GuidelplatzPassanten im Pulheim haben nach dem Umbau Probleme

Das mit der Idee runter vom Gas klappt noch nicht wirklich zwischen Abtei und Guidelplatz - damit Autofahrer gezwungen werden, Rücksicht auf Fußgänger zu nehmen.
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Pulheim-Brauweiler – Lotte Peltzer, langjähriges Mitglied im Seniorenbeirat, hatte vor zwei Jahren eindringlich davon abgeraten, die Fußgängerampel nahe der Gaststätte „Zur alten Abtei" abzubauen, weil das Überqueren der Ehrenfriedstraße sonst vor allem für ältere Menschen gefährlich sein könnte.
Inzwischen ist der Guidelplatz fertig und entwickelt sich mehr und mehr zum Treffpunkt. Auch die Ehrenfriedstraße vor dem Prälaturgebäude wurde neu gestaltet, und die Fußgängerampel ist verschwunden. Tatsächlich beklagen sich nun viele, insbesondere ältere Bürger, dass es gefährlich sei, die Straße zu überqueren und sie oft mehrere Minuten warten müssten, bis Autofahrer anhielten.
Vor allem die größeren Autos fahren einfach drüber
„Rücksicht nimmt kaum ein Autofahrer", sagt eine ältere Frau. Daran änderten auch die Tempo-30-Schilder nichts. „Auf die achtet doch niemand", ergänzt ein Mann. Die Schwellen, auch Berliner Kissen, die Autofahrer dazu bewegen sollen, langsamer zu fahren, verfehlten ihre Wirkung. "Vor allem die größeren Autos fahren einfach drüber, sie bremsen nicht einmal", so seine Beobachtung. Eigentlich sollten Autos zwischen Guidelplatz und Abtei nicht schneller als 20 Stundenkilometer fahren dürfen, das sei die beste Lösung, meint ein anderer Passant.
Diese Idee mag für viele Bürger verlockend klingen. Aber Verkehrsplaner sehen das anders. Ende 2018 hatten sie erklärt, dass die Sicherheit der Passanten auch nach dem Umbau und auch ohne die Bedarfsampel nicht beeinträchtigt sein werde.
Der Bürgermeister hat auf die Hinweise der Bürger reagiert
Die inzwischen umgesetzten Veränderungen - unter anderem ist die Ehrenfriedstraße in besagtem Abschnitt schmaler als früher, die Schwellen wurden eingebaut - würden dazu führen, dass Autos, Motorräder, Busse und Lastwagen langsamer führen und die Aufmerksamkeit der Fahrer auf die Fußgänger gelenkt werde. Auf Anfrage erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises dazu, dass eine Tempo-20-Zone auf einer klassifizierten Straße wie einer Kreisstraße nach der Straßenverkehrsordnung ohnehin nicht zulässig sei.
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Bürgermeister Frank Keppeler hat auf die Hinweise der Bürger reagiert. Er hat Landrat Michael Kreuzberg gebeten zu prüfen, wie sicheres Überqueren der Ehrenfriedstraße gewährleistet werden könne. Dazu Stadtsprecherin Ruth Henn: "Die Antwort des Landrats liegt nun vor und wird noch verwaltungsintern geprüft." Zum Inhalt des Briefes äußerte sie sich nicht. Die Stadtverwaltung werde dem Ausschuss für Tiefbau und Verkehr in der Sitzung am 16. September Bericht erstatten, "sodass dies beraten werden kann".



