Die Ausstellung „Aller guten Dinge“ ist derzeit in der Brühler Rathaus-Galerie zu sehen. Ausgestellt sind Werke dreier Künstlerinnen und Künstler, von Andrea Limberg, Steffen Meier und Johannes Lotz. Während Andrea Limberg Collagen zeigt, präsentiert Steffen Meier seine Malereien. Johannes Lotz steuert seine Fotografien bei.
Andrea Limberg: Abstrakt mit Bezug zur Wirklichkeit
„Ich arbeite in der Regel ganz abstrakt, aber mich interessiert schon auch ein Bezug zu etwas, was man hinterher in den Werken erkennen kann“, beschreibt Andrea Limberg ihre Bilder. In einem ihrer Werke lässt sich etwa ein geradliniges Gebäude erahnen. Vielleicht ein Kunstmuseum mit Glasfront? Zudem arbeite sie sehr expressiv. Sie schneide beispielsweise einen großen, weiten Pinselstrich aus und arbeite damit mit anderen Ausschnitten aus ihren Malereien weiter. Dabei arbeite sie mit verschiedenen Techniken und experimentiere etwa mit Sprühfarbe. In ihren neuen Werken lasse sich auch etwas aus der Wirklichkeit erkennen. In Kombination mit den anderen Werken, die teilweise ganz gegenständlich seien, assoziiere man vielleicht viel eher Gegenstände, in einem Fall etwa ein Fahrzeug. Titel haben ihre Werke nicht, um Interpretationsspielraum offen zu lassen.
Steffen Meier: Assoziationsräume aus Naturbeobachtungen
Auch die Zeichnungen von Steffen Meier lassen dem Betrachter Assoziationen offen. Auch er präsentiert abstrakte Bilder, deren Ausgang jedoch Naturbeobachtungen seien, aber auch Musik oder ein Licht. Im weiteren Prozess der Arbeit ändert sich das: „Dann reagiere ich auf das Werk, gucke, was passiert mit dem Bild und entwickle das dann von dem weiter, was ich gesehen habe - den Eindrücken, den Emotionen - ohne dass man hinterher sagen kann, das ist jetzt eine Naturstudie.“ Ihm sei es wichtig, Assoziationsräume zu schaffen. Eine große Rolle spiele die Vertrautheit zur Natur, dass er sie gut kenne. In seinen Werken findet man unterschiedliche Materialien, von Ölkreiden über Sprühfarben bis zu bestimmten Filzstiften. Zudem verwende er Schablonen, über die er wiederum drüber zeichne oder male.
Johannes Lotz: Alltägliches im Scheinwerferlicht
Eine seiner Fotografien von Johannes Lotz zeigt ein Stoppelfeld. Besonders interessant gefunden habe er die eigentümlichen Wendespuren, die wahrscheinlich ein landwirtschaftliches Fahrzeug erzeugt hat. Er sei tagsüber unterwegs, er wandere viel und fahre mit dem Fahrrad, manchmal recherchiere er vorher zu Orten und suche nach besonderen Objekten, „die mir auffallen, die in einer gewissen Weise zu mir sprechen, die mich inspirieren“. Das Besondere: Bei Nacht beginnt erst die eigentliche Arbeit: „Ich entdecke so was tagsüber und dann rück ich nachts aus.“ Mit einem großen Scheinwerfer mit Akku leuchtet er die Objekte an. Was ihn interessierte: Ob sich durch die Inszenierung mit Licht nachts das verwandele. „Letztlich geht es darum, dass die Objekte so ihre Alltäglichkeit abstreifen.“ Inzwischen habe er ein Gespür dafür, welche Gegenstände das bringen könnten. Manchmal stelle er auch fest, dass nicht so viel passiere.
Drei Positionen im Dialog
So unterschiedlich die Werke auf den ersten Blick auch sein mögen, so gut harmonieren doch ihre unterschiedlichen Techniken, aber auch Farben miteinander. Die drei greifen zudem alle einzelne Elemente der Wirklichkeit auf und gestalten daraus etwas Neues. „Wir haben im Vorfeld überlegt, was uns eigentlich alle eint“, sagt Limberg. Die Idee der Kunstschaffenden: „Wir sind zwar zu dritt in der Ausstellung, wollen aber tatsächlich unsere Werke dialogisch wirken lassen“, sagt Lotz. Sie sollen also miteinander sprechen. Daher hängen die Werke auch gemischt und nicht nach Künstlern getrennt voneinander.
Interessante Beziehungen zwischen den Bildern
„Wir sind fest davon überzeugt, dass die Bilder trotz ihrer Unterschiedlichkeit spannende Nachbarschaften bilden“, betont Lotz. Dadurch soll auch ein Mehrwert für die Betrachter entstehen. Sie hoffen auch, dass die Betrachterinnen und Betrachter zu ihren Werken ins Gespräch kommen. Meier sagt: „Und wenn man genau guckt oder länger guckt, entstehen plötzlich dann auch interessante Beziehungen.“ Durch die anderen Bilder erweitere sich auch der Blick auf die eigenen Werke, so Andrea Limberg.
Ausstellungseröffnung
Die Ausstellung wird heute, Freitag, 6. November, 19 Uhr, offiziell in der Rathaus-Galerie am Steinweg 1 eröffnet. Kunstinteressierte können die Werke noch bis Mittwoch, 18. November, anschauen. (eva)

