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„Menschen gedemütigt“Kerpener Grüner kritisiert AfD-Aktion scharf

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Thommy Mewes kritisiert die AfD scharf.

Thommy Mewes kritisiert die AfD.

Thommy Mewes sagt, die AfD mache mit Minderheiten Wahlkampf. Mittendrin in einer „Aufräumaktion“ in Gelsenkirchen: Jeremy Jason aus Kerpen.

Der Grünen-Politiker Thommy Mewes wirft der AfD vor, sie demütige Menschen vor der Kamera, um daraus Wahlkampfmaterial zu machen. Anlass ist eine „freiwillige Aufräumaktion“, zu der die Landtagsabgeordnete Enxhi Seli-Zacharias nach Gelsenkirchen-Ückendorf eingeladen hatte. Der Stadtteil wird von Sinti und Roma geprägt. Daran waren auch der AfD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag des Rhein-Erft-Kreises, Jeremy Jason, und der Kerpener Stadtrat Gordian Link beteiligt. 

Die AfD-Politiker verlangen in einem Video, das auf Social-Media-Kanälen zu sehen ist, von Bürgern, die Straße zu fegen. Dazu schrieb die AfD-Politikerin, sie und weitere Parteivertreter hätten in Ückendorf „für Ordnung gesorgt“. Zudem kritisierte sie Politiker, die Menschen nach Deutschland eingeladen hätten, die AfD dagegen werde sie wieder ausladen. 

Kerpen: Jason zeigt sich mit Kehrblech und Handfeger

In einem eigenen Beitrag ist Jason mit Kehrblech und Handfeger zu sehen, offenbar um zu zeigen, dass er als Vorbild vorangeht. In die Kamera sagt der Kerpener, der für die Landtagswahl 2027 kandidieren möchte, dass die Aktion bei den Menschen sehr unterschiedlich angekommen sei: „Dann haben wir ja alles richtig gemacht.“ Er sei erschüttert über die Verhältnisse in Gelsenkirchen. In dieser Ausprägung gebe es diese zwar nicht im Rhein-Erft-Kreis, in Ansätzen aber in „Randgebieten im Norden“. 

Jeremy Jason hat sich an der Aktion der AfD Gelsenkirchen beteiligt.

Jeremy Jason hat sich an der Aktion der AfD Gelsenkirchen beteiligt.

Mewes schreibt, er sei empört, „und ich finde, das sollten wir alle sein“. Die AfD stelle Würde gegen Klicks. „Dem ist klar und entschieden zu widersprechen, im Rhein-Erft-Kreis und bei uns in Erftstadt genauso wie in Gelsenkirchen.“ Es handele sich um dieselben Leute, die in Bergheim im Kreistag säßen. 

Er zitiert den Rassismusforscher Karim Fereidooni. Er habe klar benannt, was was in Gelsenkirchen geschehen sei: Es handele sich um die öffentliche Demütigung einer Minderheit, erzwungen dort, wo die Menschen wohnen. Fereidooni erinnert daran, dass von 1933 bis 1945 Sinti und Roma sowie Jüdinnen und Juden zum Kehren vor der eigenen Tür gezwungen wurden, bevor man sie deportiert habe. Spätestens jetzt sollte man wissen, welche Botschaft eine Partei sende, die genau das nachstelle.

Bei der Bundestagswahl 2025 hat die AfD bei den  Zweitstimmen 24,7 Prozent erhalten und lag damit deutlich über ihrem Landesergebnis von 16,8 Prozent. Mehr als 25 Prozent holte sie auch in Elsdorf, in Bergheim waren es gut 20 Prozent. (jtü)