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Döppe- und Buuremaat in BrühlDicke Damen und nette Gehilfen

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Wenn Sommer und Töpfermarkt in Brühl zusammentreffen, dann wird es in der Fußgängerzone richtig voll.

Brühl – Am Samstag waren wieder Tausende Besucher in der Brühler Fußgängerzone unterwegs. Doch nicht nur wegen des himmlischen Wetters war der Teufel los – vor allem der traditionsreiche Döppe- un Buuremaat mit seinen vielfältigen Ständen lockte die Massen. Seit fast 25 Jahren ist er aus der Märkte-Saison nicht mehr wegzudenken und kann besonders mit den vielen Handwerkern und Künstlern aus der Region und dem Bezug zur historischen Töpferei in Brühl und dem restlichen Rheinland punkten.

Vertreten war auch wieder Susanne Kreische mit ihren Arbeiten, den gern gesehenen Frauen mit Knollennase, etwas unförmigem Körper und im Badeanzug, die sie wieder am Kopf der Kölnstraße zeigte. Doch dabei blieb es bei ihr nicht – sie hatte ihr Sortiment unter anderem mit älteren Herren im Schwimmdress, Engeln, Fröschen, Froschkönigen, Blumentöpfen mit Gesichtern, Steinen mit Augen sowie mit einer eigenartigen Neuschöpfung aus Libelle, Käfer und Wurm ergänzt. „Hinter solchen Einfällen müssen nicht unbedingt tiefer gehende Gedanken stecken. Ich mache einfach das, was ich schön finde“, erklärte die Hürther Künstlerin. Diese Einstellung schien bei den Brühlern gut anzukommen – denn die standen für die Figuren und Töpfe Schlange.

Kritik an der Entwicklung

Auch Hildegard Breidenbachs Arbeiten sind sehr beliebt – besonders ihre Repliken von berühmten Skulpturen Max Ernsts, die sie bewusst dezent modifiziert hatte. „Die »Gehilfen«, die man vom Rathausbrunnen kennt, haben bei mir zum Beispiel hochgezogene Mundwinkel. Das wirkt viel freundlicher, und die Leute stellen sich so etwas gerne in ihren Garten“, erzählte sie. Allerdings ist sie trotz der vielfältigen Handwerksstände mit der Entwicklung des Töpfermarktes nicht zufrieden: „Leider kommen keine neuen Töpfer mehr, und die Lücken auf dem Markt werden immer größer.“ Dass diese etwa mit einem Stand für ein Fensterputzmittel gefüllt werden, störe sie sehr: „Da muss man sich als Händler oder Passant den ganzen Tag dieselben Verkaufsfloskeln aus Headset-Mikros anhören.“

Handwerk

Eine bekannte Figur präsentierte Gisela Sohns am Kopf der Uhlstraße mit der „Dicken Dame“. Von dieser gibt es auch eine neue Version: Statt im Abendkleid, mit feiner Frisur und Perlen an den Ohren haben einige Grazien jetzt Handtücher um den Kopf gewickelt und steigen in eine Badewanne. „Viele Leute finden die Kugelform in Kombination mit dem etwas dümmlich scheinenden Gesicht witzig. Dass nicht nur geguckt, sondern auch gekauft wird, macht mich zufrieden“, sagte Sohns.

Die Mitte des Marktes stand erneut ganz im Zeichen der historischen Brühler Uhltöpferei: Die wurde am großen Stand der Töpfer Jane Nüssel und Jork Wüllenweber mit ihren zahlreichen Repliken in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Verzierungen wieder zum Leben erweckt. Das Handwerk gab es auch wieder live zu bestaunen, zum Anfassen an der Töpferscheibe, deren Prinzip sich seit Tausenden Jahren nicht verändert hat.

Mit der Hilfe begeisterter Kindern wurden vor den Augen der Brühler Krüge, Becher, Schalen, Schüsseln, Teller und – neu eingeführt – Gugelhupf-Formen gefertigt. Letztere waren sehr begehrt. Wer das verpasst haben sollte, kann jedes erste Wochenende im Monat im Keramikmuseum Brühl, Kempishofstraße 10, vorbeischauen. Dort laden die Museumstöpfer Nüssel und Wüllenweber zum Zuschauen und Fachsimpeln ein.