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Gastronomie in FrechenEinstein’s-Wirtin gibt die Schürze ab

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Die geschlossenen Fensterläden lassen es schon erahnen, bald öffnet sich das letzte Mal die Tür im Einstein’s: Wirtin Renate Reinert.

Frechen – Ein wenig verloren steht Petra Reinert zwischen Kerzenständern, Bierwerbungstafeln und Stapeln von Servierten. Aber sie lächelt. Immerhin waren diese Schankräume, auf dessen Tischen sich nun ausrangiertes Kneipeninventar stapelt, ihre zweite Heimat. „25 Jahre stand ich hier hinter dem Tresen – manchmal fast 100 Stunden die Woche“, sagt sie. Die Wirtin des Café Einstein’s, das sie zusammen mit Heinz Bühr vor 26 Jahren gegründet hat, inzwischen zusammen mit Klaus Kaulen gepachtet und seit 1996 alleine geführt hat, packt zusammen. Damit wird die Kneipe, die für viele eine Institution war im Frechener Nachtleben, die Musiker wie Musikliebhaber über Jahren anzog, so dass daraus wiederum neue Bands entstanden, bald für immer seine Tür schließen. Das Eckhaus aus dem Jahr 1898 mit dem Biermännchen unter dem Giebel und einer Gastwirtschaft seit 1907 im Erdgeschoss wird dann keine Theke mehr haben.

Zierlich, aber zupackend

Zwar wäre der Pachtvertrag sowieso im nächsten Jahr ausgelaufen und das Einstein’s damit Geschichte gewesen, doch dann kam das Ende doch plötzlicher als erwartet – „das ging rubbeldidupp“, so Petra Reinert. Der Grund: Pächter Kaulen hat unverhofft die „Alte Schmiede“ von 1906 in Varel in Ostfriesland erworben, ein Gasthaus mit Ferienwohnungen will sie renovieren – „ein absoluter Traum“, sagt Petra Reinert, die ihm dahin folgen möchte. „Seit dem Nichtraucherschutzgesetz ist eine Kneipe ein teures Hobby geworden und in Ostfriesland stehen die Aschenbecher noch auf jedem Tisch“, sagt sie.

Für Petra Reinert, die eigentlich aus Köln stammt, geht damit auch ein Lebensabschnitt zu Ende. „Ich packe hier ein mit sehr viel Wehmut. In all den Jahren haben sich fast familiäre Verbindungen ergeben“, erzählt sie. Seit 1987 hat die zierliche, aber zupackende Wirtin im Einsteins die Küche und Theke geschmissen – inklusive des berühmten argentinischen Steaks auf heißem Stein, der der Kneipe den Namen gegeben hat. Auch für die Stammgäste wiegt der Verlust schwer. Ein Gästebuch mit Kontakten soll die geknüpften Bande weiterführen, damit das Einstein’s auch in Zukunft mit seinen Stammgästen verbunden bleibt. Die haben schon angekündigt die „Alte Schmiede“ im hohe Norden zu besuchen. Auch die Internetseite der Frechener Kultkneipe soll erhalten bleiben. Und die Musikliebhaber dürfte zumindest teilweise trösten, dass die „Blues-Session“ eine neue Heimat in dem nur wenige Meter weiter gelegenen „Zeiler’s“ gefunden hat.

Aber Petra Reinart grämt sich nicht, sie sieht hoffnungsvoll in die Zukunft: „Die Zeit der Schürze ist vorbei. Es ist das erste Mal seit 30 Jahren, dass es mal um mich geht, ich bin gespannt.“

Die wertvollsten Dinge muss sie sowieso nicht verpacken. Ihre schönsten Erinnerungen sind die ungeplanten, unverhofften Augenblicke, die spontanen Bandgründungen – wie Grappa ante Portas, Reibekuchen-Band oder Schlesinger. Das singende Personal. Oder der Geburtstag, als eigentlich Ruhetag war und die Stammgäste Petra Reinert mit einem Konzert überraschten. Die Musik war immer die feste Konstante im Einstein’s. „Ich finde immer noch in Schubladen irgendwelche Noten“, sagt sie lachend. Thank you for the music, Einstein’s.