Pumpen und Zubehör im Wert von rund 190.000 Euro wurden von der Baustelle gestohlen. Die Stadt stellt August als Eröffnungstermin in Aussicht.
SanierungDarum muss die Eröffnung des Terrassenfreibads in Frechen erneut verschoben werden

Bei der Sanierung des Terrassefreibads kommt es erneut zu Verzögerungen. (Archivbild)
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Die Negativserie der Sanierung des beliebten Terrassenfreibades bekommt ein weiteres Kapitel: Auf der Baustelle wurden bereits im Oktober die neuen Pumpen und weiteres Zubehör im Wert von rund 190.000 Euro gestohlen. Die Verwaltung klärt aktuell noch rechtliche und organisatorische Fragen. Fest steht aber bereits jetzt, dass der avisierte Eröffnungstermin im Frühjahr dieses Jahres nicht eingehalten werden kann – er muss nun bereits zum vierten Mal verschoben werden. Voraussichtlich im August soll laut Stadt der Betrieb in dem Schwimmbad nun wieder starten.
Unerfreuliche Nachrichten, aber Ziel bleibt weiterhin die Wiedereröfffnung zur Freibadsaison in diesem Jahr
Auch Bürgermeister Uwe Tietz (SPD) spricht von „unerfreulichen Nachrichten“ und versichert: „Ziel bleibt weiterhin die Wiedereröffnung des Terrassenfreibades zur Freibadsaison in diesem Jahr.“ Es sei ihm ein Anliegen, die Öffentlichkeit und die Politik frühzeitig und transparent über den aktuellen Sachstand zu informieren. In einer Vorlage für die Ratssitzung am Dienstag, 27. Januar, schildert die Verwaltung die unglücklichen Vorgänge der vergangenen Monate. FDP und Grüne hatten bereits vorab für den Sportausschuss im Februar einen Antrag gestellt und „dringende Informationen“ zum Eröffnungstermin gefordert.
Frechen: Kosten stiegen bereits von 2,1 auf 13,9 Millionen Euro
Das Freibad, das in seiner letzten Saison rund 43.000 Besucher anzog, ist seit Mai 2023 geschlossen und wird saniert. Immer wieder tauchten neue Mängel auf, die ursprünglich auf 2,1 Millionen Euro geschätzten Kosten sind mittlerweile auf 13,9 Millionen Euro gestiegen. Der eigentlich geplante Wiedereröffnungstermin Mai 2025 musste bereits viermal verschoben werden, das Bad war die letzten drei Sommer geschlossen.
Bereits vor den Diebstählen, die mittlerweile die Polizei und Juristen beschäftigen, war es im April 2025 zu einem Eklat gekommen: Wegen mangelhafter Leistung kündigte die Stadt dem beauftragten Architekturbüro und konnte erst Mitte Juli 2025 ein neues Büro mit den Restarbeiten beauftragen – eine weitere Verzögerung von rund 2,5 Monaten.
Insider werden als Täter des Diebstahls vermutet
Die neuen Architekten stellten Mängeln in den zuvor erbrachten Planungen fest, Umplanungen und Zusatzleistungen brachten den Zeitplan erneut in Verzug. Zudem ging das mit den Fliesenarbeiten betreute Unternehmen in die Insolvenz, eine neue Firma wurde im Juli 2025 beauftragt, wieder ging Zeit verloren.
Der Diebstahl brachte die Terminschiene endgültig ins Schleudern: Die betroffenen Baufirmen erstatteten Anzeige bei der Polizei und meldeten einen Schaden von rund 190.000 Euro. Dem Vernehmen nach wurden die Pumpen und das Zubehör mit einem Lkw abtransportiert, es soll sich bei den Tätern um Insider gehandelt haben. Seit Mitte Dezember sei nun eine Bauüberwachung installiert, teilte Tietz mit.
Externe Rechtsberatung beauftragt
Im ersten Schritt nach dem Diebstahl hätten sich zunächst die Fragen der Kostenübernahme durch Versicherungen sowie die Klärung des weiteren Vorgehens mit den verschiedenen Firmen gestellt, berichtet die Verwaltung. Zwei Unternehmen hätten in einer Baubesprechung Mitte Dezember eine Nachbestellung der gestohlenen Materialien auf eigene Kosten abgelehnt und ihre Tätigkeiten auf der Baustelle eingestellt.
Vor dem Hintergrund der langen Lieferzeiten für neue Pumpen (rund 12 Wochen) und der damit verbundenen Verschiebung des Eröffnungstermins auf voraussichtlich August habe es Anfang Januar einen Termin mit dem Bürgermeister, der Technischen Beigeordneten Magdalena Pötschke und weiteren zuständigen Mitarbeitern gegeben, teilt die Stadt mit. Dort sei eine externe Rechtsberatung beschlossen worden – die Kölner Kanzlei CBH wurde beauftragt.
Die Rechtsexperten hätten Mitte Januar mitgeteilt: „Die einzelnen Auftragnehmer bleiben mangels Abnahme und Gefahrenübergang verpflichtet, den werkvertraglichen Erfolg herbeizuführen.“ Das heißt, die Firmen wären verpflichtet, die gestohlenen Baumaterialien neu zu beschaffen. Aufgrund deren Weigerung seien diese nun per Anwaltsschreiben dazu bis 27. Januar aufgefordert worden.
Rechtlich nicht eindeutig sei, wer die Kosten dafür zu tragen habe, so die Stadt. Die weitere Abstimmung erfolge nun je nach der Reaktion der Firmen, über die Entwicklung soll in der Sitzung des Sportausschusses am 19. Februar berichtet werden.
Nicht in Gefahr ist die Förderung über 1,5 Millionen Euro vom Land NRW für die Sanierung. Sie ist zeitlich an eine Fertigstellung gebunden und konnte erneut von der Stadt bei der Bezirksregierung verlängert werden.
Explodierte Kosten und verzögerte Eröffnungen
Im Mai 2023 wurde das Freibad für die Sanierung geschlossen, es sollte im Mai 2025 wieder eröffnet werden.
Im November 2024 informierte die Stadt, dass das Bad voraussichtlich erst im Juli 2025 fertig würde.
Im April 2025 wurde bekannt, dass das Bad doch weiterhin geschlossen bleiben muss, die Eröffnung wurde für Frühjahr 2026 terminiert.
Aktuell ist August 2026 als Termin der Wiedereröffnung vorgesehen.
Im November 2019 wurden die Kosten noch auf 2,1 Millionen Euro geschätzt. Um rund vier Millionen Euro erhöhten sie sich durch die Sanierung der Technik. Um rund drei Millionen Euro durch die Verkleidung der Becken in Edelstahl.
Im November 2025 wurden weitere Kosten von 2,2 Millionen Euro bekannt, so dass die bis dahin kalkulierten Gesamtkosten von 11,7 Millionen auf 13,9 Millionen Euro stiegen. Es gibt eine Förderung von 1,5 Millionen Euro vom Land NRW. (aj)

