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WildwuchsKampf gegen den Dornenbusch

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An der Grenze zu ihrem Grundstück wuchern Birke und Dornenbusch. Die Seniorin will und kann den Wildwuchs nicht beseitigen.

Erftstadt-Liblar – „Wenn ich bei meiner Nachbarin, die gegenüberwohnt, zu Besuch bin, und anschließend bei ihr aus dem Haus komme, trifft mich jedes Mal fast der Schlag.“ Die ältere Frau schüttelt den Kopf und deutet auf einen Dornenstrauch, der neben einem Verteilerkasten der Post auf der Einmündung Am Schießendahl/Franz-Rüth-Straße wuchert. „Ich denke dann, dass meine arme Nachbarin ständig diesen Anblick ertragen muss.“

So furchtbar, schäbig und ungepflegt findet die Dame die Straßenecke. Und an diese grenzt ausgerechnet ihr Grundstück. Neben dem Dornenbusch wuchert ein Birkenbäumchen aus der Fuge der Verbundpflastersteine. Bodendecker mit strammen Ästchen und roten Beeren wachsen dort ebenfalls in den Fußgängerbereich hinein. Unkraut, herabgefallene Blätter und kleinere Sträucher bieten einen tatsächlich ungepflegten Anblick.

Mann kürzlich gestorben

„Das ist Wildwuchs vom Allerfeinsten“, schimpft die Liblarerin. Und das Schlimmste für sie ist, dass sie dafür zuständig sein soll, den Straßenbereich in Schuss zu halten. Sprich: den großen Dornenbusch samt hartnäckigen Bodendeckern und Unkraut entfernen. „Wie soll ich das denn machen?“, fragt die Seniorin. „Ich bin 80 Jahre alt. Und mein Mann ist kürzlich gestorben. Das kann mir das Grünflächenamt doch nicht einfach so aufladen.“Denn mit dem Amt habe sie bereits mehrfach telefoniert.

Ihr sei gesagt worden, sie als Grundstückeigentümerin sei für diesen Strauch verantwortlich. Man sei sogar vor Ort gewesen und habe sich die Pflanzen angeschaut. „Dabei geht mein Grundstück nur bis zum Bordstein“, sagt die 80-Jährige. „Dieser Busch hängt definitiv nicht über, sondern wächst eindeutig zwischen den Pflastersteinen aus dem Boden.“

Keine Verbindung zum Garten

In der Tat haben die wild wachsenden Pflanzen keine Verbindung zum Garten der Seniorin. Sie ranken sich um den Verteilerkasten, der mehrere Handbreit von dem Garten entfernt aufgebaut sind. Es könnten noch nicht einmal Ableger von Pflanzen aus ihrem Garten sein, da sie solche Dornenbüsche und auch keine Birke besitzt, beteuert die Grundstückseigentümerin. „Deshalb fühle ich mich nicht zuständig.“

Es sei selbstverständlich, dass sie das Herbstlaub zusammen kehrt und wegbringt. „Es soll hier doch für alle schön aussehen.“ Aber den Dornenbusch könnte sie – selbst wenn sie wollte – nicht abschneiden und entfernen. „Die Äste mit den Dornen kann man ja nicht einfach so anfassen.“ Zudem müssten die Pflastersteine angehoben und die Wurzeln darunter entfernt werden“, vermutet sie. Seitens der Stadt wird nun geprüft, wer laut Straßenreinigungssatzung für diesen Einmündungsbereich zuständig ist: die Anlieger oder die Stadt. Oftmals sind es laut Satzung nämlich die Anlieger, die die Bürgersteige und Straßenteile in Ordnung halten müssen.