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Kommentar zum AlleenradwegDas Geld wird in eine nicht benötigte Asphaltpiste versenkt

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Mit schwerem Gerät wurden auf der ehemaligen Bahnstrecke Bäume bis zu 60 Zentimetern Durchmesser und Buschwerk gerodet.

  1. Der Rhein-Erft-Kreis lässt vom Gut Ohndorf in Elsdorf bis zum Bedburger Bahnhof einen Alleenradweg bauen.
  2. Naturschützer sind entsetzt. Denn zwischen Bäumen und Büschen hatten bislang zahlreiche Tiere ihren Lebensraum.
  3. Nun stellt sich die Frage, ob das Projekt mehr als zehn Jahre nach der Planung überhaupt noch zeitgemäß ist. Ein Kommentar.

Elsdorf/Bedburg – Es dauert manchmal, bis ein Projekt baureif ist. Besonders wenn überregionale Fördermittel im Spiel sind, kann sich die Finanzierung in die Länge ziehen.

Seit dem Planungsbeginn des Umbaus der Bahntrasse zum Alleenradweg sind weit mehr als zehn Jahre ins Land gegangen. Zehn Jahre, nach denen im Revier nichts mehr ist, wie es war. Die Prioritäten haben sich drastisch verschoben durch den nahenden Kohleausstieg. Man hätte das Projekt erneut auf den Prüfstand stellen sollen, um zu sehen, ob es tatsächlich noch zeitgemäß ist.

Dass der Radweg anfangs eine dreiviertel Million Euro kosten sollte und jetzt mit 1,8 Millionen veranschlagt wird, wirkt dabei fast normal.

Alleenradweg: Das Projekt ist umstritten

Aber letztlich zahlt der Steuerzahler für ein Projekt, das offenbar nicht unstrittig ist, nicht zuletzt, weil es neben dem geplanten Radweg bereits einen bestehenden mit kleinem Umweg gibt. Auch der Naturschutz hat einen höheren Stellenwert als noch vor zehn Jahren.

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Jetzt wurden Fakten geschaffen, die Bäume und Sträucher als Rückzugsgebiete der heimischen Fauna sind unwiederbringlich weg. Dass es Fördergeld gibt, kann nicht als einziger Grund für die Maßnahme gelten. Aber jetzt wird das Geld wohl versenkt in eine vielleicht schicke, aber nicht dringend benötigte Asphaltpiste.