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Lange WartezeitenPolitik bewertet Kerpener „Task Force Standesamt“ überwiegend positiv

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Das Foto zeigt ein Gebäude mit Glasfronten, davor steht ein Schild mit der Aufschrift „Kolpingstadt Kerpen“.

Das Standesamt in Kerpen fiel zuletzt mit langen Wartezeiten auf.

Die neue Task Force soll „die Arbeitsfähigkeit des Standesamtes schnellstmöglich wiederherstellen“.

Mit einer kürzlich angekündigten Task Force Standesamt will der Bürgermeister Kerpens die langen Wartezeiten in der Behörde verringern. „Im Standesamt der Kolpingstadt Kerpen ist es in den vergangenen Wochen und Monaten aufgrund zahlreicher Personalausfälle zu erheblichen Einschränkungen im Service und in der Erreichbarkeit gekommen. Viele Anliegen der Bürgerinnen und Bürger konnten zeitweise nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung bearbeitet werden“, teilt die Verwaltung dazu mit.

Kerpen: Standesamt soll wieder erreichbar sein

Die neue Task Force soll „die Arbeitsfähigkeit des Standesamtes schnellstmöglich wiederherstellen“ und „die Erreichbarkeit nachhaltig verbessern“. Sie werde „sich mit sofortiger Wirkung intensiv um die Stabilisierung der Abläufe, die personelle Unterstützung sowie die Optimierung der Kommunikationswege kümmern“. Die Task Force hat laut Stadtverwaltung seit Donnerstag, 23. April, den Dienst aufgenommen.

Erste positive Rückmeldungen aus der Politik folgten prompt. So schrieb Alessa Flohe, Piraten: „Die Maßnahme war längst überfällig und ist richtig. Wir begrüßen es sehr, dass der Bürgermeister nun handelt und bedanken uns dafür“, kommentiert Flohe: „In den letzten Wochen und auch Monaten wurden wir immer wieder angesprochen, das Standesamt sei nicht erreichbar und der Termin zur Eheschließung rücke näher oder sei gefährdet.“ Besonders belastend sei gewesen, dass es teilweise keinerlei Reaktion gab. Die Piraten erwarteten nun, dass nachhaltig Prozesse entwickelt würden, um Probleme wie diese nicht mehr so groß werden zu lassen.

Mehrere Monate Warten auf einen Termin

Die SPD-Fraktion begrüßt die Einrichtung der Task Force laut dem Fraktionsvorsitzenden Andreas Lipp „zur Verbesserung der sehr herausfordernden Situation im Standesamt in Kerpen“. Der personelle Engpass mit vielen Ausfällen bestehe „seit weit über einem Jahr und jedweder bisherige Ansatz hat nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung geführt“. Auch Heiner Funke, Fraktionsvorsitzender der CDU, begrüßt die Maßnahme: „Das ist vernünftig.“ Die Hoffnung sei natürlich, dass nach einigen Monaten der hohe Krankenstand abgebaut werden und das Standesamt wieder den üblichen Betrieb aufnehmen könne.

Annika Effertz, Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Kerpener Stadtrat hat laut eigenen Aussagen die Hoffnung, dass der hohe Krankenstand in der Verwaltung durch den Führungswechsel abgebaut wird. „Die Task Force begrüße sie sehr. Als Kerpener Bürgerin finde ich diesen Ansatz sehr vielversprechend. Ich kenne jemanden, der seit November auf einen Termin wartet.“, sagt sie.

David Held, Co-Vorsitzender der BBK- und UWG-Fraktion steht der Task Force ebenfalls positiv gegenüber. „Wir begrüßen alles, was in dieser Angelegenheit weiterhelfen kann. Wir müssen aber erstmal schauen, ob und was diese Task Force am Ende bringt.“

Wolfgang Pfeil, Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, sieht die Entwicklung grundsätzlich positiv: „Bei der Diskussion um flexible Einsatzteams sind wir weiterhin dagegen. Sollte der Bürgermeister aber hier eine Lösung mittels Umstrukturierung gefunden haben, dann finden wir das toll und sehen, dass es in die richtige Richtung geht.“

Die Stadtverwaltung plant laut eigenen Angaben, zeitnah über die weiteren Schritte zu informieren und eine Telefonnummer zu veröffentlichen, unter der sich Bürgerinnen und Bürger beim Standesamt melden können.