Auch junge Talente bekommen eine Chance, sich zu präsentieren.
SommerpicknickSo bunt war der Keramik- und Vintagemarkt im Keramion in Frechen

Der Blick vom Inneren auf die Marktstände im Garten des Keramions.
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Man muss sich den Weg ins Innere erarbeiten und die zunächst etwas düster anmutende Terrasse und die dunkel gehaltenen Keramikwände hinter sich lassen, bevor man den lichtdurchfluteten, hellen Innenraum des Frechener Keramions betritt. Hinter der organischen Architektur, die an eine Töpferscheibe erinnert, lässt sich durch die Fenster ein großzügiger Garten erahnen. „Der Garten ruft nach Picknick“, erzählt Christine Otto, die mit Klaus Gutowski die Doppelspitze der Museumsleitung im Keramion besetzt.
Frechen: Chancen für neue Talente in der Keramikszene
Sie haben seit 2024 einen Tag im Jahr auserkoren, um zum Sommerpicknick, Vintage- und Keramikmarkt einzuladen, so auch am vergangenen Sonntag. „Wir wollen neuen Talenten eine Chance geben, sich zu präsentieren und für alle die Hürde niedrig halten“, ergänzt Klaus Gutowski. Tatsächlich werden die Marktstände im Garten alljährlich mehr. Bei frischen Waffeln und sanften Jazzklängen lässt es sich wunderbar stöbern und feilschen.
Eine, die sich in ihrem Fach besonders gut auskennt, ist Angelika Jansen. Sie verkauft an ihrem Stand Studiotöpferwaren und Serien, insbesondere aus den 1950er-Jahren, der „Nierentischzeit“, in der besonders farbenfrohe Keramik entstanden ist. „Nach den dunklen Kriegsjahren sehnte man sich nach bunten Farben“, erklärt Jansen.
Viel Erfahrung mit Techniken Materialien
Sie sammelt seit geraumer Zeit Keramiken verschiedenster Techniken und Ausführungen. Steinzeug, Terra Sigilata, Porzellan, Teeschalen, Kännchen und Vasen. Kommt man mit Angelika Jansen ins Gespräch, wird deutlich, wie viel Erfahrung in Technik, Material, aber auch kulturhistorisches wie chemisches Wissen in diesem Fachgebiet zusammenkommen.

Vor der Architektur des Keramions: Keramikerin Angelika Jansen sammelt seit rund 45 Jahren Keramik, nun ist es Zeit für die eigenen Arbeiten Platz zu schaffen.
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Jansen, die in Krefeld ihr Studium der Keramik absolvierte, kommt seit über 45 Jahren nicht von der Keramik weg. „Mit den eigenen Händen etwas zu bilden, ist etwas Besonderes“, schwärmt sie. Nach den Jahren der Sammelleidenschaft versucht die Keramikerin nun ihre Sammlung zu reduzieren, um mehr Platz für ihre eigenen Arbeiten zu schaffen. Jansens Lieblingstechnik ist die japanische Raku-Technik: In Feuer und Rauch entstehen Unikate, die der Willkür der Elemente und der Natur überlassen werden.
Die Keramikerin Sarah Daub, die eigentlich aus dem Textil- und Grafikdesign kommt, fertigt hingegen von der Natur inspirierte Vogelkannen, doch auch eine collageartige Technik mit bunten Mustern hat es ihr angetan: „Das Schöne ist, etwas mit den eigenen Händen zu formen, anstatt nur in den Computer zu starren“, sagt sie. Und auch die nächste Generation findet Gefallen: Neben dem Waffelstand tummelt sich der Nachwuchs beim „Kindertöpfern“.
