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NeugründungIG Türnich-Balkhausen will Menschen in Kerpener Stadtteil vernetzen

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Das Foto zeigt zwei Männer und eine Frau.

Sie wünschen sich eine Dorfgemeinschaft und tun etwas dafür: Jörg Gassmann, Julia Weber-Wicharz und David Held von der IG Türnich-Balkhausen (v.l.). Das vierte Gründungsmitglied, Dominic Ide, war beim Gespräch mit der Redaktion verhindert.

Den Gründern fehlt eine Dorfgemeinschaft in ihrem Stadtteil. Nun wollen sie diese Gemeinschaft selbst schaffen.

Es ist der Wunsch, eine Gemeinschaft zu schaffen – eine Dorfgemeinschaft – der die vier Gründungsmitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Türnich-Balkhausen seit August vergangenen Jahres antreibt. Jörg Gassmann, David Held, Dominic Ide und Julia Weber-Wicharz wohnen alle in Türnich, und sie leben teils seit mehr als 50 Jahren gerne dort, fühlen sich in diesem Kerpener Stadtteil zu Hause.

Kerpen: Akteure wollen vor Ort eine Gemeinschaft schaffen

Doch etwas fehlt ihnen: eine Dorfgemeinschaft, wie es sie zum Beispiel im benachbarten Brüggen gibt. Deshalb haben sie sich zum Ziel gesetzt, Schritt für Schritt Anlässe und Gelegenheiten zu schaffen, in denen die Menschen aus Türnich und Balkhausen zusammenkommen können. Dabei sehen sie sich nicht in Opposition zu den bestehenden Vereinen und Institutionen wie den Schützen, den Sport- und Karnevalsvereinen, sondern wollen diese einbinden. „Die Vereine bringen Leute zusammen, wenn es um ihre Kernthemen wie Fußball oder Karneval geht. Unser Ziel ist es, ein Gemeinschaftsgefühl für das ganze Dorf zu schaffen“, erläutert David Held. „Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, sondern vernetzen.“

Sinnbildlich dafür, dass etwas fehlt, steht für die Initiatoren der Türnicher Marktplatz, den sie als verweist erleben und gerne wieder mit Leben füllen, zu einem Treffpunkt machen wollen. Deshalb planen sie für den 12. September ein Brunnenfest mit Livemusik, Kinderprogramm und Möglichkeiten bei Essen und Trinken miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie hoffen darüber hinaus, dort weitere Mitstreiter zu finden, die sich für eine Dorfgemeinschaft engagieren wollen.

IG hat diverse Ideen für künftige Aktionen

Eine zweite geplante Aktion ist eine Rubbellos-Lotterie, zum einen, um Geld für die geplanten Initiativen einzunehmen, zum anderen aber auch, um Türnicher und Balkhausener Bewohner miteinander in Kontakt zu bringen. Deshalb möchte die IG Geschäftsleute bitten, Preise zu stiften, die vor Ort eingelöst werden können, zum Beispiel ein Eis in der Eisdiele oder ein Kölsch in der Gaststätte. Auch das, so die Hoffnung der vier IG-Gründungsmitglieder, verbinde die Leute miteinander. Sie kämen dadurch an Orte, die sie vielleicht noch nicht kennen.

„Wir haben noch viele Ideen“, erklärt Jörg Gassmann, „zum Beispiel ein Weinfest. Oder aus dem ersten Anstellen der Weihnachtsbaumbeleuchtung auf dem Marktplatz eine Aktion zu machen, bei der sich Menschen begegnen können. Aber um diese Ideen umzusetzen, brauchen wir weitere Akteure.“

Zwei der vier IG-ler sind auch politisch aktiv und sitzen für unterschiedliche Parteien im Kerpener Stadtrat. „Aber wir sind in der IG als Privatpersonen engagiert und wollen keine Akteure, die über uns Politik machen wollen“, erläutert David Held.

Und Julia Weber-Wicharz ergänzt: „Jeder kann uns ansprechen, der sich für die Dorfgemeinschaft engagieren möchte.“ Denn letztlich, das ist die Vision, geht es darum, einen Ort zu schaffen, an dem sich die Menschen untereinander kennen, gerne miteinander leben und sich nicht gleichgültig sind. „Das ist ein wichtiges Stück Lebensqualität“, sagt Weber-Wicharz. Die Homepage der IG ist noch in Arbeit. Eine Kontaktaufnahme ist per E-Mail möglich.