Neubau vor VollendungIn Brühl steht eine der größten Moscheen der Region – bald ist Eröffnung

Lesezeit 3 Minuten
Zu sehen sind Mehmet Kara und Mahmut Yasar vom Islamischen Gemeindezentrums Brühl.

Mehmet Kara (l.) und Mahmut Yasar vom Islamischen Gemeindezentrums Brühl freuen sich über die nahende Fertigstellung der Moschee.

Seit Baubeginn im Jahr 2016 hat das Islamische Gemeindezentrum Brühl rund vier Millionen Euro in die Moschee gesteckt – alles aus Spenden.

In wenigen Wochen dürften die letzten Arbeiten an Fassade, Eingang und dem angrenzenden Parkplatz vollendet sein. Dann ist Brühl um eine neue Moschee reicher und für Mehmet Kara ein Traum wahr geworden. „In dieses Vorhaben haben wir viel Zeit gesteckt“, sagt Kara, der als Vorsitzender des Islamischen Gemeindezentrums Brühl das Projekt angekurbelt hat, um der rund 550 Mitglieder zählenden Gemeinde ein neues Domizil zu verschaffen.

Seit dem Baubeginn im Jahr 2016 hat man rund vier Millionen Euro in die Errichtung der Moschee an der Bergerstraße in Brühl-Ost gesteckt. „Alles aus Spenden finanziert“, wie Kara betont.

Gebetsraum und Schulungszimmer

Seit dem Jahr 2000 hatte die Gemeinde, der zum weitaus größten Teil Brühler mit türkischen Wurzeln angehören, ihre deutlich schlichtere Heimat gleich nebenan in einem umgebauten ehemaligen Gewerbebau. „Das Gebäude der alten Moschee wollen wir gerne vermieten“, erklärt Kara, denn die neue biete alles, was die Gemeinde brauche.

Auf mehr als 3000 Quadratmetern, die sich auf Erdgeschoss, erste Etage und ein gut ausgebautes Untergeschoss verteilen und die Brühler Moschee zu einer der größten der Region machen, gibt es neben den beiden großen Gebetsräumen für Frauen und Männer auch Schulungszimmer, Veranstaltungsräume und Küchen.

Die Cafeteria soll jeder besuchen können.
Mehment Kara, Vorsitzender des Islamischen Gemeindezentrums Brühl

Den Besucher willkommen heißt eine große, lichtdurchflutete Eingangshalle, gleich nebenan soll es künftig eine Cafeteria geben, „die jeder besuchen kann“, wie Kara betont. Für den Betrieb will man einen Mieter suchen.

Die Decken des Foyers sind elf Meter hoch. Die Kuppel des Gebetsraums ragt einen Meter höher in den Himmel und wird nur noch vom nochmals einen Meter höheren Minarette überboten.

Zu sehen ist der Gebetsraum für Männer, den ein großer Leuchter schmückt.

Den Gebetsraum für Männer schmücken traditionelle Malereien und ein großer Leuchter.

Im Obergeschoss gibt es kleinere Räume für den Koranunterricht. „Aber dort soll auch Geschichte und Ethik gelehrt werden und Nachhilfeunterricht stattfinden“, erklärt Kara. Zudem befindet sich der Gebetsraum für Frauen in der ersten Etage. Etwa 150 Gläubige finden in dem Raum Platz, der sich zum Gebetsraum der Männer öffnet.

In Letzteren passen sogar 700 Personen. „Für Frauen besteht keine Pflicht zur Teilnahme am Freitagsgebet. Daher kommen weniger als Männer“, erklärt Kara den Unterschied.

An großen Festtagen können selbst diese Kapazitäten unzureichend sein. „Aber wir können das Gebet per Lautsprecher ins Untergeschoss übertragen“, so Kara. Gewöhnlich kämen rund 500 Gläubige zum Freitagsgebet. Zu den Gebetszeiten an den übrigen Tagen seien es deutlich weniger.

Blauer Teppich und großer Leuchter

Im großen Gebetsraum finden sie ein besonderes Ambiente. Der blaue Teppich passt zu den Verzierungen von Wänden und Decke sowie rundum die großen Leuchter. Die Kunst, der Gestaltung dieser Ornamente nenne man Nakkas, sagt Kara. Um die Verzierungen anzubringen, sei eigens ein Künstler aus der Türkei für mehrere Wochen nach Brühl gekommen. An der Stirnseite des Raumes gibt es für den Imam als Vorbeter beim Freitagsgottesdienst Kanzeln und eine Gebetsnische.

Das gesamte Gebäude ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Die Technik dafür befindet sich im Untergeschoss. „Wir werden eine grüne Moschee werden“, kündigt Kara den Bau einer Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach an.

Zu sehen sind viele nummerierte Schuhfächer.

Ihre Schuhe können die Gläubigen vor dem Betreten des Gebetsraums in Schränken verstauen.

Neben einem Lager bietet der Keller auch Toiletten und Sanitärräume für die rituelle Waschung vor dem Gebet – ebenfalls getrennt für Frau und Mann. Hinzu kommt ein großer Mehrzweckraum mit angeschlossener Küche. „Hier wird noch eine Bühne eingebaut“, sagt Mahmut Yasar, der Stellvertretende Vorsitzende des Gemeindezentrums. Kleinere Veranstaltungen und Theateraufführungen könnten dort stattfinden.

Ideen haben die beiden bereits einige für die Zukunft. Etwa die von einer in das Gebäude integrierten Kindertagesstätte. Und auch der Muezzinruf könnte einmal erschallen. „Aber dann so leise, dass er nur auf unserem Gelände zu hören wäre“, betont Kara. Der nächste Schritt sei jedoch erst einmal die offizielle Eröffnung in einigen Wochen.

Nachtmodus
KStA abonnieren