Fraktionen finden in Gesprächen zum Haushalt keine Einigung
Streitpunkte ungeklärtErftlagune spaltet Politik in Kerpen

Wie es mit der Erftlagune in Kerpen weitergeht, ist noch Gegenstand der politischen Beratungen.
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Wann hat Kerpen endlich einen Haushalt? Ein zweites interfraktionelles Treffen sollte die finalen Streitpunkte klären, wovon der wohl ausschlaggebende die Zukunft der Erftlagune ist. Doch einigen konnten sich die Beteiligten nicht, wie die CDU der Redaktion mitteilt. „Es haben sich alle aufeinander zubewegt, zeitweise auch die SPD“, sagt Heiner Funke, CDU-Fraktionsvorsitzender. Doch: „Die SPD war nicht bereit, einen Kompromiss mitzutragen, der vorsah, die Erftlagune diesen Sommer bis September zu öffnen und dann als Schul- und Vereinsbad zu betreiben. Wir wären auch bereit gewesen, einem Vorschlag zu folgen, der eine Öffnung für die Bevölkerung in den Abendstunden vorsieht.“
Einsparungen von 1,2 Millionen Euro stehen im Raum
Dieser Ansatz basiert auf einer Idee der BBK/UWG-Fraktion. Demnach soll das Bad montags bis freitags tagsüber als Schul- und Vereinsbad genutzt werden. Für die Allgemeinheit würde die Erftlagune dann von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Der Sonntag würde als Öffnungstag für die breite Bevölkerung beibehalten. Bei dem Vorschlag handelt es sich um einen Kompromiss zwischen zwei Lagern: Die CDU hatte jüngst die Verwaltung aufgefordert, die Kosten einer regulär betriebenen Erftlagune mit denen eines Betriebs als Schul- und Vereinsbad gegenüberzustellen. Auch die FDP hatte angeregt, die Zukunft der Erftlagune neu zu denken. Die SPD hingegen hält an der Erftlagune fest. Der Redaktion liegt die Kostenprognose der Stadtverwaltung beider Betriebsarten vor. Demnach könnten bei einem Schul- und Vereinsbad im Bereich Personal Kosten von etwa 1,2 Millionen Euro gespart werden.
Die Energiekosten könne man immerhin um 165.150 Euro auf 550.000 Euro senken, die Instandhaltungskosten um satte 799.420 Euro auf nur noch 77.000 Euro. Auch die sonstigen Betriebskosten würden sinken, hier kommen noch mal rund 250.000 Euro Einsparpotenzial zusammen. Die SPD gibt an, den Austausch der interfraktionellen Treffen zwar zu begrüßen, doch: „Für die SPD ist die Schließung der Erftlagune ohne konkrete Alternative unverhandelbar.“ Sie und andere Fraktionen hätten konstruktive Lösungsvorschläge eingebracht, so die SPD, wie etwa eine Reduktion der Betriebszeiten. Die von der CDU angebrachten Sparpotenziale durch die Schließung des Bads hält die SPD für realitätsfremd.
Debatte um Dezernat
Weiterhin strittig ist auch der Erhalt der bisher unbesetzten Dezernentenstelle beziehungsweise des Dezernats in der Kerpener Verwaltung. Bürgermeister Thomas Jurczyk (SPD) sagt dazu, dass er weiter an der im Dezember 2025 beschlossenen Dezernatsstruktur festhalte. Die Gründe dafür seien der Umfang und die Vielzahl der anstehenden Aufgaben. „Um diese dauerhaft in der erforderlichen Qualität wahrnehmen zu können, ist eine Besetzung des Dezernats notwendig.“ Auch zur Erftlagune positioniert sich der Stadtchef für den Erhalt – unabhängig von der vorübergehenden Schließung: Er erkenne „die wichtige Bedeutung der Erftlagune“ für die Stadt an und spreche sich „klar dafür aus, dass diese langfristig erhalten bleiben soll“. Zu den interfraktionellen Gesprächen der Politik sagt Jurczyk: „Dass es bis dato keine Einigung gibt, lähmt die Verwaltung in Bezug auf freiwillige Leistungen. Ob die Erftlagune diesen Sommer noch öffnen kann, hängt also von der Entscheidung des Stadtrates ab.“
Sollte der Haushalt nicht in der Ratssitzung am 30. Juni beschlossen werden, gerate zudem der Zeitplan für die Einbringung des Haushalts 2027 unter Druck. Womöglich kommt es aber nicht so weit. Wie die CDU berichtet, sei man womöglich auch ohne die SPD beschlussfähig mithilfe der Grünen und der BBK/UWG-Fraktion.