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Levi GeierAchtjähriges Nachwuchstalent fährt auf der Kartbahn seines Vorbilds in Kerpen

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Das Foto zeigt einen Kartfahrer.

Gedanken zur Ideallinie muss sich Levi auf den zwei wohl bekannten Bahnen des Geländes keine mehr machen, seit zwei Jahren trainiert er hier.

Der erst achtjährige Levi Geier gilt als großes Talent der Kartszene. Sein Vater will dabei vor allem, dass der Spaß erhalten bleibt.

„Ich kenne mich aus mit Reportern“, strahlt der kleine Levi unter der großen, roten Bridgestone-Schirmmütze über das ganze Gesicht. Er zählt gleich auf, welche Zeitungs- und Fernsehteams ihn auf der Kartbahn schon besucht haben. Für Fotos zaubert er sofort ein freundliches Lächeln ins Gesicht und streckt den Daumen in die Höhe.

Kerpen: Sportlich erfolgreich in jungen Jahren

Auf seine Kappe mit den silbrig, glänzenden Lorbeerblättern ist er besonders stolz. Sie ist derjenigen ganz ähnlich, mit der sich Michael Schumacher oftmals als Weltmeister vor den Kameras zeigte. Mick Schumacher, der Sohn des berühmten Rennfahrers, hat ihm darauf ein Autogramm hinterlassen, nebst anderen Persönlichkeiten der Rennfahrerszene.

Der erst achtjährige Levi Geier gilt als großes Talent der Kartszene. Auf Platz drei des Siegertreppchens, sein bislang bestes Rennergebnis, stand er erst im März im Eifel-Erft-Cup auf dem heimischen Erftlandring, zwar nicht als jüngster Fahrer, aber im Feld der jüngsten zugelassenen Starterklasse 2018. Die Meisterschaftsliste der unter Zehnjährigen führt er auf Platz 1. an. 103 Stundenkilometer schnell hat man die Höchstgeschwindigkeit des Achtjährigen auf der Strecke gemessen.

Das Foto zeigt einen Jungen vor einem Plakat von Michael Schumacher.

„Vom Kart zur Formel 1“ grüßt Vorbild Michael Schumacher den achtjährigen Levi von einem Plakat an der Leih-Kart-Strecke.

In seinem Rennkart, ausgestattet mit dem für die Jugend typischen 60 Kubikzentimeter-Zweitaktmotor, fährt er mit an den Anschlag vorgeschobenem Sitz und Adaptern an Gas- und Bremspedalen, damit die Füße heranreichen. Parallelen zu SchumacherMit fünf habe sich Levi ein erstes Mal in ein Kart gesetzt, als er ihn auf die Arbeit mitgenommen habe, schildert der Vater Alex Geier, „da hat er Blut geleckt und es probiert“.

Vater Alex Geier ist Geschäftsführer des Bahnbetreibers Kartklub Kerpen: „Ich schaue, dass der Laden läuft“. Die Mutter Nicole leitet das Restaurant an der Kartbahn und die ältere Schwester Lea, die selbst schon im Kart saß, zeigt sich als Levis größter Fan. Vater Alex Geier ist sich bewusst: die Parallelen zu den Rennfahrern Michael und Ralf Schumacher, die als Kinder genau auf dieser Kartbahn unter Aufsicht ihres Vaters Rolf Schumacher ihre ersten Runden drehten, wecken hohe Erwartungen.

Das Foto zeigt einen Jungen, der in einem Kart sitzt.

Mittels Seilzug startet Constantin Balan den Motor mit der Schnur, bevor Levi schnelle Runden dreht.

Aber anders als so manch neugieriger Journalist ihm schon nahe gelegt habe, sehe er seinen Sohn noch nicht als zukünftigen Formel 1 Weltmeister und weit entfernt sei er von Berechnungen, ob sich in ferner Zukunft die heutigen, zugegeben recht teuren Ausgaben wohl lohnen: „Im Augenblick tingeln wir von Rennen zu Rennen und haben unseren Spaß.“ Nach dem Motto „Schauen wir mal was passiert“ nehme er eine fördernde aber zurückhaltende Rolle ein, sagt Axel Geier. Schon die Beurteilung des fahrerischen Könnens überlasse er lieber anderen und sportlicher Drill komme bei Levi nicht in Frage: „Er soll sich wohl fühlen. So lange er Lust auf das Kartfahren hat, unterstützen wir ihn, so weit wir können.“

An Ernsthaftigkeit mangele es Levi jedoch nicht. Er habe die Kartschule für Kinder des Kartclubs bei Dorothee und Guido Krauthausen besucht und trainiere seit zwei Jahren fleißig. Auch mache er Liegestützen und Hanteltraining „freiwillig, regelmäßig und total gerne“, um den beträchtlichen Fliehkräften im Kart trotzen zu können.

Das Foto zeigt eine rote Kappe mit Unterschriften und einem aufgestickten Lorbeerkranz.

Die rote Bridgestone-Kappe ähnelt der seines großen Vorbildes Michael Schumacher, dessen Sohn Mick Schumacher hat sein Autogramm hinterlassen.

Die erste Woche in den Osterferien verbrachte die Familie am Gardasee, dem Mekka der Kartfahrer, mit dem Besuch dreier unterschiedlicher Rennstrecken. Dort konnte Levi im Starterpulk mit bis zu 60 jungen Fahrern ein wenig vom „harten Fahren“ der Italiener erleben, denn da werde beim Start gerangelt und angestupst, wie es im Feld auf der Manheimer Kartbahn mit viel weniger Startern selten sei, schildert der Vater.

Jüngst machten sich Levi und der Vater im Kleinbus auf die Reise zum zweiten Lauf der Clubsportserie des Rok-Cup-Germany auf der Kartbahn in Liedolsheim, ganz in der Nähe des Hockenheimrings. Im Laderaum hatten sie zwei Rennkarts dabei, drei Motoren und Ersatzreifen im Wert von rund 15000 Euro. Das Ziel von Levi sei es, durch gute Platzierungen in den fünf Läufen im Oktober zum ROK-Weltcup auf die italienische Rennstrecke Lonato eingeladen zu werden, mit internationalen Begegnungen. Jetzt ist für Levi wieder Schulalltag.

Er besucht in Blatzheim die Grundschule St. Elisabeth, zu seinen Lieblingsfächern zählt er Sport und Mathe. Musik, Religion und Kunst möge er gar nicht, sagt er. Warum nicht Musik? „Och, Musik habe ich doch hier den ganzen Tag um die Ohren“, sagt er mit Schelmenblick und zeigt auf die Rennbahn vor den Türen des Kartbahn-Restaurants. Dort heulen die Motoren.