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InsolvenzNächster Wirt in Geldnot

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Hürth-Hermülheim – Im Hürther Bürgerhaus ist das Klüngeln schwer geworden. Denn für die Betreibergesellschaft der dort untergebrachten Gastronomie – „Klüngel’s Gastronomiebetriebsgesellschaft“ mbH – ist Insolvenz angemeldet worden. Eine Krankenversicherung hat wegen nicht geleisteter Sozialabgaben die Insolvenz für die Gesellschaft beantragt. Laut Geschäftsführer Karsten Kircher liegen die Gesamtschulden bei knapp unter 70 000 Euro. Neben den fehlenden Sozialabgaben seien nämlich auch noch Rechnungen bei Lieferanten offen, ein weiterer Gläubiger sei das Finanzamt, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter, der Kölner Rechtsanwalt Marco Martin.

Die Klüngel’s Gastronomiebetriebsgesellschaft betreibt nicht nur die Gastronomie im Bürgerhaus. Kircher und sein Team kümmern sich auch um die Bewirtung der Besucher im Hürther Schwimmbad „De Bütt“ an der Sudetenstraße. Und sie beliefern Schulen in Hürth, Düren, Pulheim-Brauweiler und eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung mit Essen. Außerdem ist Klüngel’s für das Catering für die Veranstaltungen, die im Bürgerhaus stattfinden, zuständig. Vereine, etwa Karnevalsgesellschaften, mieten für ihre Sitzungen im Bürgerhaus die Verpflegung samt Servicepersonal bei Klüngel’s. Vereinssitzungen, Hochzeiten, Trauerfeiern, Geburtstagsfeiern, Weihnachtsfeiern, Versammlungen und Veranstaltungen der Stadt werden von Kirchers Team betreut.

Niemand müsse bangen, versichern Rechtsanwalt und der Geschäftsführer. Ein Liquiditätsplan soll erstellt werden, der die Gesellschaft bis März nächsten Jahres aus den Schulden herausführt. Die Gastronomie bleibe geöffnet, die Gastronomie im Schwimmbad ebenfalls, auch die Schulen und Einrichtungen würden beliefert, so Kircher. Auch die Menschen, die ihre Veranstaltungen im Bürgerhaus und im Klüngel’s gebucht haben, müssen sich keine Sorgen machen. Kircher: „Wir haben weiterhin auf und alles findet statt.“ Die Löhne seiner 26 Mitarbeiter habe er auch bis heute alle gezahlt, betont er.

Anfang März 2012 hatte Karsten Kircher mit seiner Gesellschaft den Betrieb übernommen. Die damaligen Betreiber waren pleite gegangen. Zehn Monate lang hatte dann ein Geschäftsmann das damalige „Henckels“ betrieben und die Catering-Verträge erfüllt. Das alles ist dann im März 2012 an Kirchers Betriebsgesellschaft verkauft worden.

Schuld an der finanziellen Misslage gibt Kircher vor allem der Hürther Stadtverwaltung. Und deshalb hat der Geschäftsführer der Klüngel’s Gastronomiebetriebsgesellschaft sie auf Schadenersatz in Höhe von 65 000 Euro verklagt. Kircher: „Als wir die Gastronomie im Bürgerhaus übernommen haben, war die Decke sanierungsbedürftig“, erklärte er. „Die Stadt wollte sie zeitnah reparieren.“ Das Ergebnis sei gewesen, dass das Klüngel’s vom 13. April 2012 bis zum 3. November 2012 keine Decke gehabt habe. Kircher: „Das Tagesgeschäft war nie so gut. Aber die fehlende Decke hat uns mit 65 000 Euro in die Miesen gebracht.“

Insgesamt sei die Zusammenarbeit mit der Verwaltung „unter aller Kanone“, wie Kircher sagt. „Ständig werden einem Steine in den Weg gelegt.“ So habe er weniger Nebenkosten im Voraus zahlen wollen, was ihm die Stadt erst nach Monaten ermöglicht habe. Die Verwaltung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hinter vorgehaltener Hand heißt es, Kircher sei selbst schuld an der Misere. Er sei nie kooperativ gewesen und komme nicht zu Besprechungen mit dem Kulturamt, wenn es um Veranstaltungen im Bürgerhaus gehe.