Erftstadt-Bliesheim – Heike Madaus gehört zu den wenigen Leitern einer Grundschule, die sagen können:. „Ich kenne hier jedes Kind beim Namen.“ Die stets fröhlich wirkende 42-jährige Pädagogin leitet als Nachfolgerin von Rita Manz die Bliesheimer Erich-Kästner-Grundschule. In gewisser Weise ist ihre Namenskenntnis der Schüler allerdings einem weniger schönen Grund geschuldet. In der Schule werden nur noch 161 Jungen und Mädchen unterrichtet. Es waren vor Jahren deutlich mehr. „Das hat etwas mit der Auflösung der Schulbezirksgrenzen zu tun“, erläutert die Leiterin. Früher seien Kinder aus Blessem und dem Neubaugebiet Willy-Brand-Straße automatisch in Bliesheim angemeldet worden.
Diese Anmeldungen fielen nun weg, weil kürzere Wege zu den Schulen bevorzugt würden, etwa von Blessem nach Lechenich oder Liblar. Wenn aber eine Schule, wie die Bliesheimer, klein und fein sei, habe das auch enorme Vorteile. Denn so könnten Klassen mit durchschnittlich nur 20 Kindern gebildet werden. Das engagierte soziale Training, das gute Arbeitsklima und Mund-zu-Mund-Propaganda sorgten dafür, dass es künftig mehr Anmeldungen gebe.
Madaus kennt sich in der Schule aus. Sie ist in Bliesheim geboren, ist hier von 1976 bis 1980 in die Grundschule gegangen. Ihre Mutter Hannelore Armbruster war dort Sekretärin. Ursprünglich gelernt hat Madaus den Beruf der Speditionskauffrau. „In mir reifte aber der Entschluss, etwas Sinnstiftendes zu machen, am besten eine Kombination aus Organisation und Umgang mit jungen Menschen.“ Genau das biete ihr nun der Posten einer Rektorin.
In Köln hatte sie die Lehramtsfächer Mathe, Deutsch und Sport studiert, war von 1998 bis 2000 Referendarin in der Mühlenfeldschule von Kerpen-Sindorf. Von dort wechselte sie zur Wesselinger Lessingschule mit der Zusatzqualifikation Englisch. Danach wurde sie Konrektorin der Bliesheimer Grundschule und Stellvertreterin von Rita Manz. Nur kurze Zeit, bis 2010, leitete sie die Bliesheimer Einrichtung, wurde schwanger und nahm im Mai 2012 ihre berufliche Tätigkeit wieder auf. Und zwar in Form einer Zwei-Drittel-Stelle, um sich stärker um das Familienleben kümmern zu können.
Mit ihrer Vorgängerin hat sie weiterhin Kontakt, gerade auch im Karneval. Der wird in der Grundschule seit jeher groß geschrieben, mit Karnevalszug und eigenen Sitzungen. „Und Rita Manz leitet die Veranstaltungen im Saal Giersberg wie eh und je mit großem Erfolg.“ Madaus, die früher selbst bei den Bliesheimer Funkemariechen mittanzte, schätzt es, wenn Schüler Bühnenerfahrung sammeln können. „Teamgeist und Kreativität werden dadurch gefördert und schlummernde Talente entdeckt.“ In ihrer Freizeit genießt Madaus das Familienleben in ihrem Wohnort Borr, macht Handarbeit und spielt Klavier oder Gitarre.
