Die Partei fordert historische Sensibilität am 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, und legte einen Kranz an der Gedenkstätte in Frechen nieder.
Vor 80 Jahren endete der KriegBSW Rhein-Erft hält Datum von Bundeswehrübung für instinktlos

Kritik an dem Startdatum der bundesweiten Bundeswehr-Übung kommt vom Kreisverband Rhein-Erft des BSW. (Symbolbild)
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Deutliche Kritik an dem Startdatum (8. Mai) der deutschlandweiten Bundeswehr-Übung „Gelber Merkur 2026“ übt der Kreisverband Rhein-Erft des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW): Unter dem Titel „Gedenken statt Gewehrschüsse“ fordert das BSW „historische Sensibilität am Tag der Befreiung“.
Frechen: BSW spricht von „historischem Instinktverlust“
Am Freitag (8. Mai) jährt sich die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 81. Mal – es sei der Tag der Befreiung, ein Tag des stillen Gedenkens und der historischen Mahnung, so das BSW. Dieser symbolträchtige Tag des Friedens werde durch den zeitgleichen Start der Bundeswehr-Übung überschattet. Auch im Rhein-Erft-Kreis trainierten ab diesem Tag Soldaten im öffentlichen Raum, was auch den Einsatz von Platzpatronen einschließe, erläutert die Partei.
Es geht uns nicht um eine grundsätzliche Kritik an der Landesverteidigung, sondern um historische Sensibilität.
Peter Singer, Parteivorsitzender des BSW Frechen, erläutert: „Es geht uns nicht um eine grundsätzliche Kritik an der Landesverteidigung, sondern um historische Sensibilität. Dass ausgerechnet am Tag der Befreiung – dem Symbol für das Ende von Krieg und Tyrannei – eine groß angelegte bundesweite Militärübung in unseren Regionen beginnt, zeugt von politischem und historischem Instinktverlust und spiegelt die Lage unseres Landes wieder.“
Man muss nicht über jeden Stock dieser Linken springen
Echte sicherheitspolitische Vernunft beinhalte auch den Respekt vor unserer Erinnerungskultur, so Singer weiter: „Wir treffen uns bewusst zum stillen Gedenken, anstatt die Normalisierung des Kriegshandwerks im zivilen Alltag hinzunehmen.“ Vertreter der Partei haben daher in Frechen an der Zentralen Gedenkstätte für die Opfer von Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft (Ecke Matthiasstraße/Franz-Hennes-Straße) feierlich einen Kranz niedergelegt. Der Ort mahne eindringlich an das Schicksal der rund 2000 Menschen, die während der NS-Diktatur in Frechen Zwangsarbeit leisten mussten, so das BSW.

Peter Singer ist Parteivorsitzender des BSW Frechen.
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Auf die Nachfrage, ob der Zeitpunkt der Übung angesichts des Jahrestags des Kriegendes vor 81 Jahren gut gewählt sei, sagte der Brühler CDU-Politker Gregor Golland, das eine habe mit dem anderen nichts zu tun. Der stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion, Vizeparteichef in Rhein-Erft und Oberst der Reserve der Luftwaffe teilte mit: „Man muss nicht über jeden Stock dieser Linken springen. Die Soldaten der Bundeswehr verteidigen unser Land, unsere Freiheit und unsere Demokratie. Sie sind jederzeit und überall willkommen.“
Der Gelbe Merkur 2026 im Rhein-Erft-Kreis
Vom 8. bis zum 22. Mai ist auch im Rhein-Erft-Kreis damit zu rechnen, dass Soldatinnen und Soldaten unterwegs sind: Sie nehmen an der Übung „Gelber Merkur 2026“ teil. Deutschlandweit sind es rund 1200 Bundeswehrsoldaten, die sich an der Übung beteiligen.
Die Soldatinnen und Soldaten werden laut Bundeswehr Waffen mit sich führen. „Im Rahmen der Übung werden vereinzelt Schüsse mit Platzpatronen zu hören sein, sogenannte Manövermunition“, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Mittelpunktder Übung stehe der Betrieb taktischer IT-Netzwerke unter realistischen Bedingungen der Landes- und Bündnisverteidigung.
Das Filmen, Fotografieren, Abbilden oder Beschreiben von militärischen Vorgängen sollte unterbleiben, denn es könne ein Straftatbestand sein, das „sicherheitsgefährdende Abbilden“. Zudem solle ein Sicherheisabstand von mindestens 100 Metern zum Übungsort eingehalten werden. (aj)
