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FamiliendramaWarum mussten Zoe und Pia sterben?

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Nach dem Familiendrama stellen Anwohner vor dem Haus in Kierdorf Kerzen und Blumen auf.

Erftstadt-Kierdorf – In Kierdorf gibt es am Sonntagmorgen beim Bäcker nur ein Thema. Jeder spricht über das Familiendrama, das sich am Freitagabend im Haus in dem kleinen Ort abgespielt hat. Gerätselt wird über die Gründe, die den Berufssoldaten Thomas M. zu den grauenvollen Taten getrieben haben. Er soll nach Auskunft der Staatsanwaltschaft seine beiden zwei und vier Jahre alten Töchter Zoe und Pia mit einem Hammer erschlagen haben. Anschließend setzte sich der Soldat in seinen Wagen, fuhr über die Autobahn 61 bis zum Rastplatz Peppenhoven bei Rheinbach und machte seinem Leben ein Ende.

Mit Vollgas

Der Erftstädter wendet am Freitagabend den Wagen auf dem Parkplatz und fährt mit Vollgas dem Verkehr auf der Autobahn entgegen. Ein Lastwagenfahrer hat keine Chance mehr auszuweichen. Trümmerteile fliegen über alle Fahrspuren. Der Wagen des Berufssoldaten bleibt auf der Überholspur stehen. Zwei Autos schaffen es noch in letzter Sekunde auszuweichen. Das geben Zeugen später zu Protokoll. Ein Audi-Fahrer rast in das stehende Wrack. Thomas M. wird aus seinem Fahrzeug herausgeschleudert und stirbt an der Unfallstelle. Drei Menschen erleiden Verletzungen, darunter der Audi-Fahrer, der ins Krankenhaus gebracht wird.

Etwa zur gleichen Zeit kommt Anne M. von der Arbeit zurück. Im Haus in Kierdorf ist es still. Die Frau lebt seit etwa eineinhalb Jahren getrennt von ihrem Mann, doch Kontakt sollen beide dennoch gehabt haben. „Er passte fast jeden Freitag auf die Kinder auf, weil seine Frau arbeiten ging“, berichten Anwohner. Doch als die Mutter am Freitagabend ihren Ex-Mann nicht im Wohnzimmer findet, geht sie laut Polizei in die Kinderzimmer. Zoe und Pia liegen blutüberströmt in ihren Betten unter den Decken, daneben ein Hammer. Es ist nach Auskunft der Staatsanwaltschaft die Tatwaffe. Von dem Mann der Kierdorferin fehlt jeder Spur.

Die Mutter informiert den Notarzt und die Polizei. Für die Kinder kommt jede Hilfe zu spät. Nahezu zeitgleich erfährt die Leitstelle der Polizei im Rhein-Erft-Kreis von den Kollegen der Autobahnpolizei, dass Thomas M. als Falschfahrer auf der Autobahn 61 tödlich verunglückt ist. „Hier spricht jeder nur noch über das Familiendrama. Wir sind alle geschockt über diese grausame Tat“, sagt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Dirheimer. Vor etwa zwei Jahren war die Familien M. nach Kierdorf in das Reihenhaus gezogen. Tochter Pia war damals zwei Jahre alt, Mutter Anne mit Tochter Zoe hochschwanger.

Auf Töchter aufgepasst

Thomas M. arbeitete als Soldat beim Fliegerhorst in Nörvenich. Doch im Laufe der Zeit habe es Probleme in der Beziehung gegeben, berichten Nachbarn. Schließlich zog Thomas M. vor etwa sechs Monaten aus. Vor der Haustür haben Anwohner und Freunde Kerzen und Blumen aufgestellt. Was den Familienvater zu der grausamen Tat trieb, weiß niemand so genau.