Schönheit des Anwesens habe sie schon im Jahr 2010 bei der ersten Besichtigung beeindruckt.

„Das ist was für die Reichen und Schönen, also nichts für uns“, hätten sie sich nach einem Blick auf den Preis gesagt. Ein Preis, der sich wenig später im Bereich des Erschwinglichen befunden habe. Nach vielen Überlegungen und Familienberatungen mit den Vätern Johannes und Karl-Heinz, Tischler und Schlosser im Ruhestand, hatte sich das Ehepaar doch zum Kauf entschieden.

Nach grundsätzlichen Erneuerungsarbeiten gebe es immer was zu tun. Sie wollten wohnen bleiben, so lange dafür die Energie reiche, sagt die 53-Jährige. „Wir könnten jederzeit in eine Zweizimmerwohnung ziehen“, sagt sie, außerdem habe sie seit 15 Jahren das Konzept zu einer Seniorenwohngemeinschaft auf dem Pfarrhof in der Schublade liegen.