Gebaut werden soll der Wohnraum von Genossenschaften. Insgesamt sollen rund 100 bis 110 Wohneinheiten entstehen.
GenossenschaftVerein „Alternatives Wohnen“ will mehrere Wohnprojekte in Erftstadt initiieren

Die Visualisierung für eines der vier Projekte, an denen der Verein Alternatives Wohnen derzeit arbeitet.
Copyright: Verein Alternatives Wohnen
Der Verein „Alternatives Wohnen Erftstadt“ hat große Pläne. Und diese Pläne beinhalten nicht nur Projekte für ältere Menschen, wie in der Vergangenheit umgesetzt. Der Verein ist zurzeit dabei, neue Wohnprojekte zu initiieren. Insgesamt arbeitet er derzeit an fünf Vorhaben: zwei in Lechenich, zwei weitere in Liblar sowie eines in Frauenthal, wie der Vereinsvorsitzende Christophe Toulouse und Bernd Bohlen, Pressesprecher des Vereins, erläuterten.
In Gänze könnten so laut dem Vereinsvorsitzenden rund 100 bis 110 Wohneinheiten entstehen. Alle sollen von Genossenschaften umgesetzt werden. Warum das Genossenschaftsmodell? „Heutzutage haben die Menschen deutlich weniger Geld zur Verfügung“, sagt Toulouse. Mittels der Genossenschaft könne man günstigere Mieten anbieten. Zudem seien die Mitgenossinnen und -genossen Miteigentümer der Genossenschaft. Sie müssen also nicht die Befürchtung haben, dass man ihnen wegen Eigenbedarf kündige, erläutert er.
Erftstadt: Verein möchte für ältere, aber auch junge Menschen Projekte initiieren
Das Wahl für eine Genossenschaft hat Toulouse zufolge neben den finanziellen Aspekten noch „den ganz großen Vorteil, dass wir die Menschen wieder zusammenbringen“. Er fügt hinzu: „Unsere Idee geht noch einen Schritt weiter: Wir wollen die Generationen wieder zusammenbringen.“
So möchte der Verein nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für junge Menschen Wohnraum schaffen. „Mehrgenerationenwohnen ist die Zukunft“, betont Bohlen. Er sei lange in der Pressestelle des Deutschen Mieterbundes tätig gewesen. So profitieren Bohlen zufolge etwa Alleinerziehende von der Gemeinschaft. Auch für ältere Menschen gibt es Vorteile. So seien die Menschen in der Gemeinschaft aktiver, so Toulouse. Das könne bestenfalls dazu führen, dass Menschen erst später pflegebedürftig werden.
Verein arbeitet an fünf Wohnprojekten – zwei in Lechenich, zwei in Liblar sowie eines in Frauenthal
Derzeit ist der Verein dabei, eine erste projektbezogene Genossenschaft zu gründen, die dann ein Wohnprojekt mit rund 45 Wohneinheiten in Lechenich bauen soll. Geplant sind laut dem Verein 33 geförderte Wohnungen und zwölf freifinanzierte. Die Wohnungen sollen zwischen 50 und 110 Quadratmeter groß sein.
Ein Projekt in Lechenich wolle man mit einem sozialen Träger umsetzen, bei dem man Leistungen buchen könne, so Toulouse. So können auch ältere Menschen laut dem Vereinsvorsitzenden trotzdem in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Man überlege zudem, in einem der Projekte eine Demenz-WG unterzubringen.
Die Voraussetzungen dafür, dass die Vision des Vereins funktioniert, sind laut Bohlen Gemeinschaftsräume wie eine gemeinsame Küche und eine Grünanlage. Die Idee sei, dass der Verein den Gemeinschaftsraum übernehme und so Teil der Genossenschaft sei, erläutert der Vorsitzende. Seine Ideen hat der Verein bereits bei Veranstaltungen vorgestellt. Toulouse betont: „Der Bedarf ist riesengroß.“
Auch Nachhaltigkeit ist dem Verein bei den Planungen wichtig: „Bei den Neubauprojekten wollen wir modular in Holz bauen“, so Toulouse, der Architekt ist. Auch begrünte Dächer und Wärmepumpen und Photovoltaik seien angedacht. „Mit unseren Projekten wollen wir auch städtebaulich Akzente setzen“, betont Bohlen.
Weiter versuche man, an Grundstücke und Liegenschaften zu gelangen, die nicht zu weit außerhalb liegen und bei denen die wichtigste Infrastruktur fußläufig zu erreichen ist, so Toulouse. „Wir scheuen uns auch nicht davor, Grundstücke mit Denkmalschutz zu kaufen“, fügt Bohlen hinzu.
Der Verein
Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam wohnen“ hat der Verein in der Vergangenheit drei Wohnprojekte mit insgesamt 41 Wohneinheiten für ältere Menschen in Liblar und Lechenich initiiert. Der Verein, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, hat sich im April 2025 neu aufgestellt.
Weitere Bewerber auf noch freie Wohnungen und die Mitgliedschaft in der Genossenschaft sind herzlich willkommen, teilt der Verein mit. Bei der Vergabe haben Vereinsmitglieder das erste Zugriffsrecht. Interessierte können sich per E-Mail melden. (eva)
vorstand@aw-erftstadt.de
