Brühl – Dr. Herbert Heermann ist in der Vergangenheit weit herum gekommen. So hat der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler/Bürger-Vereinigung Brühl (fw/bVb) beispielsweise Teile seines Studiums der Volkswirtschaft, Geschichte, Soziologie, Politik und Pädagogik im spanischen Sevilla verbracht. Und da hätte es für ihn zeitweise recht brenzlig werden können, etwa während des letztendlich missglückten Militärputsches vom 23. Februar 1981, der in Spanien unter dem Synonym „23-F“ bekannt ist. „Ich war an diesem Abend mit Studienkollegen im Kino. Als der Film zu Ende war, wollten wir noch etwas trinken gehen. Doch alle Kneipen hatten geschlossen, die Straßen waren wie leer gefegt“, erinnert sich der heute 57-Jährige. Ihre Vermieterin habe die Studenten daraufhin rasch nach Hause geholt. „Letztendlich blieb es in Sevilla glücklicherweise aber ruhig.“ Im Gegensatz zu Madrid. Dort war Antonio Tejero, Oberstleutnant der Guardia Civil, ins Parlamentsgebäude gestürmt und hatte sowohl die Abgeordneten als auch die Regierung als Geiseln genommen. Letztendlich wurde der Putsch jedoch vereitelt. „Doch nicht nur in dieser Hinsicht war meine Zeit in Spanien spannend und interessant.“ So habe er beispielsweise seine Spanischkenntnisse derart verbessern können, dass der passionierte Literaturfreund etwa die Klassiker des kolumbianischen Autors Gabriel José García Márquez („Die Liebe in Zeiten der Cholera“) im Original lesen konnte.
Momentan wäre er froh, wenn er überhaupt noch seinem Literatur-Hobby frönen könnte. Doch dafür fehle aktuell einfach die Zeit. „Zwar lese ich viel, aber nur, weil es zu meinem Job gehört“, so Herbert Heermann, der als „Lehrer für Erwachsene“ an der Rheinischen Akademie Köln tätig ist. Dort unterrichtet er insbesondere staatlich geprüfte Techniker, die nach der Ausbildung an der Akademie zumeist im mittleren Management Arbeiten und Tätigkeiten im Ingenieurbereich verrichten. Zu Heermanns Job gehört es dann natürlich auch, Diplomarbeiten, Klausuren und Präsentation zu lesen und zu korrigieren. „Aber das ist schließlich keine Literatur.“ Die Lehrbereiche des Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler und ehemaligen Personalreferenten des Brühler Eisenwerks umfassen das Personalwesen und die Kommunikation.
Echter Westfale
Als Ausgleich zum Beruf geht der gebürtige Westfale, der seit 1991 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Brühl lebt und musikalisch auf Deep Purple sowie Carlos Santana steht, regelmäßig joggen. „Immer zwischen sieben und zehn Kilometern, allerdings nehme ich an keinen Wettbewerben teil“, so Herbert Heermann. Normalerweise läuft der 57-Jährige im Grünen, etwa durch den Brühler Schlosspark. In diesem Jahr soll aber auch noch der ein oder andere Strandlauf drin sein. Traditionell macht die Familie Urlaub in Cádiz in Andalusien, wo „ein ewig langer Sandstrand“ lockt.. „Von da aus ist man auch schnell in Sevilla, schließlich muss ich dort ab und zu mal dem Rechten schauen.“
