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GastronomieKaum noch Hoffnung fürs „Klüngel’s“

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Josef Di Molfetta (l.) und seine Kollegen kämpfen um ihre Stellen in dr Gastronomie im Hürther Bürgerhaus.

Hürth – Etwas wehmütig blickt Josef Di Molfetta in die Runde. „Wir geben hier wirklich alles“, beteuert der 48-Jährige. „Wir sind als Team ganz eng zusammengerückt und haben uns krumm gearbeitet.“ Seit der Insolvenz der Klüngels Gastronomiebetriebsgesellschaft Mitte vergangenen Jahres bangen die Mitarbeiter der Gastronomie im Bürgerhaus um ihre Arbeit. Jetzt hat die Stadt einen Übernahmeinteressenten abgelehnt, und auch der Insolvenzverwalter kündigt ein bevorstehendes Aus an.

Seit Ende des Jahres, nachdem der Geschäftsführer den Insolvenzbetrieb verlassen hatte, ist das Team auf sich alleine gestellt – und hat das Schicksal offenbar selbst in die Hand genommen. Sie haben versucht, mit einem neuen Frühstücksangebot Gäste anzulocken, selbst gemachte Pizza wurde eingeführt, und sie haben eine Präsentation ausgearbeitet, die sie an Kindergärten, Schulen und weiteren Einrichtungen verteilen, um auch dort weitere Kundschaft zu akquirieren.

Angst vor der Arbeitslosigkeit

„Alleine im vergangenen Monat hat jeder von uns 200 Stunden gearbeitet“, berichtet Di Molfetta. „Wir haben bis in die Nacht gearbeitet, Catering angenommen, auch Karnevalsveranstaltungen laufen.“ Di Molfetta ist vor fast drei Jahren als Langzeitarbeitsloser im Klüngel’s eingestellt worden. Knapp 200 Bewerbungen hatte er geschrieben, bis er diesen Job in bekam. Er hat Sorge, dass er schon bald wieder arbeitslos ist. Mit ihm sind es elf Angestellte und drei Aushilfen, denen das berufliche Aus im Klüngel’s droht. Gerade vor wenigen Tagen war der große Hoffnungsschimmer gekommen, als es hieß, ein Interessent wollte den insolventen Betrieb übernehmen. Es müssten noch einige Sachen geprüft werden, hatte Dezernent Jens Menzel vor einigen Tagen noch gesagt.

Am Freitag kam dann die Absage. „Der potenzielle neue Pächter hat sich erst in der vergangenen Woche bei der Stadt Hürth schriftlich gemeldet“, teilt Menzel mit. „Die vorgelegten Unterlagen enthalten keine genaueren Informationen.“ Es sei vor allem nicht ersichtlich gewesen, ob der Interessent zu umfangreichen Investitionen bereit gewesen wäre. Er habe laut Menzel nicht auf ein Schreiben reagiert, in dem Menzel ihn aufgefordert habe, nähere Angaben zu machen. Jetzt kündigt Menzel – überraschend – an, die Stadt werde ein „transparentes Auswahlverfahren“ für die Auswahl eines Pächters für die Gastronomie durchführen. Das hat es bislang nicht gegeben, obwohl in den vergangenen Jahren ordentlich Bewegung in der Bürgerhaus-Gastronomie gekommen war. Alleine in den vergangenen fünf Jahren hat es drei Pächter gegeben.

Für den Insolvenzverwalter, den Kölner Rechtsanwalt Marco Martin, steht das Aus des Klüngels kurz bevor. Sollte die Stadt bei ihrer Entscheidung bleiben, heißt es von ihm, stünde das Klüngels spätestens am 28. Februar, möglicherweise auch schon früher vor dem Aus. Er hat gestern den Mitarbeitern per Email mitgeteilt, dass die Insolvenzmasse nunmehr nicht mehr reiche, um die laufenden Kosten zu tragen – und auch nicht um die Gehälter zu überweisen. Es ist sozusagen die Insolvenz in der Insolvenz.

Team will weiter kämpfen

Für Di Molfetta und seine Kollegen bedeutet das den Ruin. Bereits jetzt hätten sie kein Gehalt mehr bekommen, zuvor sei es lückenhaft überwiesen worden. „Und trotzdem haben wir hier gestanden, um den Laden zu retten.“ Das Team möchte aber weitermachen und für das „Klüngel’s“ kämpfen. Deshalb versprechen sie: Der Prinzenempfang der Stadt Hürth am 21. Februar und auch die Ü-40-Party am 28. Februar finden statt.