In Brühl und ErftstadtGedenken an Pogrome finden online statt

Der Schweigegang findet in diesem Jahr nur digital statt.
Copyright: Dr. Horst Komuth
Brühl – Die Verantwortlichen der Brühler Initiative für Völkerverständigung (BIfV) und der Stadt werden angesichts der Corona-Pandemie neue Wege beschreiten, um am Jahrestag der nationalsozialistischen Pogrome von 1938 der Opfer zu gedenken. Am 9. November wird es anstelle des üblichen Schweigegangs durch die Stadt eine Online-Übertragung einer Veranstaltung ohne Publikum im Rathausinnenhof geben. Diese Übertragung erfolgt über die Kanäle Youtube und Facebook. So werde sichergestellt, dass jeder teilnehmen könne, ohne sich direkt in eine risikoreiche Begegnungssituation zu begeben, teilte die BIfV mit.
Kein Schweigegang
Auch in Erftstadt fällt der Schweigegang zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht aus. Zum ersten Mal wird damit die Tradition unterbrochen, die seit 30 Jahren währt. Der Ökumene-Ausschuss der evangelischen Kirchengemeinde und der katholischen Pfarrgemeinde Lechenich haben die Absage beschlossen, obwohl der Kreis den Schweigegang genehmigt hatte. Sie wollten damit die Gesundheit der Bürger schützen, teilen die Veranstalter mit. (uj)
Wie in den Vorjahren wird Bürgermeister Dieter Freytag zu Beginn die Namen der jüdischen Opfer der Pogrome in Brühl verlesen. Pfadfinder und Schüler des Max-Ernst-Gymnasiums und des St.-Ursula-Gymnasiums sind in den Ablauf eingebunden.
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BIfV-Sprecher Klaus Tressat betonte die Bedeutung der Erinnerung für die Gegenwart. Weiterhin seien Antworten und Haltung gegen Hass und Ablehnung gefragt. Er hofft auf eine große Resonanz des Online-Gedenkens. Der Livestream startet am Montag, 9. November, 19 Uhr


