Erftstadt – Auf der Internetseite des Marien-Hospitals Frauenthal ist Dr. Jürgen Ladra im Ärzteverzeichnis noch als Chefarzt der Chirurgie angegeben. Seine Frau Dr. Angelika Ladra ist dort aufgelistet als Chefärztin der Anästhesie. Doch die beiden sind schon länger nicht mehr im Marien-Hospital tätig. Beide sind arbeitslos, haben aber Arbeitsangebote, die sie derzeit genau prüfen. Dass sich die Stiftung Marien-Hospital Erftstadt-Frauenthal zum 1. Januar 2013 von Jürgen Ladra getrennt hat, war bereits in einer knapp gehaltenen Erklärung verkündet worden. Nun wurde bekannt, dass zum Jahreswechsel auch seine Frau Angelika Ladra das Marien-Hospital verlassen hat. Vom Pressesprecher der Krankenhausstiftung, Dr. Franz-Georg Rips, und Verwaltungsdirektor Jakob Schall war zu den Vorgängen lediglich eine Pressemitteilung zu bekommen. Der Wortlaut und der Umfang von sechs Zeilen der „neuen Erklärung“ ist nahezu dergleiche wie in der Erklärung zur Trennung von Jürgen Ladra. Der letzte Satz ist – bis auf das Geschlecht – identisch: „Das Marien-Hospital und sein Träger bedauern, eine verdienstvolle und qualifizierte Chefärztin zu verlieren.“
Finanzielle Gründe
Man habe sich getrennt, bestätigt Verwaltungsdirektor Schall. Aber es gebe nichts Negatives über das Verhältnis „mit Herrn und Frau Ladra“ zu sagen. „Es wird eine neue Ausrichtung im Haus geben.“ Dass sich Anwälte über die Aufhebung der Arbeitsverhältnisse mit Jürgen und Angelika Ladra einig geworden sind, habe vor allem finanzielle Gründe, wird gemunkelt. Das Krankenhaus werde in Sachen Personal verschlankt. Ohne Jürgen Ladra wird es in Frauenthal eine innere Medizin, aber offenbar nur eine kleine Chirurgie geben. Diese Abteilung kann zumindest Arbeitsunfälle berufsgenossenschaftlich behandeln, was wiederum für das Krankenhaus wirtschaftlich interessant ist. Die Lizenz, die dafür nötig ist, bringt der verbleibende Chefarzt der Chirurgie, Alois Schwind, mit. Die Einsparung des Fachpersonals könnte bedeuten, dass das Marien-Hospital unter Verwaltungsdirektor Schall, der auch Geschäftsführer des Frechener und Bedburger Krankenhauses ist, künftig verstärkt mit Frechen zusammenarbeitet. Jürgen Ladra möchte „seine Erftstädter Klientel weiter behandeln“, sagt er. Ob er ein Angebot einer Klinik annimmt, sich niederlässt oder andere Pläne hat, dazu möchte er sich noch nicht äußern.
