Abo

Neue Feuerwache in BrühlAnwohner wollen Igel vor der Rodung retten

2 min

Das Gelände an der Römerstraße ist nun umzäunt.

Brühl – Noch im Verlauf dieser Woche wollen Bürger auf dem Gelände der geplanten Feuerwache nach Igeln suchen, um diese zu retten. Hintergrund ist die bevorstehende Rodung des Areals, auf dem einst eine Ziegelei stand, das jedoch seit vielen Jahrzehnten brach liegt und von Sträuchern und Ranken überwuchert ist.

Das üppige Grün soll nun von Montag, 24. Januar, an beseitigt werden, damit Vermesser, Bodengutachter und Kampfmittelsondierer das zwischen Liblarer Straße, Seniorenheim Johannisstift und Römerstraße gelegene Gelände unter die Lupe nehmen können. Zwar steht die Fläche nicht unter Naturschutz, aber einige Tierfreunde vermuten, dass dort Igel ein Refugium gefunden haben. Damit die Tiere, die sich im Winterschlaf befinden, nicht beim Fällen der Bäume und Beseitigen der Sträucher getötet werden, sollen diese fortgebracht werden.

Gemeinsame Begehung

„Wir stehen im Austausch mit der Stadtverwaltung, um gemeinsam das Gelände zu inspizieren“, erklärt Manfred Minuth, der Erfahrung im Umgang mit den kleinen stacheligen Tieren hat. Die Verwaltung rät dringend davon ab, das Areal ohne Begleitung zu betreten. „Es handelt sich bei dem städtischen Grundstück um eine undurchdringliche Brachfläche mit steilen Böschungen und Unebenheiten“, hieß es.

Mit dieser Verlautbarung regierte die Stadtverwaltung auf Beiträge in sozialen Netzwerken. Dort wurde dazu aufgerufen, die Wildtiere vor den Baggern zu retten und die Befürchtung geäußert, die Verwaltung werde eine Rettungsaktion behindern. Tierschützer Minuth widerspricht dieser Darstellung.

Rodung vor Brutsaison

Die Rodung soll je nach Witterung innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein. Zeit bleibt lediglich bis Ende Februar, da anschließend die Brutsaison von Vögeln beginnt. Die Verwaltung betonte, dass die Rodung außerhalb der Vogelschutzzeit aus artenschutzrechtlicher Sicht zulässig ist.

Das könnte Sie auch interessieren:

Ein eigens beauftragter Gutachter habe auch keine Population der streng geschützten Haselmäuse gefunden. Man habe zudem erneut mit dem Büro Kontakt aufgenommen, welches das Artenschutzgutachten erstellt habe. Dieses habe erklärt, die Chancen, auf der zugewachsenen Fläche einen Igel zu finden, gingen gegen null.