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Keine KlassenräumeHürth will bei neuen Sporthallen am Albert-Schweitzer-Gymnasium sparen

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Das Foto zeigt die Fahrradabstellanlage am Albert-Schweitzer-Gymnasium.

Auf dem Gelände der Fahrradabstellanlage zwischen Albert-Schweitzer-Gymnasium und Gesamtschule soll eine neue Dreifachturnhalle gebaut werden.

Die Stadt geht davon aus, dass das Albert-Schweitzer-Gymnasium nur vorübergehend mehr Schulraum braucht. Der Schulleiter widerspricht.

Das Sporthallensanierungskonzept für die beiden Gymnasien wird möglicherweise erneut geändert. Die Stadt rückt aus Kostengründen von ihren bisherigen Plänen ab, am Albert-Schweitzer-Gymnasium zwei neue Dreifachturnhallen zu errichten. Stattdessen schlägt die Verwaltung vor, nur noch eine Halle neu zu bauen. Die bestehende Sporthalle auf dem Schulhof soll saniert werden – zuletzt war noch ein Abriss mit anschließendem Neubau vorgesehen.

Auch an anderer Stelle gibt es eine Planänderung: Im Neubau auf der Fläche der heutigen Fahrradabstellanlage zwischen dem Gymnasium und der benachbarten Gesamtschule sollen nun doch keine zusätzlichen Klassenräume mehr untergebracht werden. Das Amt für Gebäudewirtschaft rechnet insgesamt mit einer Einsparung von rund drei Millionen Euro.

Stadt Hürth verweist auf die angespannte Finanzlage

Bereits bei der Haushaltseinbringung im November hatte Bürgermeister Dirk Breuer (CDU) angekündigt, das Sporthallenkonzept angesichts der angespannten Finanzlage noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Inzwischen hat die Verwaltung die überarbeiteten Pläne in einer Mitteilungsvorlage vorgelegt, die am Mittwochabend im Bildungsausschuss auf der Tagesordnung steht (18 Uhr, Bürgerhaus). Ende April soll sich der Planungsausschuss im Detail mit dem Vorhaben befassen.

Das ursprüngliche Sporthallenkonzept stammt aus dem Jahr 2019 und wurde seither mehrfach überarbeitet. Neben den Hallen am Albert-Schweitzer-Gymnasium sieht es auch den Abbruch und Neubau einer Vierfachturnhalle am Ernst-Mach-Gymnasium an der Bonnstraße vor. Zwischenzeitlich prüfte die Stadt, die Hallen im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft errichten zu lassen, verwarf die Idee jedoch nach längerer Prüfung als unwirtschaftlich.

Schulleiter verweist auf zusätzlichen Raumbedarf durch Rückkehr zu G9

Am Albert-Schweitzer-Gymnasium hatte eine frühere Änderung der Planungen vor zwei Jahren für erheblichen Widerstand gesorgt. Um Zeit und Kosten zu sparen, wollte die Stadt zwei neue Sporthallen nebeneinander an der Sudetenstraße errichten. Dafür hätte jedoch ein Großteil einer Grünanlage mit altem Baumbestand weichen müssen. Rund 1300 Schülerinnen und Schüler demonstrierten im Mai 2024 für den Erhalt.

Infolge der Proteste hob der Planungsausschuss den Beschluss wieder auf und beauftragte die Verwaltung mit einer neuen Planung. Im Dezember 2024 stimmte der Ausschuss einstimmig für zwei Hallenstandorte – und für zusätzliche Schulräume in den oberen Etagen einer neuen Halle auf dem heutigen Fahrradstellplatz.

Diese Pläne zur Schulerweiterung will die Verwaltung nun nicht weiter verfolgen. Stattdessen sollen fünf zusätzliche Räume im Bestandsgebäude sowie fünf weitere in Anbauten oder Containern auf dem Schulhof entstehen. Die Stadt geht davon aus, dass der erhöhte Raumbedarf nur vorübergehend besteht.

Schulleiter Thorsten Jürgensen-Engl widerspricht dieser Einschätzung. Zwar unterstütze die Schule die Einsparbemühungen bei den Sporthallen „zu 100 Prozent“, durch die Rückkehr zu G9 bestehe am Albert-Schweitzer-Gymnasium jedoch dauerhaft Bedarf an elf zusätzlichen Klassenräumen. Das gehe auch aus dem Schulentwicklungsplan hervor. Jürgensen-Engl betont: „Wo die Räume hinkommen, ist egal – Hauptsache, sie kommen und sind gut integriert.“