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Sportstätte HerbertskaulStadt Frechen nennt Gründe für Hallenschließung

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Die Sporthalle Herbertskaul in Frechen-Königsdorf

Die Sporthalle Herbertskaul wurde am vergangenen Freitag von der Stadt geschlossen, weil sie schmutzig und ungereinigt von TuS Königsdorf verlassen worden war, so die Stadt.

Nach der Schließung der Sporthalle Herbertskaul nennt die Stadt die Gründe. Die Halle war demnach schmutzig und klebrig verlassen worden. 

Die Entscheidung der Stadt, mit der Halle Herbertskaul die Interimsspielstätte für die Handballer des Sportvereins TuS Blau-Weiß Königsdorf für eine Woche von heute auf morgen zu sperren, zieht weitere Kreise. Diese Maßnahme, die die Stadt mit wiederholter Verschmutzung der Halle begründete, sei absolut unangemessen, betonte am Montag in einem Telefonat mit dieser Zeitung der Vorstandsvorsitzende des Sportvereins, Gerd Koslowski.

Wie die Handballabteilung mitteilt, habe man davon am Freitagmittag per E-Mail aus der Sportverwaltung erfahren. Den dringlichen Bitten eines Widerrufs sei nicht entsprochen worden. Am Wochenende mussten zum Enttäuschen zahlreicher Kinder die geplanten Weihnachtsfeiern abgesagt werden, angesetzte Spiele fielen aus.

Stadt Frechen nennt Gründe für Hallenschließung

Man müsse das auch vor dem Hintergrund betrachten, so Koslowski, dass die beiden anderen Königsdorfer Sporthallen seit Monaten wegen der Flüchtlingsbelegung und Sanierung für den Sport ausfallen. So seien bereits die rund 2400 Mitglieder des Vereins auf andere Räumlichkeiten ausgewichen. Koslowski kritisierte weiter, dass es seitens der Verwaltung kein Angebot für einen Ortstermin gegeben habe, um die Position darzustellen.

Auch aus der Sicht des Stadtsportverbandes, dessen Vorsitzender Koslowski ist, findet er „diese Verhaltensweise der Stadt in der Form und in der Sache unverhältnismäßig“. Zumal die Halle an jedem Abend in der Woche, außer dienstags, und an jedem Samstag und oder Sonntag, an dem Spiele stattfinden, gereinigt werde.

Da bei den höheren Klassen die Handballspieler üblicherweise Harz für eine bessere Ballkontrolle verwenden, seien vom Sportverein dafür eigens professionelle Reinigungskräfte engagiert und eine spezielle Reinigungsmaschine angeschafft worden, berichtete der Sportvorstand. „Falls doch mal Rückstände bleiben, das möchte ich gar nicht ausschließen, sind wir immer ansprechbar, um das zu bereinigen.“

Reste von klebrigem Harz sind auf dem Hallenboden zu sehen.

Reste von klebrigem Harz sind auf dem Hallenboden. Laut Stadt hätte der Handballverein die Halle reinigen müssen.

Am Montagabend meldete sich die Stadt und schilderte die Schließung aus ihrer Sicht. Am Freitag sei als Konsequenz einer wiederholt nicht ordnungsgemäßen Reinigung (Harzentfernung) die Sporthalle für die Handballabteilung des TuS Blau-Weiß Königsdorf gesperrt worden. In den zurückliegenden Wochen sei es wiederholt vorgekommen, dass die Halle nicht gründlich und nicht vertragsgemäß durch den Verein gereinigt worden sei.

Diese Mängel seien regelmäßig Anlass zur Nachreinigung gewesen, was wiederum zu erheblichen Einschränkungen für andere Vereine geführt habe. An einigen Tagen sei die Verschmutzung so massiv gewesen, dass kein Schulsport habe durchgeführt werden können. Hierzu habe es mehrere aufklärende Gespräche mit Beteiligten und Verantwortlichen des Vereins gegeben.

Stadt wies Verein im Dezember auf  Verschmutzung und Konsequenzen hin

Im Dezember 2022 wurde der Verein darüber unterrichtet, dass eine wiederholte Mängelleistung Konsequenzen nach sich ziehen werde. Nachdem am Freitag durch städtisches Personal festgestellt wurde, dass die Halle erneut nicht ordnungsgemäß gereinigt wurde, entschlossen sich Verantwortliche der Stadtverwaltung zur Sperrung. Dass durch die Sanktionierung die Mitglieds-Kinder der Handballabteilung in Mitleidenschaft gezogen wurden, bedauert Bürgermeisterin Susanne Stupp. Die Kinder konnten nicht das Training mit den 3. Herren durchführen.

Stupp: „Hierfür entschuldige ich mich bei Kindern und Eltern des Vereins gleichermaßen“, sagte die Bürgermeisterin. „Die Kinder waren unnötigerweise die Leidtragenden dafür, dass Erwachsene ganz offensichtlich nach einer Trainingseinheit nicht die verabredete Reinigungsleistung erbracht haben.“

Stadtverwaltung will sich mit Vereinsvertretern zusammensetzen

Jetzt will sich die Stadt mit Verantwortlichen des Vereins zusammensetzten. Unterdessen hat der Vorsitzende des Betriebsausschusses für den Freizeit- und Bäderbetrieb und Sport, Kai Uwe Tietz, gefordert, das Thema der Sporthallen-Sperrung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung am 22. Februar zu setzen und die Verwaltung diesbezüglich um einen Sachstandsbericht gebeten. Das hält auch der Fraktionsvorsitzender der „Perspektive für Frechen“, Dieter Zander, für „dringend erforderlich“.

Die Fraktion erachtet es, „als unerlässlich, mit den Verantwortlichen des TuS Königsdorf sowie des Stadtsportverbandes eine umgehende Lösung zu suchen.“ Über den Einzelfall hinaus sollte für derartige Szenarien mit den betroffenen Sportvereinen eine abgestimmte Vorgehensweise installiert werden, denn insbesondere die auf Sporthallennutzungen angewiesenen Vereine hätten beim Trainings- und Spielbetrieb angesichts der anderweitigen Hallenbelegungen und Sanierungsmaßnahmen sehr stark mit diesen Einschränkungen zu kämpfen.