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UnternehmenBundeskartellamt stimmt dem Verkauf der Fitnesskette Just Fit aus Frechen zu

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Auf dem Bild ist der Fitnessunternehmer Frank Böhme an einem Fitnessgerät zu sehen.

Frank Böhme, Gründer der Fitnessstudio-Kette Just Fit, konzentriert sich auf die Entwicklung des Konzepts „Next door“.

Der Erweb der 21 im Rhein-Erft-Kreis und Köln betriebenen Fitnessstudios wurde frei gegeben, teilt die Behörde mit.

Das Bundeskartellamt hat dem Verkauf der Frechener Fitnesskette Just Fit an die LifeFit-Gruppe, ein Portfoliounternehmen des Privat-Equity-Investors Waterland, zugestimmt. Der Erweb der 21 im Rhein-Erft-Kreis und Köln betriebenen Fitnessstudios wurde frei gegeben, teilt die Behörde mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Just Fit: Rund 45.000 Mitglieder und knapp 800 Mitarbeiter

Just Fit wurde 2002 von dem Frechener Frank Böhme (65), der als Pionier der Fitnessbranche gilt und dort seit mehr als 40 Jahren erfolgreich tätig ist, gemeinsam mit seinem besten Freund Hans Schwarzenberg, seinem Bruder Jörg und Cousin Michael gegründet. Heute gilt Just Fit als regionaler Anbieter mit rund 45.000 Mitgliedern und knapp 800 Mitarbeitern als eines der größten Fitnessunternehmen Deutschlands.

Auf dem Bild ist das Gebäude eines Fitnessstudios in einem Gewerbegebiet zu sehen.

Der Mietvertrag für die Niederlassung im Gewerbegebiet an der Bonnstraße ist ausgelaufen, das Gebäude soll abgebrochen werden.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, begründete die Entscheidung: „Die hier betroffenen Fitnessstudioketten haben so erhebliche Umsätze, dass ihr Zusammengehen in die Prüfzuständigkeit des Bundeskartellamtes fiel. Unsere Prüfung betraf dabei das Kölner Stadtgebiet, wo LifeFit und Just Fit jeweils mit einer größeren Anzahl von Studios vertreten sind. Ihre Standorte stehen insbesondere in der Kölner Innenstadt in nahem Wettbewerb zueinander. Der Zusammenschluss konnte trotzdem freigegeben werden, weil das Wettbewerbsgeschehen bei Fitnessstudios in der Kölner Innenstadt dynamisch ist und absehbar auch bleiben wird.“ Eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses sei auch mit Blick auf die wettbewerblichen Auswirkungen in der Kölner Innenstadt nicht erforderlich gewesen.

Frechen: Entwicklung des Konzepts „Next door“ soll deutschlandweit vorangetrieben werden

Seit 2020 ist der Frechener Unternehmer zudem mit dem neuen Konzept „Next door“ am Markt erfolgreich. Dies sind Fitnessstudios ohne Personal, ein Live-Coach kann dazugeschaltet werden. Die Entwicklung der Kette soll laut Böhme deutschlandweit vorangetrieben werden. Diese Pläne würden den Abschied von dem Lebenswerk, ihrem „großen Baby Just Fit“, erleichtern, erklärt der Fitnessunternehmer.

Hinzu kommt: Die Halle des rund 5500 Quadratmeter großen Standorts an der Bonnstraße, eine ehemalige Tennishalle, soll abgebrochen werden. Dorthin war Böhme mit seinem ersten Fitnessclub 1992 umgezogen. „Vier Jahre lang haben wir um den Standort gekämpft, der Erbpachtvertrag des Vermieters wurde nicht verlängert“, bedauert Böhme. Es sei die Geburtsstätte seines Erfolges, die damals komplett in Eigenleistung der Familie entstanden sei. Nun sei dort Ende dieses Jahres Schluss, das Studio müsse trotz aller Bemühungen geschlossen werden.

Und noch weitere Veränderungen wird es in Frechen geben: Der Sitz der Firmenzentrale an der Ernst-Heinrich-Geist-Straße wird umstrukturiert. Die Zentrale ziehe aus, die Sportfläche des dort ansässigen Studios werde vom neuen Eigentümer ausgebaut und mehr als verdoppelt, so Böhme.