Kerpen – Mit dem Slogan „Das Original wählen“ tritt die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) zur Kommunalwahl an. Der Wahlspruch sei bewusst gewählt, sagt Spitzenkandidat Wolfgang Scharping. Gemünzt sei der Slogan auf den ehemaligen Partner, das Bürger Bündnis Kerpen (BBK), und seinen Vorsitzenden David Held. UWG und BBK bildeten lange eine gemeinsame Fraktion im Kerpener Rat. Der Zusammenschluss bescherte den beiden kleinen Wählerbündnissen Fraktionsstatus. Geht es nach Scharping, hätte es auch weiter bei dem Bündnis bleiben können: „Wir sind ihm nachgelaufen. Ich habe Herrn Held sogar den Fraktionsvorsitz angeboten, weil ich ja nun doch deutlich älter bin, aber der wollte nicht. Von dieser Entscheidung werden beide Wählergemeinschaften nicht profitieren.“
Nun steht die UWG vor einem Generationenwechsel. Scharpings Tochter Rebecca Neumann geht mit ins Rennen. Sie steht hinter ihrem Vater und Ute Becker auf Platz drei der UWG-Liste und soll ihren Vater nach drei Jahren „etwa zur Halbzeit“ der ausnahmsweise sechs Jahre währenden Legislaturperiode politisch beerben.
„Mein Vater ist ein politisches Urgestein in Kerpen. Es wäre falsch, ihn nicht auf den ersten Listenplatz zu setzen“, sagt die 31-Jährige, die beim Jugendamt des Landschaftsverbandes tätig ist und mit ihrem Mann und ihrem vierjährigen Sohn im Vogelrutherfeld wohnt. Auch Vater Wolfgang Scharping bestätigt: „Es ist auf jeden Fall meine letzte Wahl. Ich werde in drei Jahren 67 Jahre alt sein, dann ist es Zeit, den Stab weiterzureichen.“
Bis dahin sei es das Ziel der UWG, dass kein Kind mehr in der Kindergarten- oder Grundschulbetreuung abgewiesen werden dürfe, wie das jüngst in Horrem geschehen war. Rigoroser als bisher möchte Scharping mit säumigen Zahlern umgehen. Die Stadt solle ausstehende Zahlungen „erheblich offensiver eintreiben“. Er verspricht sich „mehrere Hunderttausend Euro“ davon pro Jahr. Auch sollen alle „nicht mehr benötigten Immobilien der Stadt“ veräußert werden, aber nur um Schulden zurückzuzahlen.
Im Gegenzug soll der ÖPNV ausgebaut werden. Auch in der Musikschule La Musica solle die Stadt sich weiter engagieren, falls das Einsparziel von zehn Prozent eingehalten werde, so Scharping. Eine zentrale Forderung neben der Einführung des Projekts „Stolpersteine“ ist, dass die „tatsächlichen Kosten“ für das Grundstücksgeschäft Waldweg in Horrem offengelegt werden.
Auf Büro, Sekretärin und jedwede Zuwendungen sollen die Fraktionen künftig verzichten, fordert die UWG: „Die Fraktionen müssen sich dann über die Mandatsträgerabgaben finanzieren.“
