Potenzial zur „gefährlichen Rennstrecke“Elsdorfer fordern Verkehrsberuhigung

Breit und schnurgerade angelegt, verleitet die Oststraße zum Überschreiten der erlaubten Geschwindigkeit.
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Elsdorf – Wenn die Umgehungsstraße vor dem Kapellchen demnächst eröffnet ist, wird die Oststraße als Zubringer zum neuen Straßenabschnitt ebenfalls zur Durchgangsstraße. Die Anwohner fürchten erhöhtes Verkehrsaufkommen und fordern Maßnahmen zur Erhaltung ihrer Lebensqualität.
Janus Sobel ist Vater von vier Kindern und lebt seit 1989 an der Josefstraße, wie er im Verkehrsausschuss berichtete. Er ist der Sprecher der Anwohnerinnen und Anwohner der Ost- und ihrer Nebenstraßen wie Finkenweg und Josefstraße. „Es ist für uns alle verständlich, dass die viel befahrene Gladbacher Straße entlastet werden muss“, schreibt er in seiner Eingabe, der er 86 Unterschriften der Anlieger beigefügt hat. Aber „die neue Strecke darf nicht zu einer gefährlichen Rennstrecke werden“. Die Entlastung der Gladbacher Straße dürfe nicht zur Belastung der Oststraße führen.
„Balance wird noch gesucht“
Die Einwender fordern Radspuren in beide Richtungen, einen Fußgängerüberweg zur Bushaltestelle – bislang an der gesamten Oststraße Fehlanzeige –, versetzte Parkbuchten, eine Ableitung der durchfahrenden Lkw durch die Straße An Gut Neuenhof oder eine neue Verbindung zwischen Köln-Aachener-Straße und Max-Planck-Straße.
Sobel verweist auch darauf, dass zum Schutz der Anwohner Am Kapellchen ein Lärmschutzwall errichtet worden sei, die Anwohner der Oststraße dagegen ungeschützt dem Verkehrslärm ausgesetzt seien. Die Oststraße, östlich ein reines Gewerbegebiet, westlich dagegen auch mit Wohnhäusern durchsetzt, ist breit und schnurgerade und lädt dadurch zum Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit ein, dem man mit einem Blitzer begegnen solle. Erst in der vergangenen Woche habe es dort einen Unfall gegeben, bei dem ein Mensch verletzt worden sei. Einhellige Zustimmung, dass lenkende Maßnahmen geboten sind, fand Janus Sobel im Ausschuss. Die Mehrbelastung durch die seit mehr als 20 Jahren geforderte Umgehungsstraße sei jedoch einkalkuliert. „Die Balance zwischen der Verkehrsnutzung und den Anwohnerinteressen wird noch gesucht“, räumte Fachbereichsleiter Hubert Portz ein.
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Noch haben die Ost-Elsdorfer Schonfrist, denn die Eröffnung der fertigen Kreisstraße 30n wartet noch auf eine Einigung zwischen Stadt und Kreis über die zuzulassende Höchstgeschwindigkeit. Der Kreis will Tempo 70 zulassen, die weisungsgebundene, aber anordnende Stadtverwaltung fordert dagegen Tempo 50. Nachdem die Stadt ein Gutachten vorgelegt hat, hat der Kreis die Causa an die Bezirksregierung zur Prüfung weitergereicht.
Portz will jetzt erreichen, dass möglichst bald zumindest das Stück jenseits des Kreisels an der Ohndorfer Straße, das mit scharfem Linksknick zur Tanneckstraße führt, freigegeben wird und zwar nicht mit 70-, sondern mit 50-Schildern zur Geschwindigkeitsbegrenzung.



