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Manfred Steinberg aus KerpenStreiter aus Überzeugung

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Manfred Steinberg zieht sich aus der Politik zurück.

Kerpen – 22 Jahre lang, von 1987 bis 2009, war er Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat. Dazu kommen noch 15 Jahre als Ortsvorsteher von Kerpen/Mödrath/Langenich. Mit der jüngsten Kommunalwahl gibt Manfred Steinberg (72) auch dieses Amt auf und scheidet damit wohl endgültig aus der Politik aus. Der aus Norddeutschland stammende Berufssoldat wurde 1976 in die Boelcke-Kaserne versetzt und kam so mit seiner Familie nach Kerpen, wo er heimisch wurde. Jahrzehntelang war er einer der wichtigsten Politiker in der Stadt. Er habe dabei „keine gute Erfahrungen“ gemacht, meint Steinberg nun. „In Kerpen sind alle wichtigen Themen immer im Streit entschieden worden. Dabei war ich einer der Hauptakteure und ein Überzeugungstäter.“

So hatte die von Steinberg im Triumvirat mit dem damaligen Stadtdirektor Ferdi Wind und Bürgermeister Peter Müller durchgesetzte Schulreform für Riesenwirbel gesorgt: Die Zusammenlegung der beiden Realschulen in Sindorf und Kerpen, die Auflösung des Horremer Leibniz-Gymnasiums und die Einrichtung der Gesamtschule konnten dennoch durchgesetzt werden. „Heute wird unsere Schullandschaft als beispielhaft gelobt“, meint Steinberg.

Oder das Bäderkonzept: Die Schließung der kleinen Hallenbäder und des Freibades Horrem sowie der Neubau der Erftlagune führten in den 90er-Jahren ebenfalls zu großen Protesten und waren sogar Thema eines Bürgerentscheides: „Ich meine heute noch, dass dies richtig war, auch wenn es die SPD die Mehrheit gekostet hat.“ Dass die Erftlagune heute marode und dringend sanierungsbedürftig sei, ändere daran nichts: „Das sind technische Details und ist nicht von der Politik zu verantworten.“ Leider sei man durch das Bürgerbegehren gezwungen gewesen, beim Bau der Erftlagune auf den kostengünstigsten Anbieter zurückzugreifen, was im Nachhinein schlecht gewesen sei. „Das Bad wurde zu preiswert gebaut.“ Heftig umstritten seien in etwas jüngerer Zeit auch der Umbau der Hahnenstraße oder die Errichtung des Einkaufszentrums auf dem Falder-/Bürriggelände gewesen, für die Steinberg vehement gestritten hatte. Mittlerweile, so sagt er, sei klar, dass auch diese Projekte richtig gewesen seien.

Doch Steinberg will nicht in allem recht behalten haben: Der Abriss der Barbaraschule in Türnich sei wahrscheinlich ein Fehler gewesen. Besonders bedauert Steinberg aber, dass er mit SPD und Stadt keinen Widerstand gegen die Verlegung der Autobahn 4 für den Tagebau geleistet habe. „Ich habe heute Zweifel, ob diese notwendig ist.“ Die Folgen für die Ortslage Buir und die „wunderschönen Wälder“ dort seien schlimm. „Das verfolgt mich.“