Erftstadt – Herr Pfarrer Kippels, Sie wohnen und arbeiten nun seit gut einem halben Jahr in Lechenich. Haben Sie sich schon gut eingelebt?
Hans-Peter Kippels: Es wird, es wird. Im Pfarrhaus wohne ich erst seit vier Wochen, vorher war ich in einer möblierten Wohnung über dem Pfarrbüro zu Hause. Das war für den Übergang absolut ausreichend, trotzdem bin ich froh, dass ich jetzt wieder meine eigenen Möbel und mehr Platz habe. Alle Umzugskisten habe ich allerdings noch nicht ausgepackt.
Haben Sie in Ihrer neuen Heimat schon einen Lieblingsplatz?
Kippels: Ja, ich finde insbesondere den historischen Ortskern beeindruckend. Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert, in der Stadtmitte gibt es für mich daher sehr viel zu entdecken. Sie sind nun vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner offiziell zum neuen Dechanten des Dekanats Erftstadt ernannt worden.
Wie geht so etwas vonstatten?
Kippels: Der Dechant wird von den Priestern des Dekanats gewählt, allerdings behält sich der Erzbischof vor, einen Wahlvorschlag abzulehnen. Im Grunde gibt es zwei Wahlgänge. Zuerst wird gewählt, wer als Kandidat infrage kommt. Vorschläge dazu können auch andere Mitarbeiter des Dekanats machen, etwa Pastoralreferenten. Wählen dürfen sie aber nicht. Diese Liste geht an den Kardinal und kommt mit den Namen der Kandidaten, die seine Zustimmung finden, zurück. Aus diesem Kreis wählen die Priester den Dechanten.
Hatten Sie Gegenkandidaten?
Kippels: Ja. Mehr darf ich allerdings nicht verraten, die Wahl ist schließlich geheim.
Welche Aufgaben ergeben sich nun aus Ihrem neuen Amt?
Kippels: Ich habe größtenteils repräsentative Aufgaben, bin aber auch der Ansprechpartner für alle hauptamtlichen Mitarbeiter im seelsorgerischen Dienst. Außerdem fülle ich eine Mittlerrolle aus. Zum einen zwischen Erzbistum und den Mitarbeitern des Dekanats, zum anderen zwischen dem Erzbistum und der Stadt Erftstadt. Ich organisiere das Dekanatstreffen für die hauptamtlichen Mitarbeiter, die sogenannte Recollectio. Dort wird zusammen gebetet, es gibt einen geistlichen Vortrag und es findet ein gedanklicher Austausch statt.
Worin besteht der größte Unterschied zu Ihrer bisherigen Arbeit?
Kippels: Es gibt im organisatorischen Bereich viel mehr zu tun, es finden über das Jahr verteilt zahlreiche Konferenzen statt. So bin ich als Dechant beispielsweise auch Mitglied des Priesterrats, das ist ein Beratungsgremium des Erzbischofs. Der Rat kommt zweimal im Jahr zusammen. Aber das ist ja nicht meine Hauptaufgabe.
Sondern?
Kippels: Meine Hauptaufgabe bleibt immer noch, Pastor für die Gemeinde zu sein. Ein offenes Ohr für die Menschen zu haben und Kontakt zu halten und nicht nur Manager und Organisator zu sein. Ich habe von meinem Vorgänger Pfarrer Wilhelm Hösen eine aktive Gemeinde übernommen, in der es Spaß macht, zu arbeiten. Es gibt hier engagierte Hauptamtler und sehr viele Ehrenamtler, die sich einbringen. Ich bin herzlich aufgenommen worden, das hat mir meinen Start hier deutlich vereinfacht.
Das Gespräch führte Michael Greuel.
