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Tennis:Lokalmatador John Sperle gelingt Titelverteidigung

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Das Foto zeigt die Sieger und Organisatoren der Brauweiler Winter Open 2026 mit strahlenden Gesichtern

Strahlende Gesichter allenthalben bei TVM-Präsident Utz Uecker (v.l.), Supervisor Michael Siefert, Siegerin Leonie Schuknecht, Finalistin Alina Kornieieva, Sieger John Sperle, Zweiter Ben Schneider und Turnierdirektor Max Randerath.

Schneechaos hinterlässt Spuren bei Brauweiler Open Winter 2026, tut der Stimmung aber keinen Abbruch

Am Ende überwogen die strahlenden Gesichter. John Sperle verließ mit einem Lächeln im Gesicht das Tennisfeld in der Halle an der Donatusstraße. Die Zuschauer spendeten dem Sieger der Brauweiler Open Winter 2026 frenetisch Beifall, und die Organisatoren des vom TTC Brauweiler und der Volksbank Rhein-Erft-Köln veranstalteten Turniers freuten sich, dass der Spitzenspieler vom Marienburger SC, der gleich neben dem Austragungsort wohnt, die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt hatte.

Weniger glücklich war natürlich Ben Schneider. Der Spieler vom TC Bredeney hatte der Nummer eins der Setzliste nur im ersten Durchgang ein Duell auf Augenhöhe bieten können, am Ende aber 4:6 und 0:6 glatt verloren und dem am Ende klar überlegenen Publikumsliebling artig zum Sieg gratulieren müssen.

Dabei hatten viele Zuschauer den Glauben längst aufgegeben, den Lokalmatador im Endspiel zu sehen. Denn in der Vorschlussrunde am Sonntagmorgen lag Sperle gegen Stephan Iserath nach mit 2:6 verlorenem ersten Satz schon 2:5 im zweiten zurück, ehe er zu seinem Rhythmus fand.

Spannende Halbfinals

Aggressiv und strukturiert ließ er keinen Spielgewinn des aktuellen Mittelrheinmeisters mehr zu, der erst im Winter vom TTC zum PTSV Aachen gewechselt ist. Und im Champions-Tiebreak setzte er sich nervenstark mit 10:8 durch, um sich seinen Traum von der Titelverteidigung zu erfüllen.

Im anderen Halbfinale hatte Ben Schneider beim 6:4, 6:2 gegen Henrik Albrecht vom TC BW Homburg nur im ersten Durchgang Mühe. Dann zeigte sich der Essener dem an Position drei gesetzten Hitting-Partner von Coco Gauff beim Porsche Grand Prix in Stuttgart doch überlegen. Dabei hatte der zuvor den an Zwei gesetzten Miko Anton Koeppen vom Großflottbeker THGC, Deutscher Meister der U16 und international 714. im Junioren-Ranking glatt mit 6:4, 6:1 ausgeschaltet.

Das Niveau war ausgezeichnet und auch der Zuspruch war für die Wetterverhältnisse sehr okay
Max Randerath, Turnierorganisator

Auch bei den Damen setzte sich mit Leonie Schuknecht die Favoritin durch. Die Nummer 62 der Rangliste des Deutschen Tennisbundes (DTB) hatte im Finale wenig Mühe mit Alina Kornieieva vom TC Dorsten und holte sich mit 6:3 und 6:0 sicher den Turniersieg und den größten Teil der ausgelobten Prämien.

Das Bild zeigt die Siegerin Leonie Schuknecht und die unterlegene Alina Kornieieva.

Favoritinb Leonie Schuknecht (l.) setzt sich gegen Alina Kornieieva durch.

Beides hatte sich die Essenerin aber auch redlich verdient. Denn sie zeigte an allen Tagen attraktives Tennis, dominierte ihre Matches und gab in keinem Satz mehr als drei Spiele ab.

Brauweiler Eigengewächs

Nur ein bisschen Glück hatte zuvor Lokalmatadorin Lisa Wasserfuhr, die vor ein paar Tagen in Bad Dürkheim überraschend ein hochklassiges Turnier gewann, zum Finaleinzug gefehlt. Hatte das Brauweiler Eigengewächs in der Vorschlussrunde den ersten Satz gegen Alina Kornieieva aus Dorsten noch glatt mit 1:6 verloren, so wurde sie im zweiten vom Publikum zum 6:1-Erfolg getragen. Doch im Match-Tiebreak setzte sich die zwei Jahre ältere Ukrainerin mit 10:5 durch.

Allerdings hätte Lisa Wasserfuhr, seit Januar Achte der Juniorinnen-Rangliste des DTB, liebend gern ihre Vereinskollegin Carlotta Kasiske gerächt. Denn die gleichaltrige Brauweilerin hatte in einem engen Viertelfinale gegen die spätere Finalistin mit 6:4, 4:6, 5:10 verloren. Zuvor hatte Kasiske nach ihrem Auftaktsieg über Meike Erkes aus Neuss (6:1, 6:1) davon profitiert, dass die zweitgesetzte Annemarie Lazar (Rochusclub Düsseldorf) nicht antreten konnte.

Schnee sorgt für Absagen

Doch nicht nur die deutsche Nummer 83 bei den Damen konnte ihre Schläger in Brauweiler nicht auspacken. Wegen der Witterungsverhältnisse gab es einige Absagen. „Durch das Schneechaos sind, Spielerinnen und Spieler aus Hamburg und Hannover leider nicht rausgekommen, weil keine Bahn gefahren ist“, erklärte Max Randerath, der mit seiner Routine die Tableaus jeweils anpasste: „Sicherheit und Gesundheit haben in jedem Fall oberste Priorität.“

Dennoch war der Organisator des Turniers, in dem für die Damen und Herren zusammen 3000 Euro ausgeschüttet wurden, sehr zufrieden: „Das Niveau war ausgezeichnet und auch der Zuschauerzuspruch war für die Wetterverhältnisse sehr okay.“ So herrschte an den vier Turniertagen stets eine gute Atmosphäre, die die Spieler zu guten Leistungen anspornte und ihren Höhepunkt bei der Siegerehrung fand.