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Frechener WasserturmSanierung in schwindelnder Höhe

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Weil die Fugen porös geworden sind und Feuchtigkeit eindringt, muss der Industriekletterer Kevin Hotton sie hoch über dem Boden mit einem Seil gesichert ausbessern.

Frechen – Er wacht wie ein Leuchtturm über Frechen – der Wasserturm ist eines der Wahrzeichen der Stadt und von überall gut sichtbar. Noch besser sehen kann man allerdings von der Balustrade des Wasserturms selbst. Wenn man die rund 180 Stufen hochgeklettert ist. Von dort kann man nicht nur die Spitzen des Kölner Doms sehen, sondern bei klarer Sicht bis zum Bergischen Land

Der Turm wurde 1906 erbaut und ist inzwischen nur noch von außen denkmalgeschützt. In seinem Inneren sind auf sieben Stockwerken drei Wohnungen ausgebaut. Aber einige Anwohner der Straße am Wasserturm im Stadtteil Grube Carl können sich noch daran erinnern, als der Turm als Reservoir für Wasser gedient hat und sie oben in dem Wasserkessel schwimmen waren, erzählt Turmherrin Renate von Sperber.

Zusammen mit der ehemaligen Fußballtrainerin der Frauennationalmannschaft Tina Theune und einer dritten Partei ist sie seit 2007 Turmherrin. In diesem Jahr fingen sie mit einer Großsanierung hat, die notwendig geworden war. Efeu hatte sich an der Wetterseite des rund 35 Meter hohen Turms hochgerankt und das Mauerwerk zerstört. „Unten war das Efeu bis zu zwei Meter breit gewuchert“, berichtet von Sperber.

Mauerwerk ausgebessert

Fassadenkletterer der Bremer Firma Rope Access Solutions kappten zuerst die Kletterpflanzen in schwindelnden Höhen und besserten dann das Mauerwerk aus. Auf diesem Wege trat auch zutage, dass das hartnäckige Grün den Blitzableiter komplett aus seiner Verankerung gelöst hatte, sodass er erneuert werden musste. Allein dieser kostetet die Turmherren 10 000 Euro. Auch die Dachfolie auf musste erneuert werden. Insgesamt beliefen sich die Kosten für Sanierungsarbeiten auf rund 75 000 Euro.

Zudem waren die Spannringe, die den Turm wie ein Korsett umgeben, damit die Mauern der ehemals tonnenschweren Last des Wassers standhielten, gerostet und mussten sandgestrahlt und anschließend mit Korrosionsschutz gestrichen werden. Eine große Gefahr stellten die Betonbrocken dar, die von der Dachkonstruktion des Turmes bröckelten. Dieser musste ausgebessert werden.

Noch ein zweites Mal mussten die Fassadenkletterer in diesem Jahr anrücken. Denn der Mörtel in den Fugen zwischen den Backsteinen war auch durch das Efeu wasserdurchlässig geworden. „Die Fugen sind so porös, dass das Wasser durchdrückt und es innen feucht wird“, erläutert Industriekletterer Thomas Grögel. Sein Mitarbeiter Kevin Hotton saß deswegen auf einem Brett mit einem Seil gesichert hoch oben am Mauerwerk und verspachtelte die Fugen.

Wohnen ohne Ecken

Denn neben der außergewöhnlichen Architektur ist der Wasserturm vor allem zum Wohnen eine kleine Attraktion, wie die Bewohnerin Tina Theune erklärt, die sie unbedingt solange wie möglich erhalten möchte: „Es ist nicht nur das Wohnen ohne Ecken, sondern auch, dass von allen Seiten Licht in den Raum fällt – das macht es im Sommer auch angenehm warm.“ Wer ähnlich in schwindelnder Höhe leben will, sollte wissen, dass die obersten drei Geschosse mit 223 Quadratmetern Wohnfläche zu verkaufen sind.