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Trotz HaushaltslochDarum ist die Internationale Grafik-Triennale 2027 in Frechen gesichert

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Auf dem Bild sind Ausstellungsbesucher von oben zu sehen.

Es hat sich längst herumgesprochen, dass es bei der Internationalen Grafik-Triennale immer viel zu entdecken gibt. Entsprechend groß war der Andrang 2024 bei der Vernissage im Frechener Stadtsaal.

Die 21. Ausgabe der international renommierten Ausstellung wird von der Stadt doch mit bis zu 19.500 Euro gefördert. 

Die international renommierte Grafik-Triennale Frechen kann auch im Jahr 2027 wieder stattfinden. Mit Sorgen hatten die Organisatoren des Frechener Kunstvereins auf ihr Projekt geblickt: Angesichts der desolaten Finanzlage der Stadt und des drohenden Haushaltssicherungskonzept fürchteten sie um die städtischen Zuschüsse, ohne die sich die beliebte und in Fachkreisen anerkannte Kunstausstellung mit Preisverleihungen nicht realisieren lässt.

Doch nun gibt es Entwarnung – die Finanzierung ist gesichert. Mit einer Enthaltung stimmte der Schul- und Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür, dass die Triennale im Jahr 2027 durchgeführt wird und der vertraglich vereinbarte Zuschuss in Höhe von maximal 19.500 Euro an den Kunstverein auszuzahlen ist. 

Frechen: 414 Bewerber aus 46 Ländern für die Triennale

Die Deutsche Internationale Grafik-Triennale wird seit 1970 vom Kunstverein ausgerichtet – bis 1980 fand sie als Biennale alle zwei Jahre statt, seitdem als Triennale alle drei Jahre. Im Jahr 2027 wird die Ausstellug nun zum 21. Mal organisiert.Sie gilt als „Schaufenster internationaler Kunstgrafik“ und informiert über die aktuelle künstlerische Entwicklung weltweit in dem Genre.

Im Jahr 2024 hatten sich 414 Künstlerinnen und Künstler aus 46 Ländern hatten um die Teilnahme beworben, 55 Teilnehmende aus 22 Ländern wurden schließlich von einer Fachjury für die rund dreiwöchige Ausstellung im Stadtsaal ausgewählt. Knapp 1100 Besucherinnen und Besucher kamen. Es gab drei Preisträger, einen Förderpreis für junge Künstler, einen Publikumspreis sowie ehrenvolle Erwähnungen. 

Auf dem Bild sind die drei Preisträgerinnen der Triennale 2024 zu sehen.

Ausgezeichnete Grafikerinnen: Die Werke von Majla Zeneli, Kristin Grothe und Bettina van Haaren (v.l.) fanden bei der Triennale-Jury im Jahr 2024 den größten Anklang.

Insgesamt belaufen sich die vom Kunstverein veranschlagten Kosten für die Ausstellung für 2027 auf 47.800  Euro, davon werden durch Sponsoren rund 12.300 Euro abgedeckt. 5000 Euro werden aus Verkäufen von Werken, 4000 Euro aus Teilnehmerbeiträgen sowie 1500 Euro aus dem Verkauf des Katalogs erwartet. Zudem steuert der Verein Eigenmittel und den Überschuss vom vergangenen Mal dazu.

Kunstverein kann den Stadtsaal unentgeltlich nutzen

Der städtische Zuschuss von maximal 19.500 Euro ist trotz der schwierigen Finanzlage der Stadtkasse möglich: Eigentlich stellt die Gewährung von Zuschüssen an Dritte haushaltsrechtlich eine freiwillige Leistung der Kommune dar und ist damit im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung, in der sich Frechen akut befindet, unzulässig, da sie weder rechtlich verpflichtend noch zur Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind.

Aber: „Da die Maßnahme auf einer vor der vorläufigen Haushaltsführung geschlossenen vertraglichen Bindung beruht, fällt sie unter den Ausnahmetatbestand des § 82 Abs. 1 Nr. 1 GO NRW und ist somit zulässig“, erläutert die Verwaltung

Zudem stellt die Stadt dem Kunstverein den Stadtsaal für den Ausstellungsbetrieb einschließlich der erforderlichen Auf- und Abbauzeiten aufgrund der Kooperationsvereinbarung unentgeltlich zur Verfügung. Ein Verwendungsnachweis über den gesamten Dreijahreszeitraum der Förderung ist nach Abschluss der Veranstaltung vorzulegen, nicht verwendetes Geld ist an die Stadt zurückzuerstatten.

Die Grafik-Triennale gilt laut Verwaltung als ein bedeutendes kulturelles Aushängeschild und trage wesentlich zur überregionalen Wahrnehmung des Kulturstandorts bei. Der Kunstverein habe die vergangenen Triennalen jeweils wirtschaftlich und mit großem Engagement durchgeführt.