Der Traktorfahrer hat für die Familie der Verstorbenen eine Spendenaktion gestartet. Binnen Stunden kamen mehrere Tausend Euro zusammen.
Nach Traktor-Unfall in KerpenTausende Euro Spenden für Familie der getöteten 36-Jährigen

Die 36-Jährige war auf der Kreisstraße 55 in Höhe Bergerhausen mit ihrem Wagen frontal mit einem Traktor zusammengeprallt.
Copyright: Eric Lamparter
Die Unterstützung sei „überwältigend“, sagt mit gedämpfter Stimme der Mann, dessen Frau bei einem Verkehrsunfall am Mittwochmorgen (21. Januar) in Kerpen ums Leben gekommen ist. Die 36-Jährige war auf der Kreisstraße 55 in Höhe Bergerhausen mit ihrem Wagen frontal mit einem Traktor zusammengeprallt. Der Fahrer des Traktors hat für die Familie der Verstorbenen am Sonntag (26. Januar) eine Spendenaktion auf der Online-Spendenplattform GoFundMe gestartet.
Innerhalb kürzester Zeit spendeten immer mehr Menschen. Binnen Stunden kamen so mehrere Tausend Euro zusammen. Initiator Felix Sorge hatte den Spendenaufruf erst Sonntagmorgen gestartet. Am frühen Abend waren bereits mehr als 9000 Euro zusammengekommen. Mehr als 300 Menschen hatten sich beteiligt.
Kerpen: Familie unterstützt Witwer und dreieinhalbjährigen Sohn
„Das ist der Wahnsinn“, sagt der Ehemann der Verstorbenen. Neben den vielen Menschen, die spenden, unterstützt vor allem seine Familie ihn und den dreieinhalbjährigen Sohn. „Meine Mutter ist hier. Auch mein Bruder ist sehr oft da und auch seine Freundin. Es hilft einfach, dass ich weiß, dass jemand da ist.“
Meinem Sohn haben wir die kindliche Variante erzählt, dass Mama krank war und jetzt ein Engel im Himmel ist
„Meinem Sohn haben wir die kindliche Variante erzählt, dass Mama krank war und jetzt ein Engel im Himmel ist.“ Sein Sohn gehe weiter in die Kita und auch zum Kinderturnen: „Es muss alles strukturiert weitergehen“, sagt der Vater.
Neben der Hauptwache waren bei dem Unfall auch die Löscheinheiten Manheim und Blatzheim alarmiert worden. Im Löschzug Blatzheim sei er bis zur Geburt seines Sohnes selbst aktiv gewesen. Seinen Kameraden spricht er einen großen Dank aus. Sie hätten seine Frau ebenfalls gekannt.
Soziales Engagement spielte auch im Leben seiner Frau eine Rolle. Seine Frau hat beim Kinderschutzbund gearbeitet, wie er weiter erläutert. Sie habe Nachhilfe in Schulen gegeben und Kinder mit Defiziten extra unterrichtet. „Sie war ein lebensfroher, offener Mensch“, sagt der Witwer. Auch engagiert sei sie gewesen, war etwa im Elternrat tätig.
Tödlicher Unfall in Kerpen: Ursache ist weiter unklar
Weiter ist unklar, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Zur Unfallursache wisse er noch nichts, berichtet der Witwer weiter. Es werde alles noch ermittelt. „Ich will gar nicht wissen, wieso, weshalb, warum“, sagt der Witwer.
Der Witwer wohnt nicht weit von der Unfallstelle entfernt, wie er berichtet. Mit seinem Bruder sei er bereits dort gewesen. Mit dem Fahrer des Traktors habe er sich am Samstag bereits getroffen, sagt der Witwer: „Ich habe niemandem eine Schuld zugewiesen. Es war ein tragischer Unfall. Unerklärlich.“
Ich kann Ihre Frau nicht zurückbringen – aber ich kann Ihnen jetzt beistehen und helfen, die nächsten Schritte etwas leichter zu bewältigen
Sie hätten drei Stunden miteinander gesprochen, bestätigt Felix Sorge, der Initiator der Spendenaktion. „Ich habe vor Ort mein Bestmögliches getan, dass wir ihr helfen konnten“, sagt er. Dem Mann der Verstorbenen habe er gesagt: „Ich kann Ihre Frau nicht zurückbringen – aber ich kann Ihnen jetzt beistehen und helfen, die nächsten Schritte etwas leichter zu bewältigen.“
Kerpen: Spendenaktion für Hinterbliebene
Er habe nach dem Unfall relativ schnell überlegt, wie er der Familie helfen könne. Schließlich hat er am Sonntagmorgen die Spendenaktion gestartet, die schnell großen Zuspruch fand. „Mit dieser Spendenaktion möchten wir die Hinterbliebenen unterstützen, damit sie sich in den kommenden Wochen auf das Wesentliche konzentrieren können: Trauer, Zusammenhalt und das Bewältigen der nächsten Schritte“, schreibt er auf der Online-Spendenplattform GoFundMe.
Die Spenden würden für Kosten im Zusammenhang mit der Bestattung und Trauerfeier verwendet werden, aber auch für die unmittelbare Überbrückung sowie notwendige Ausgaben, wie es dort heißt. Die Spenden gingen an Familienangehörige beziehungsweise würden in enger Abstimmung mit der Familie ausschließlich für die oben genannten Zwecke verwendet.
Eine Sache möchte der Mann der Verstorbenen auch anderen mit auf den Weg geben: „Es kommt auf die wichtigen Dinge im Leben an.“ Auch im Alltagsstress gelte es, mehr auf die Familie und sich selbst zu achten. Für ihn ist klar: „Meine Frau ist nicht weg. Sie ist im Herzen.“
Die Spendenaktion finden Interessierte auf der Online-Spendenplattform GoFundMe, hier.

