Die Tat im beliebten Stadtgarten hatte die Menschen in der Stadt nahe Köln erschüttert. Drei Beschuldigten wird Totschlag vorgeworfen.
28-Jähriger getötetVier Männer nach Bluttat in Pulheim angeklagt

Zum Gedenken an den im Stadtpark getöteten 28-Jährigen hatten Passanten Lichter im Stadtgarten aufgestellt.
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Fast fünf Monate nach der Bluttat im Stadtgarten in Pulheim (Rhein-Erft-Kreis) hat die Kölner Staatsanwaltschaft gegen vier Angeschuldigte (zum Tatzeitpunkt 20, 24, 28 und 34 Jahre alt) Anklage vor der Jugendkammer des Landgerichts Köln erhoben. Das hat Landgerichtssprecher Hans Logemann bestätigt. Express.de hatte zuerst darüber berichtet.
Sie sollen für den Tod eines 28-Jährigen verantwortlich sein. Dreien der Männer wird demnach Totschlag vorgeworfen, sie schmoren seit ihrer Festnahme in U-Haft. Zudem lautet die Anklage gegen alle vier auf gefährliche Körperverletzung.
Pulheim: Sie fassten denPlan, ein Messer einzusetzen
Die Angeschuldigten sollen sich in der Nacht zum 12. April 2026 im Auto auf den Weg zum Stadtpark gemacht haben. Ziel soll gewesen sein, dort einen 35-Jährigen zu treffen. Der Grund des Treffens: unklar. Womöglich ging es um ausstehende Geldforderungen.
Zwei von ihnen sollen ein Messer dabei gehabt haben. Denn laut Anklage sollen die beiden Männer (24, 28) spontan den Entschluss gefasst haben, dass es bei dem Treffen auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung unter Einsatz der Messer kommen soll. Von diesem Plan soll auch der 20-Jährige gewusst haben. Daher wird auch ihm Totschlag zur Last gelegt.

Der Stadtgarten ist tagsüber eine ruhige und friedliche Oase mitten in Pulheim. Er wurde Tatort eines Verbrechens.
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Kaum aus dem Auto raus, soll einer mit dem Messer in der Hand dann auch direkt auf den 35‑Jährigen losgegangen sein. Dieser soll sich zwar mit einer Flasche gewehrt haben, doch sein Begleiter (28) wollte offenbar schlichten. „Er soll dazwischen gegangen sein, um die beiden zu trennen“, so Landgerichtssprecher Logemann.
Mit schlimmen Folgen, denn der 28-Jährige wurde durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Während er um sein Leben kämpfte, sollen alle vier Angeschuldigten den 35-Jährigen, den sie eigentlich im Visier hatten, angegriffen haben. Auch da soll es zum Messereinsatz gekommen sein, aber auch zu Schlägen und Tritten.
Köln: Der Prozess könnte noch in diesem Herbst beginnen
Als das Quartett schließlich flüchtete, sollen sich die beiden Opfer noch ein Stück weitergeschleppt haben. Doch der 28-Jährige starb kurz nach Eintreffen der Rettungskräfte. Der 35-Jährige kam mit schweren Stichverletzungen ins Krankenhaus.
Der 20- und der 24-Jährige wurden noch in Tatortnähe festgenommen. Zeugen hatten die Polizei alarmiert. Die Festnahme des 28-Jährigen erfolgte wenige Stunden später. Alle drei kamen in U-Haft. Lediglich der 34-Jährige, der nicht wegen Totschlags angeklagt wurde, ist auf freiem Fuß. Nach ihrer Festnahme hatten die Männer zu den Vorwürfen geschwiegen.
Das Hauptverfahren in dem Fall ist noch nicht eröffnet. Sobald dies erfolgt ist, könnte der Prozess noch im Herbst beginnen. Und zwar vor der Jugendkammer, weil der 20-jährige Angeschuldigte als Heranwachsender gilt.

Pulheims Bürgermeister Frank Keppeler.
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Unmittelbar nach der Tat im April zeigte sich Bürgermeister Frank Keppeler (CDU) erschüttert. Er bestätigte Äußerungen vieler Passanten, die sich über den Lärm im Stadtpark schon mehrfach beschwert hatten und sich dort nicht mehr sicher fühlten. Dies sei der Verwaltung bekannt, finde jedoch zumeist in den Sommermonaten statt. In der Regel gehe es dabei um Jugendliche, die den Stadtgarten als Treffpunkt nutzten.
Ordnungsamt und Polizei stünden im Austausch. Außer den regelmäßigen Kontrollen würden auch gemeinsame Aktionen durchgeführt, um Präsenz zu zeigen. „Nach den Ereignissen am Wochenende wird die Verwaltung gemeinsam mit der Polizei beraten, ob rund um den Stadtgarten weitere Maßnahmen notwendig sind“, hieß es aus dem Rathaus. (iri/jtü)