Stadt, Erftverband und Ingenieurbüro wollen ein großes Hochwasser-Rückhaltebecken zwischen Bliesheim und Liblar sowie Deichanlagen bauen.
Konsequenz aus der Katastrophe 2021So steht es um den Hochwasserschutz an der Erft in Erftstadt

Bevorzugte Variante ist ein großes Hochwasser-Rückhaltebecken zwischen Bliesheim und Liblar, von der K 44 entlang der Autobahn A1/A61 bis zum Areal Haus Buschfeld.
Copyright: Eva-Maria Zumbé
Die Stadt Erftstadt, der Erftverband und das Ingenieurbüro Fischer Teamplan sind sich einig. Sie bevorzugen beim Hochwasserschutz an der Erft eine Variante: ein groß dimensioniertes Hochwasser-Rückhaltebecken zwischen Bliesheim und Liblar in Kombination mit Deichanlagen. Das wurde bei der zweiten Workshop-Serie zum Hochwasserschutzkonzept deutlich, zu der die Stadt eingeladen hatte. Wie die Verwaltung mitteilt, informierten sich rund 60 Interessierte über den Stand.
Der Erftverband ist federführend in der Interkommunalen Hochwasserschutzkooperation Erft (hwsErft). Dr. Daniel Bittner, der für die Flussgebietsbewirtschaftung beim Erftverband verantwortlich ist, wird in der Mitteilung zitiert: „Wir haben nach den Ereignissen im Juli 2021 im Grunde bei Null begonnen und mit der hwsErft Pionierarbeit geleistet.“
Die hwsErft hat sich 2022 gegründet, um das Hochwasserrisiko durch interkommunale Abstimmung und Entwicklung von Schutzmaßnahmen zu reduzieren. Inzwischen hat sie 22 Mitglieder (16 Kommunen, drei Kreise und den Erftverband). Erftstadt ist Teil davon.
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Deiche sollen Bliesheim vor Hochwasser schützen – Sicherung für Frauenthal und Blessem
„Mittlerweile sind fast fünf Jahre seit der verheerenden Hochwasser-Katastrophe vergangen. Der Schutz vor Hochwasser ist durch das Ereignis in einen ganz anderen Fokus gerückt“, so Bürgermeisterin Carolin Weitzel (CDU). Bei der Aufarbeitung hätten auch die Erfahrungswerte der betroffenen Bürgerinnen und Bürger oben auf der Prioritätenliste gestanden.
Manuel Sportmann, Projektleiter des von der Stadt beauftragten Ingenieurbüros Fischer Teamplan, stellte den aktuellen Stand des Hochwasserschutzkonzepts und das favorisierte Rückhaltebecken vor.
„Dabei werden bedrohte Gebäude in der Ortslage Bliesheim durch eine Deichanlage entlang der Erft geschützt – mit einer Höhe von knapp 70 Zentimetern. Das Wasser würde dann in Richtung eines groß dimensionierten Rückhaltebeckens im Bereich vor der Kreisstraße 44 zwischen Bliesheim und Liblar geleitet, das sich entlang der Autobahn A1/A61 bis zum Areal Haus Buschfeld erstreckt“, so Sportmann.
Erftstadt: Hochwasserschutzkonzept wird in diesem Jahr finalisiert
So könnte laut dem Projektleiter ein Stauraumvolumen von knapp 1,5 Millionen Kubikmetern entstehen. Mit dieser Lösung wäre zudem die Sicherung vor allem der Ortslagen Frauenthal und Blessem sowie der Bundesstraße 265 verbunden. Die Realisierung würde ihm zufolge in den Aufgabenbereich des Erftverbands fallen, da sie etwa auch Kerpen schützen würde.
Nach Angaben der Stadt Erftstadt befürwortet auch die Bezirksregierung die Lösung. Im Fokus steht vor allem die Förderung des Projekts, das ersten Schätzungen zufolge rund 15 Millionen Euro kostet.
Der Technische Beigeordnete Dirk Schulz kündigte an: „Das Erftstädter Hochwasserschutzkonzept wird noch dieses Jahr finalisiert und muss im Anschluss durch den Stadtrat beschlossen werden.“
Bittner stellte jedoch klar: „Bei allen Maßnahmen, über die wir sprechen, muss am Ende klar sein: Wir können uns vor einem Ereignis mit Ausmaßen wie im Juli 2021 nicht vollumfänglich schützen. Wir können aber das Bestmögliche versuchen – und das ist unser Ziel, um im Fall der Fälle Menschenleben zu schützen.“
Die zweite Workshop-Serie zum Hochwasserschutzkonzept wurde am Dienstag (28. April) mit der zweiten Veranstaltung zum Rotbach abgeschlossen.
