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ELC in ElsdorfSo holte sich Dan Vegaz aus Frechen den begehrten Siegertitel

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Auf dem Bild sind der Sieger des ELCs und andere Kandidaten zu sehen.

Mit seinem unwiderstehlichen Mix aus Pop und Rap fuhr Dan Vegaz (Mitte) nicht nur den ELC-Sieg für Frechen ein, sondern bekam absolut verdient auch reichlich Beifall von den Mitbewerberinnen und Mitbewerber aus den neun anderen teilnehmenden Städten.

Vor mehr als 400 Musikfans traten die zehn Kandidaten an. Vanessa Schäfer aus Elsdorf belegte Platz zwei,  Flo Scholdan aus Bergheim wurde Dritter.

„Hier kann wunderbar sehen, wie viele tolle Talente wir im Rhein-Erft-Kreis haben. Bei diesem Wettbewerb treten sie zwar gegeneinander an, doch vor allem erleben wir ein kreisweites musikalisches Miteinander, das einfach Riesenspaß macht.“ Da sprach Kreiskulturamtsleiter Engelbert Schmitz wohl nicht nur für sich selbst, sondern auch für die mehr als 400 Musikfans, die am Samstagabend zum Terranova-Forum pilgerten.

Denn dort wartete gleich zu Beginn von „Musik mit Aussicht“ ein Highlight der von der städtischen Kulturabteilung organisierten Sommer-Open-Air-Reihe: Zehn musikalische Botschafterinnen und Botschafter aus allen zehn Rhein-Erft-Städten liefen an der Elsdorfer Tagebaukante zur Topform auf, um sich bei der bunten Show im Stil des „Eurovision Song Contest“ Punkte und Applaus zu sichern. Doch wie beim ESC konnte es auch beim ELC nur einen Sieger geben - und der heißt Dan Vegaz aus Frechen.

Auf dem Bild ist das ELC-Publikum zu sehen, viele Zuschauer haben erhobene Hände.

Das Publikum beim ELC unterstützte begeistert die Auftritte der Kandidaten.

Aber der Reihe nach: Um die formal nicht ganz korrekte Bezeichnung „Erftkreis Lied Contest“ zu tilgen, steht ELC neuerdings für „Euer Lied Contest – Das Event im Rhein-Erft-Kreis“. Zudem wurde am Punktemodus geschraubt, um das im Vorfeld von rund 2000 Hörerinnen und Hörern gefütterte Voting auf Radio Erft stärker zu gewichten, und um die Spannung länger zu wahren. Bei manchen Stammgästen sorgten die Neuerungen allerdings eher für Verwirrung.

Elsdorf: Das musikalische Spektrum des ELC war so breit gefächert wie noch nie

Musikalisch war die Show dafür so gut wie eh und je, vielleicht sogar noch besser. Denn selten war das Spektrum so breit gefächert: Altrocker Phil Wolff ließ es für Wesseling in Mick Jagger-Manier krachen; das Bedburger Duo The Married wartete mit Punkrock-Anleihen auf; der Sänger Lyrium aus Erftstadt verblüffte mit einer exzentrischen Elektro-Pop-Show; die Band Hürther Band Fokus Thebe servierte experimentellem Post-Rock, Beckmanns Plan aus Kerpen knackigen Deutschrock.

Alle Startenden durften zwei Nummern spielen und trumpften ausschließlich mit Beiträgen aus eigener Feder auf. Die Solisten begleiteten sich selbst; andere brachten komplette Bands an den Start, arbeiteten mit vorgefertigten Instrumentaltracks oder wurden von der feinen, kleinen Hausband unter Leitung von ELC-Mitorganisator Dieter Kirchenbauer unterstützt.

Stark vertreten war wie immer die deutsch- und die englischsprachige Singer/Songwriter- und Popballaden-Fraktion. Hier lieferten die junge Newcomerin Betty für Brühl und ausdrucksstarke Jona Martin für Pulheim starke Auftritte ab.

Auf dem Bild ist eine Musikerin mit Gitarre zu sehen.

Gefühlvolle Deutsch-Pop-Balladen sind die Stärke der zweitplatzierten Elsdorfer Sängerin Vanessa Schäfer.

Noch einen Hauch mehr Gefallen fanden die Fans von betörenden Popsongs mit Tiefgang an den emotionalen Liedern von Flo Scholdan aus Bergheim und von Vanessa Schäfer aus Elsdorf. Die mit zehn kulturbeflissenen Städterepräsentanten besetzte Fachjury, die Radio-Hörerschaft und das Publikum vor Ort schütteten denn auch reichlich Punkte aus. Aber am Ende mussten sich Flo als Dritter und Vanessa als Zweite dann doch geschlagen geben.

Auf dem Bild ist ein Musiker mit Gitarre zu sehen.

In bester Singer/Songwriter-Manier eroberte Flo Scholdan für Bergheim den dritten Platz.

Denn da war ja noch Dan Vegaz. Der Frechener mit polnischen Wurzeln, der bürgerlich Daniel Babowicz heißt, begeisterte das Publikum in den Songs „Tage am See“ und „Ich bin genug“ mit einer unwiderstehlichen Gute-Laune-Mischung aus Rap-Gesang, tanzbaren Afro-Beats und eingängigen Popmelodien. Am Ende durfte er sich hochverdient als ELC-Gewinner 2026 feiern lassen.

In jüngeren Jahren wollte Dan Vegaz noch höher hinaus und ist auch bei der Fernsehshow "Deutschland sucht den Superstar" angetreten. „Es lief eine Zeitlang ganz gut, doch mit Corona bin ich dann in ein Loch gefallen. Und irgendwann hat mich dieser ewige Drang nach möglichst vielen Clicks und Streams im Netz auch gelähmt“, erzählt der 40-Jährige. „Inzwischen habe ich mich von dem Druck befreit. Meine Tochter und meine Musik stehen für mich an erster Stelle. Beruflich habe ich durch eine neue Arbeitsstelle genau das richtige Gleichgewicht gefunden - zwischen Privatem und Beruflichen. Ans musikmachen gehe ich jetzt viel entspannter ran, ich will einfach meine Kreativität ausleben und Spaß haben, so wie es früher mal war. Und wenn’s den Leuten so gut gefällt wie beim ELC, dann macht es natürlich doppelt Spaß.“