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Nach tödlichem UnfallSPD Hürth fordert geänderte Ampel auch gegen den Willen des Landesbetriebs

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Das Foto zeigt die Ampel an der Kreuzung Frechener Straße, Sudetenstraße und Hermülheimer Straße in Hürth. Ein Bus biegt ab, gleichzeitig haben die Fußgänger ebenfalls Grün.

Die Ampelschaltung an der Kreuzung Frechener Straße, Sudetenstraße, Hermülheimer Straße soll geändert werden.

An der Kreuzung in Hürth war im Dezember 2021 ein 15-jähriger Schüler ums Leben gekommen. Stadt und Politik wollen den Bereich sicherer machen.

Nach dem tödlichen Schulwegunfall an der Kreuzung Frechener Straße, Sudetenstraße und Hermülheimer Straße fordern die Sozialdemokraten die Stadtverwaltung auf, die Ampelschaltung notfalls auch ohne Zustimmung des Landesbetriebs Straßen NRW zu ändern. An der Ampel war im Dezember 2021 ein 15-jähriger Radfahrer unter einen Lastzug geraten und tödlich verletzt worden. Beide hatten zum Unfallzeitpunkt grünes Licht.

Der Verkehrsausschuss hatte bereits im Mai vergangenen Jahres beschlossen, die Ampelschaltung so zu verändern, dass der Kfz-Verkehr auf der einen und Radfahrer sowie Fußgänger auf der anderen Seite künftig getrennt grünes Licht erhalten.

Straßen NRW lehnt eine geänderte Ampelschaltung ab

Experten eines von der Stadt beauftragten Verkehrsbüros hatten eine solche „konfliktfreie Ampelschaltung“ vorgeschlagen. Dadurch könne die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden, während der Autoverkehr nur geringfügig beeinträchtigt werde.

Doch Straßen NRW erhebt Einwände gegen die neue Ampelschaltung, weil sich dadurch die Wartezeiten für Autos an der ohnehin stark belasteten Kreuzung weiter erhöhen würden. Darin sieht der Landesbetrieb auch ein Sicherheitsrisiko.

In dieser Woche beschäftigte sich der Hürther Verkehrsausschuss erneut mit dem Thema. Doch der Landesbetrieb hatte bereits im Vorfeld signalisiert, auch die noch einmal leicht veränderte Schaltung abzulehnen.

Die Weigerung des Landesbetriebes, die Ampelschaltung zu ändern, ist beschämend und skandalös
Michael Kleofasz

Nach Ansicht der SPD schafft die Ampelschaltung weiterhin gefährliche Verkehrssituationen. Daher seien „die Diskussionen zwischen den Behörden und dem Planungsbüro ein einziges Trauerspiel“, so der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Kleofasz in einer Stellungnahme als Reaktion auf die Sitzung des Verkehrsausschusses. „Die Weigerung des Landesbetriebes, die Ampelschaltung zu ändern, ist beschämend und skandalös.“

SPD-Ratsfrau Monika Streicher ergänzt: „Wir setzen jetzt darauf, dass sich die Stadt über die Bedenken des Landesbetriebes hinwegsetzen und die Änderung der Ampelschaltung unverzüglich anordnen wird.“

Dass das möglich wäre, bestätigt Manfred Siry, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt bei der Stadt Hürth, auf Nachfrage. Denn die Stadt sei „anordnende Behörde“ laut Verkehrsrecht. „Wir wollen noch einen letzten Versuch machen, eine einvernehmliche Lösung zu finden“, kündigt er an.

„Falls es nicht dazu kommt, werden wir dem Stadtrat vorschlagen, die Ampelschaltung auch ohne Zustimmung des Landesbetriebs zu ändern, um Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen.“

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