Als Folge der russischen Angriffe wird der Strom für täglich bis zu 15 Stunden abgestellt. Darunter leiden auch Schülerinnen und Schüler.
Nach HilferufNotstromaggregat aus Hürth sichert Unterricht in ukrainischer Partnerstadt

Der Diesel-Generator ist in der ukrainischen Partnerstadt Peremyschljany angekommen. Das Aggregat soll dort eine Schule mit Strom versorgen.
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Die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur treffen die Bevölkerung in der Ukraine mit voller Wucht. Auch die Hürther Partnerstadt Peremyschljany nahe Lwiw in der Westukraine bleibt davon nicht verschont. Bürgermeister Oleksandr Zozulya wandte sich jüngst mit einem Hilferuf an seinen Hürther Amtskollegen Dirk Breuer. Denn in der Partnerstadt leiden auch Schülerinnen und Schüler unter den täglichen Stromausfällen.
Infolge der anhaltenden massiven russischen Angriffe gelten landesweit Zeitpläne für Stromabschaltungen. „In unserer Gemeinde fehlt das Licht bis zu 15 Stunden am Tag“, berichtet Zozulya. „Solche Bedingungen erschweren die Arbeit der Bildungseinrichtungen erheblich.“
Schüler in der Ukraine leiden unter Dunkelheit und Kälte
Betroffen ist auch eine allgemeinbildende Schule in Peremyschljany mit rund 110 Schülerinnen und Schüler. Die Schule verfügt neben Klassenräumen über eine Bibliothek, eine Sporthalle, einen Speisesaal und einen Schutzraum. Ohne eine zuverlässige Stromversorgung ist regulärer Unterricht kaum möglich. Die Schülerinnen und Schüler leiden unter der Kälte und Dunkelheit, zudem ist nach Angaben des Bürgermeisters auch die Sicherheit beeinträchtigt.
Das Exekutivkomitee des Stadtrats von Peremyschljany bat deshalb um Unterstützung in Form eines Diesel-Notstromaggregats. Bürgermeister Dirk Breuer und der Hürther Partnerschaftsverein reagierten schnell und beschafften mithilfe von Spendengeldern ein entsprechendes Gerät. Das Aggregat kostete laut Stadtverwaltung rund 9000 Euro, hinzu kommen die Transportkosten durch eine beauftragte Spedition. Mit einer Leistung von 50 Kilowatt kann es die Schule bei Stromausfällen zuverlässig versorgen.
Zahlreiche Hilfstransporte aus Hürth seit Beginn des Angriffskriegs
„Wir unterstützen unsere Partnerstadt in der Ukraine, damit Bildung und Alltag auch in Krisenzeiten möglich bleiben“, betont Bürgermeister Dirk Breuer. Rüdiger Winkler vom Partnerschaftsverein ergänzt: „Gerade in diesem kältesten Winter seit Jahren in der Ukraine sind zuverlässige Generatoren lebenswichtig.“
Hürth und Peremyschljany verbindet seit November 2021 eine offizielle Städtepartnerschaft. Der Freundschaftsvertrag wurde im Oktober 2021 beim Erntedankempfang im Hürther Bürgerhaus unterzeichnet und im November desselben Jahres in Peremyschljany gegengezeichnet. Die Kontakte zwischen den Städten bestehen jedoch schon länger und gehen auf das Jahr 2018 zurück. Damals wurde in Polen das zehnjährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Hürth und Skawina gefeiert – die Stadt im Osten des Landes pflegt auch eine Städtepartnerschaft mit Peremyschlany.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 leisten die Hürther den Partnern in Peremyschljany kontinuierlich Hilfe. Zahlreiche Hilfstransporte wurden auf den Weg gebracht, weitere sind geplant.

