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Macron und Merz in BrühlAn höchster Stelle für die Schlossstadt geworben

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Zu sehen sind Friedrich Merz und Emmanuel Macron.

Der Deutsch-Französische Ministerrat traf sich am 17. Juli in Brühl. Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Ministerriege empfingen den französischen Staatpräsidenten Emmanuel Macron und seine Minister.

Der Deutsch-Französische Ministerrat traf sich in Brühl. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach auch über seine Beziehung zum Schloss Augustusburg.

Es war 11.27 Uhr am Freitag (17. Juli), als die letzte Kolonne schwarzer Limousinen am Schloss Augustusburg vorfuhr und schließlich der von der ersten Reihe der deutschen Politik, Gästen und Fotografen erwartete französische Präsident Emmanuel Macron ausstieg. Nach der Begrüßung durch Bundeskanzler Friedrich Merz ging es schließlich vorbei an Soldaten des Ehrenregiments, während das Bundeswehr-Musikkorps unter der Leitung von Oberstleutnant Timor Oliver Chadik die Nationalhymnen beider Länder und den Preußischen Präsentiermarsch zum Besten gab.

So viel Glanz hatte es lange nicht mehr am Brühler Fotomotiv Nummer eins, dem im 18. Jahrhundert geschaffenen Glanzstück des Rokoko, gegeben. Die Ära der großen Staatsempfänge in Augustusburg war Mitte der 1990er-Jahre mit der Bonner Republik zu einem Stück deutscher Geschichte geworden. Eine Geschichte, die nun beim 26. Deutsch-Französischen Ministerrat noch einmal auflebte.

Zu sehen sind Dienstellenleiterin Regina Junga, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Detlef Seif, Emmanuel Macron, Dr. Marc Prokop, Gregor Golland und Friedrich Merz

Anlässlich des Treffens des Deutsch-Französischen Ministerrats im Brühler Schloss Augustusburg erläuterte Dienstellenleiterin Regina Junga (v. l.) NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Detlef Seif (MdB), dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Brühls Bürgermeister Dr. Marc Prokop, Gregor Golland (MdL) und Bundeskanzler Friedrich Merz das prunkvolle Treppenhaus.

Zunächst nur Beobachter aus der Distanz war die lokale Politik. Landrat Frank Rock, seine CDU-Parteifreunde, der Landtagsabgeordnete Gregor Golland, Detlef Seif als Bundestagsabgeordneter und Brühls Bürgermeister Dr. Marc Prokop schauten zu, wie Merz und Macron der deutschen und französischen Ministerriege um Bärbel Bas, Lars Klingbeil, Boris Pistorius, Dr. Johann Wadephul und Alexander Dobrindt die Hände schüttelten.

Zu sehen sind Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron sowie im Hintergrund Soldaten.

Mit militärischen Ehren empfing Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) den französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Brühler Schloss Augustusburg.

Wenige Minuten später waren die erst kurz zuvor eingeladenen Prokop & Co. sowie Regina Junga, als Dienststellenleiterin des Schlosses, dann aber mittendrin statt nur dabei. „Wir wurden ins Treppenhaus gebeten, wo wir rund 20 Minuten in dieser intimen Runde verbracht haben“, so Prokop. Bewegende Momente seien das gewesen, und ein Glück für ihn, dass er sich für die standesgemäße Begrüßung noch einige Worte Französisch zurechtgelegt habe. „Macron hat mich sogar auf Deutsch mit einem ‚Guten Tag, Herr Bürgermeister‘ begrüßt“, sagte Prokop, „und beim Anblick des prunkvollen Treppenhauses ist ihm ein ‚Wow‘ entfahren.“ Er sei mehr denn je stolz darauf, was seine Stadt zu bieten habe.

Zu sehen sind Polizeimotorräder und Limousinen.

Mit großem Sicherheitsaufgebot erreichten die Staatsmänner das Brühler Schloss.

Vor der Begegnung mit den beiden Staatslenkern habe er die Gunst der Stunde genutzt, um mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und einigen Bundesministern zu sprechen. Den Verteidigungsminister Pistorius habe er gebeten, regelmäßig Vereidigungszeremonien am Schloss abzuhalten, und Außenminister Wadephul ermuntert, Augustusburg weiterhin als Austragungsstätte für große Veranstaltungen im Auge zu haben. Immerhin habe Wadephul das Schloss anerkennend als „tolle Örtlichkeit“ bezeichnet.

„Schlossherrin“ Junga könnte sich das durchaus vorstellen, wenn auch nicht jede Woche. „Es war schon eine Menge Arbeit, Kompliment an mein Team“, erklärte sie, während die Gäste am frühen Nachmittag zum Dessert gebeten wurden.

Bundeskanzler Merz findet das Brühler Schloss Augustusburg großartig

Wenige Minuten zuvor hatte sie noch Merz und Macron die Geschichte des Hauses erläutert und das von Balthasar Neumann geschaffene Treppenhaus vorgestellt, „in einer Melange aus Deutsch, Französisch und Englisch, aber die beiden haben alles verstanden und hatten sichtlich Interesse und Spaß“, so Junga. Merz stimmte zu. „Ich kenne das Schloss sehr gut, weil ich früher regelmäßig zum Konzert hier war. Es ist großartig“, so der Bundeskanzler.

Zu sehen sind Arbeiter.

Am Nachmittag konnte der rote Teppich wieder eingerollt werden.

Weniger heiter war den örtlichen Vertretern der Linkspartei zumute. Sie nutzten die Gelegenheit zu einer Kundgebung auf der anderen Seite des hermetisch von Sicherheitskräften abgeschirmten Schlosses. „Wir protestieren gegen den Sozialabbau und das sich abzeichnende Desaster durch die verschärfte Regelung bei Krankschreibungen von Arbeitnehmern“, erklärte Daniel Tews, der die Demonstration als Vorstand des Brühler Stadtverbands federführend organisierte. Einige Schritte weiter gab es stilleren Protest. Eine pro-jüdische Mahnwache forderte „verstärkten und konsequenten Schutz von europäischen Jüdinnen und Juden und eine klare Positionierung von Staatschefs und Ministern an der Seite jüdischer Menschen in Europa“.