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Mathe und SpieleEin Meister fürs Knifflige

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Die neuen Spiele, eins davon zusammen weiterentwickelt mit Hendrik Simon, zeigen Oliver Schaudt (l.) und Buchhändler Rolf Köhl.

Erftstadt-Lechenich – Er ist gerade mal 26 Jahre jung, von fröhlicher Natur, wirkt sehr jugendlich und bescheiden. Dabei hat er es faustdick hinter den Ohren. Nicht wenige nennen ihn gar ein Genie, und zwar auf dem Gebiet der Mathematik. In Köln hat Oliver Schaudt promoviert, hielt dort bereits Vorlesungen und arbeitet nun zur Vorbereitung seiner Professur an einer Habilitation an der Pariser Sorbonne-Universität bei seinem Gastgeber Henning Bruhn-Fujimotoi – einem anderen, ebenfalls noch jungen Mathe-Ass.Schaudt ist gebürtiger Bergisch Gladbacher, wuchs in Lechenich auf, ist verheiratet und jetzt auch Familienvater. Gefragt nach seinem Forschungsgebiet, sprudeln aus ihm die Fachbegriffe, die nur Eingeweihte verstehen. Spezialisiert sei er auf Graphentheorie und er entwickle Algorithmen für Navigationssysteme, beschreibt er sein Aufgabengebiet.

Nicht nur die Wissenschaft wurde auf den Fachmann für Zahlenkombinationen aufmerksam, sondern auch die Unterhaltungsbranche. Denn Schaudt verwendet sein Können ganz nebenbei für ein sehr kreatives Hobby: Spiele erfinden. Vor zwei Jahren hatte er eines der Öffentlichkeit präsentiert. „Sia Sola“ lautete der Titel (übersetzt etwa „Sei allein“). Zum Spielbrett und den Figuren aus Holz gibt es 32 Ausgangspositionen. Das System hat er nun gemeinsam mit dem ebenfalls aus Erftstadt kommenden Mathe-Profi Hendrik Simon so weiterentwickelt, dass auch zwei Personen damit spielen können.

Die erste Aufgabe ist leicht in acht Zügen zu erledigen, doch die schwierigste erst in 30. Knobeln, kombinieren, knifflige Aufgaben lösen, logisches Denken und Erinnerungsvermögen trainieren, das sind Elemente, die sich immer wieder in seinen Spielen finden. So auch bei zwei weiteren, die er in der Lechenicher Zweigstelle der Buchhandlung Köhl der Öffentlichkeit präsentierte. Die beiden Holz-Brettspiele tragen den Titel „7er Runde“ und „Kipp die Würfel“ und sind in einer jeweiligen Stückzahl von etwa 5000 produziert worden, herausgegeben von der Firma Philos.

Beim Spiel „Kipp die Würfel“ fühlt man sich an den Zauberwürfel erinnert, dessen Teile so lange gedreht werden, bis die Zahlenkombinationen stimmen. Hier funktioniert es so ähnlich: Würfel auf einem Brett werden so lange hin und hergekippt, bis eine bestimmte Zahlenfolge entsteht.

Die Kunst besteht darin, die Würfel nun wieder so zu kippen, dass die Reihenfolge stimmt. „Markierungen in Form eines Punktes und die Schriftgröße der Zahl geben Hinweise, in welche Richtung der Würfel jeweils gekippt wird“, erläutert Schaudt. Ein weiteres Brettspiel trägt den Namen „7er Runde“, in seiner optischen Gestaltung erinnert es ein wenig an eine antike römische Mühle. „Das ist mein Lieblingsspiel“, sagt der Lechenicher. Auch hier geht es wieder darum, Zahlen in die richtige Reihenfolge zu bringen. „Das Kniffelige daran ist, den richtigen Zugmechanismus zu finden.“