Die Übergabe vom Investor an die Polizei des Rhein-Erft-Kreises ist für 30. Juni geplant.
20 Millionen EuroSo sieht die neue Polizeiwache in Frechen aus – Einzug bis Ende September

Erster Polizeihauptkommissar Paul Eisenbarth ist Geschäftsführer für die Neubauprojekte der Polizei im Rhein-Erft-Kreis.
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Ein bisschen ist es auch jetzt schon die Polizeiwache von Paul Eisenbarth. Als Erster Polizeihauptkommissar ist er Geschäftsführer für die Neubauprojekte der Polizeiwachen im Rhein-Erft-Kreis. Drei Neubauprojekte – in Bergheim, Erftstadt und Brühl – hat er bereits bis zur Übergabe der Investoren an die Mieter – also die Polizei – begleitet.

Blick vom Wachleiter in die Wache - bis vorne zur Empfangstheke.
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Mit der vierten neuen Polizeistation im Kreis in Frechen an der Johannesstraße ist seine Arbeit als Geschäftsführer bald getan. Pünktlich und genau 24 Stunden, bevor er am 1. Juli 2026 im Alter von 62 Jahren und nach 46 Dienstjahren in den Ruhestand geht, ist am 30. Juni die Übergabe der Wache vom Investor an die Polizei des Rhein-Erft-Kreises geplant. Der Einzug der Polizeiwache soll spätestens Ende September abgeschlossen sein.
Der Bauherr investiert nach eigenen Angaben etwa 20 Millionen Euro, das Land NRW hat einen langfristigen Mietvertrag über 15 Jahre abgeschlossen. Entwickelt und gebaut wird die neue Polizeiwache von der Osmab Holding AG in Kooperation mit der Goldoct Real Estate GmbH. „Wir liegen richtig gut im Zeitplan“, betonte Arne Heager, der als Vertreter des Investors gekommen war. Gleiches hob aber auch Eisenbarth hervor, als sich Landrat Frank Rock bei einer Stippvisite die Fortschritte am Neubau der Frechener Wache ansah.
Frechen: Landrat Frank Rock besuchte die Baustelle
Als Chef der Polizei im Rhein-Erft-Kreis sei ihm schließlich ganz besonders daran gelegen, dass alle seine etwa 800 Polizeibeamte im Landkreis auch ein vernünftiges Arbeitsumfeld haben. Und mit der Fertigstellung der neuen Wache in Frechen sei dieses Ziel seiner Meinung nach auf jeden Fall auch erreicht.

Der Schriftzug über dem Eingang ist schon montiert - noch aber hängen auch Kabel aus der noch nicht verkleideten Überdachung.
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Rock geriet richtig ins Schwärmen, als er über die Baustelle spazierte. Ihm gefiel die äußere, eher schlichte und gradlinige Architektur des Gesamtkomplexes genauso wie das funktional durchdachte, aber auch optisch ansprechende Innenleben des Gebäudes — die bewusst drei Meter hohen Zimmerdecken mit Tageslichtlampen im Erdgeschoss und die vielen hohen Fenster, die mit für die luftige, leichte und helle Atmosphäre in den Zimmern sorgen.
Sie hat auch den Vorteil, dass es schon einer besonderen Kraftanstrengung braucht, darüber zu klettern
Noch hängen allerdings auch Kabel aus der Decke, es riecht ein bisschen nach Baustaub und die Fliesen, die Teppichböden und der Naturkautschuk-Bodenbelag sind, um nicht schmutzig zu werden, an den meisten Stellen abgedeckt. Wie in allen neuen Polizeiwachen im Rhein-Erft-Kreis bekommt auch die Wache in Frechen die lange, schwungvoll gestylte und exakt 1,23 Meter hohe Theke, die auf der Wache den Besucherbereich vom Arbeitsbereich der Beamten trennt. „Sie hat auch den Vorteil, dass es schon einer besonderen Kraftanstrengung braucht, darüber zu klettern“, erklärte Ulrike Heimbüchel. Sie ist Projektleiterin für alle Neubauten der Polizei im Rhein-Erft-Kreis.
„Diese Theke wurde vor zwei Wochen so wie sie hier steht am Stück geliefert“, berichtete dann Aldijana Kolic. Der Einbau sei wirklich eine Millimeterarbeit gewesen. „Aber es passte“, sagte sie. Kolic ist geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Goldoct.
60 Parkplätze für die Mitarbeiter und die Einsatzfahrzeuge
Richtig ernüchternd wirken tatsächlich nur die Zellen, die ebenfalls im Erdgeschoss an der rückwärtigen Seite des Neubaus entstehen. Die Fenster dort sind milchig, die Toiletten aus Edelstahl und die Liegen gemauert. „Gebaut werden hier zwei Zellen und ein Gewahrsamsraum“, erklärte Eisenbarth. Der Gewahrsamsraum sei anders als die Zellen mit einer speziellen Liege ausstaffiert, die es den Beamten ermöglicht, die Menschen im Notfall auch zu fixieren. Insgesamt misst der Neubau knapp 2400 Quadratmeter und damit rund 500 Quadratmeter mehr, als die alte Polizeiwache in Frechen.
„Und statt der bisher 15 Stellplätze bekommen wir hier 60 Parkplätze für die Mitarbeiter und die Einsatzfahrzeuge“, berichtete Eisenbarth. Als eine weitere Besonderheit beschrieb Kolic die Tiefgarage, die eine Deckenhöhe von drei Metern habe. Um auch die Fläche darüber optimal zu nutzen, wird ihre Decke in den kommenden Wochen so aufgebaut, dass auch Lastwagen darüberfahren können.
