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Der große VerzichtWas wir in der Redaktion in der Fastenzeit weglassen

5 min
Fasten symbol

Ein Glas Wein oder doch lieber Kräutertee?

Rhein-Erft – Die Vorsätze fürs neue Jahr sind gerade einmal drei Monate alt und angesichts der Sorgen und Schwächen des Alltags zurück in einen hinteren Winkel des Bewusstseins verbannt, da fordert auch schon die Fastenzeit neue Opfer. Im Gegensatz zu den Neujahrs-Ambitionen wird bei dem nun anstehenden Verzicht immerhin ein klares Ende eingezogen. An Ostersonntag ist Schluss mit Fasten. Der 21. April darf also mit einem dicken roten Kreuz im Kalender markiert werden.

Es sei denn man ist beim Verzicht auf Zucker, Fleisch und Alkohol auf den Geschmack gekommen. Kräutertee statt Kölsch, Fenchel statt Frikadellen und Sport statt Sofa. In unserer Redaktion tendiert die Wahrscheinlichkeit dafür gegen Null. Aber zunächst geht es ja nicht um unendliche Mühen und Verzicht, sondern um 40 Tage. (wok)

Fleisch

Sarah Herpertz Fasten

Sarah Herpertz

Sarah Herpertz

Wenn es bei meinen Eltern Kasseler oder Bratwurst gibt, schwebe ich im siebten Himmel. Meine Freunde lachen immer noch darüber, dass ich beim letzten Berlin-Trip auf die Frage „Worauf habt ihr heute Abend Appetit?“ „Hauptsache Fleisch!“ geantwortet habe. Und trotz der Liebe zu Fleisch habe ich  das gemeinsame Fasten in der Redaktion zum Anlass genommen, wenigstens für ein paar Wochen darauf zu verzichten. Gute Gründe dafür gibt es wohl genug.

Karnevalistischen Unsinn

Bernd Rupprecht Fasten

Bernd Rupprecht

Bernd Rupprecht

Nä, wat wor dat dann fröher en superjeile Zick ... Der Brings-Song hämmert noch in den Ohren. Okay, nun ist die Session vorbei, Fastenzeit. Ich verzichte auf diesen und alle anderen karnevalistischen Gassenhauer. Und das ausgelassene Mitsingen. Ich verzichte auf Bützje und Bier, auf Narrenkappe und starkes Kostüm, alternative Sitzungen und Herrensitzungen. Also kein  Unsinn und Frohsinn mehr  – okay, Letzteres vielleicht doch ein bisschen, zumindest an den Wochenenden.

Rotwein

ulla j redkation fasten

Ulla Jürgensonn

Ulla Jürgensonn

Ich biete als Kompromiss das Rotweinfasten an – denn keine Süßigkeiten zu essen wäre kein Problem, kein Fleisch zu essen dagegen ein großes. Fällt schwer, aber nicht zu schwer. Und lässt mir ein Hintertürchen offen: Weißwein. Oder Whisky. Ich weiß mich da in guter Gesellschaft. Selbst die Mönche haben sich früher Hintertürchen offengehalten, um den  Fastenregeln zu entgehen. Sie haben schlicht den Biber, der ja im Wasser lebt, zum Fisch erklärt, um auch bis  Ostern schlemmen zu können.

Arbeit

Horst Komuth fasten

Horst Komuth

Horst Komuth

Arbeitsfasten werde ich. Bin acht Wochen nicht im Dienst.  Also nix tun. Fast nix. Sich um den Garten zu kümmern, zählt ja nicht als Arbeit. Und zu Hause  will ich mal alles richtig aufräumen.  Ich tu’ so, als sei das auch nur Entspannung.

Perücken

maria machnik verzicht

Maria Machnik

Maria Machnik

Ich werde auf meine Perücken verzichten. Es wird mir schwerfallen, ich werde sie vermissen. Auch wenn ich sie, ehrlich gesagt, alles andere als komfortabel finde. Es drückt hier, zwickt da.  Aber sie sind ungemein kleidsam und bringen Farbe in mein Leben.

Coca Cola

Niklas Pinner fasten

Niklas Pinner

Niklas Pinner

Ob ich weiß, wie viel Zucker in so einem Glas Cola steckt, der schlecht für die Zähne und den Blutzuckerspiegel  ist? Natürlich! Hält mich das davon ab, viel Cola zu trinken? Nein! Cola ist mein größtes Laster. Darauf zu verzichten, wird mir schwerfallen.

Auto

Andreas Engels Fasten

Andreas Engels

Andreas Engels

Mein Fahrrad hat einen Platten. Eine leidlich gute Ausrede dafür, alle Wege mit dem Auto zurückzulegen. So werde ich die Fastenzeit damit beginnen, den Reifen zu flicken, und dann öfter mal in die Pedale treten. Das ist gut für die Umwelt – und für die Figur.

Die Umgebung

Kathrin Höhne Fasten

Kathrin Höhne

Kathrin Höhne

Fasten beginnt im Kopf. So möchte ich mich einmal von allen Dingen freimachen, die mich umgeben, vom heiß geliebten Café, vom Internet bis zum Auto. Ich packe einen Koffer und verschwinde, um mit dem Blick für das Wesentliche wiederzukommen.

Verzicht aufs Verzichten

Wolfram_Kaempf fasten

Wolfram Kämpf

Wolfram Kämpf

Ich würde ziemlich gerne ein paar Wochen aufs Verzichten verzichten. Dann hätten mich alle Kneipenwirte und Süßwarenverkäufer lieb. Die Sache hat aber einige Haken: Mein Konto wäre leer und meine Zähne braun. Daher verzichte auf den Verzicht aufs Verzichten.

Fast-Food

Udo Beissel fasten

Udo Beissel

Udo Beißel

Fast-Food-Fasten bis Ostern muss jetzt mal sein. Stattdessen soll es gesünder und geschmackvoller werden.  Nach einem ausgedehnten Frühstück gibt es tagsüber überwiegend  Rohkost wie Radieschen, Rettich und Möhren mit einem leckeren Dip.

Autofahren

Ralph Jansen_Fastenzeit

Ralph Jansen

Ralph Jansen

Von den 20 Kilometern, die ich im vergangenen Jahr durchschnittlich pro Tag geradelt bin, bin ich noch weit entfernt. Das muss sich in der Fastenzeit ändern. Ab Aschermittwoch wird der Durchschnitt hochgekurbelt. Das Auto bleibt stehen.

Chips

Patrik Reinartz Chips

Patrik Reinartz

Patrik Reinartz

Kuchen, Schokolade, Gummibärchen – darauf kann ich gut verzichten. Richtig schwach werde ich bei Kartoffelchips. In der Fastenzeit will ich mich mäßigen – auch wenn bei den Karnevalszügen  viele Beutelchen mit den leckeren Chips bei mir gelandet sind. ( Patrik Reinartz)

Lieblingsregister der Orgel

Fastenzeit-Dietmar-Fratz

Dietmar Fratz

Dietmar Fratz

Als Kirchenmusiker im Nebenjob werde ich in der Fastenzeit auf mein Lieblingsregister der Sinnersdorfer St.-Hubertus-Orgel verzichten. Die kleine Mixtur, Scharff genannt, wird bis Ostern schweigen und so das Orgelspiel der Fastenzeit angemessen sein.

Helm vergessen

Manfred Funken_Fasten

Manfred Funken

Manfred Funken

Man kann ja auf allerlei verzichten in der Fastenzeit, und vieles, was man sich wegzulassen vornimmt, ist ja auch vernünftig. Aktiv bleiben darf man ja, beim Cross-Skaten zum Beispiel oder Fahrradfahren. Und da gilt: Niemals auf den Helm verzichten. (Manfred Funken)

Sofa

Manfred Christoph fasten

Manfred Christoph

Manfred Christoph

Ich möchte meine Tenniskarriere fortsetzen – verzichte also auf stundenlanges Sofasitzen. Letztes Jahr hatte ich  erste Auftritte auf dem Court unter Anleitung eines Trainers. Ich habe auf der Straße einen Schläger gefunden und ihn besaiten lassen.  Es kann also losgehen.