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WirtschaftsstudieBrühl bei Daseinsvorsorge im Kreis vorne, Bedburg auf Platz 10

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Brühls Pfund: Die intakte Fußgängerzone mit Geschäften und Gastronomie.

Brühls Pfund: Die intakte Fußgängerzone mit Geschäften und Gastronomie.

In der Studie „Geografien der Unzufriedenheit – Daseinsvorsorge“ untersuchte das IW knapp 11.000 Gemeinden. Insgesamt kam Rhein-Erft dabei gut weg.

Wo gibt es genug Ärzte und Schulen, schnelles Internet, gute Verkehrsanbindung und Freizeitangebote? Mit der Note „sehr gut“ stufte jetzt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft, (IW) alle Städte im Rhein-Erft-Kreis bezüglich dieser Fragen ein, so wie auch sonst jede zweite Gemeinde in NRW, das als bestes Bundesland abschnitt.

In der Studie „Geografien der Unzufriedenheit – Daseinsvorsorge“ untersuchte das IW deutschlandweit knapp 11.000 Gemeinden. Als bundesweite Schlusslichter verortete die Untersuchung Mecklenburg-Vorpommern, wo jede zweite Gemeinde „sehr schlecht“ versorgt sei und Rheinland-Pfalz.

Entscheidend, wie öffentliche Angebote wahrgenommen werden

Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitutes Bilendi vom 24. Juni bis 6. Juli 2025 unter mehr als 5000 Befragten zeige zudem, dass über die Hälfte der Menschen in Deutschland ihre Daseinsvorsorge als positiv empfinde, nur jeder Vierte sei unzufrieden, fasste IW die Ergebnisse zusammen. Demnach halte unter Anhängern von SPD, Union und Grünen jeder Zweite die Versorgung vor Ort für zuverlässig. Allein bei AfD-Anhängern überwiege die Unzufriedenheit.

IW-Studienautor Matthias Diermeier beschrieb es als „Pessimismusfilter“, durch den AfD-Anhänger die unmittelbare Versorgung in ihrer Gemeinde wahrnehmen würden. Die Bewertung der lokalen Daseinsvorsorge sei aber „elementar für die Zufriedenheit mit der Demokratie“, so Matthias Diermeier weiter, entscheidend seien dabei nicht allein die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr wie diese wahrgenommen würden.

Hürths neue Mitte: Die Lebensader Lux nimmt Gestalt an.

Hürths neue Mitte: Die Lebensader Lux nimmt Gestalt an. Die Stadt schafft es im Kreis auf Rang drei.

Für die Studie habe man 17 Indikatoren in fünf Bereichen untersucht. Im Bereich Digitales sei es die Mobilfunkabdeckung und Breitbandverfügbarkeit gewesen. Im Bereich Gesundheit die Erreichbarkeit von Hausärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Pflegeeinrichtungen, bei der Mobilität die Qualität von Brücken, Verbindungen Schienenregionalverkehr, Anbindung an Autobahn und Flughafen.

Im Freizeitbereich wurde die Erreichbarkeit von Schwimmbädern, Theatern und Museen untersucht und im Bereich Bildung die Erreichbarkeit von Grundschulen, weiterführenden Schulen, Gymnasien und die Versorgung mit Kitas. Dabei habe die tatsächliche Zahl der Institutionen nicht die entscheidende Rolle bei der Untersuchung zur Daseinsvorsorge gespielt, sondern vielmehr deren unmittelbare Erreichbarkeit für den Großteil der Einwohner einer Gemeinde, erläuterte IW-Sprecherin Melinda Fremerey die Methodik der Studie.

Brühl liegt bundesweit auf Platz 118, dicht gefolgt von Wesseling

Im Rhein-Erft-Kreis zeige es sich, dass Kommunen in direkter Nachbarschaft zur Großstadt Köln insgesamt besser abschnitten. Unterschiede im Ranking der Kommunen im Kreisgebiet zeigen sich bei insgesamt „sehr guter“ Bewertung der Daseinsvorsorge dennoch.

Brühl rangiert im Kreisgebiet auf dem besten Platz mit bester Erreichbarkeit von Gesundheits- und Freizeitangeboten – bundesweit liegt die Schlossstadt auf Rang 118 ziemlich weit vorne. Dicht gefolgt von Wesseling, im Bundesrang auf Platz 121, wird Brühl in den Bereichen Gesundheit, Mobilität und Digitales allerdings noch überholt.

In Bedburg tut sich was: So könnte der Schlosspark nach den Arbeiten im zweiten Bauabschnitt aussehen. Och in der Studie kommt die Stadt im Nordkreis unter den zehn Gemeinden am schlechtesten weg.

In Bedburg tut sich was: So könnte der Schlosspark nach den Arbeiten im zweiten Bauabschnitt aussehen. Och in der Studie kommt die Stadt im Nordkreis unter den zehn Gemeinden am schlechtesten weg.

Hürth (Rang 497) ist insgesamt drittplatzierte Stadt im Kreis, reiht sich aber im Bereich Digitales und Freizeit eher im Mittelfeld ein. Platz vier geht an Frechen (Rang 537), das bei der gesundheitlichen Versorgung aber besser noch abschneidet als die Stadt Hürth. Fünfte ist die Kreisstadt Bergheim (Rang 814), die in Punkto Mobilität besser im Vergleich zu Frechen abschließt.

Pulheim (Rang 893), als Sechste im Kreisranking, hat wiederum bei der Erreichbarkeit von Freizeitangeboten die Nase vor Bergheim. Erftstadt als siebte (Rang 1077) reiht sich bei der Gesundheit eher vorne gleich hinter Hürth ein. Erftstadt wird im Bereich Digitales als beste Stadt im Kreis bewertet und das übrigens gemeinsam mit der ansonsten neuntplatzierten Stadt Elsdorf. Kerpen (Rang 1269) auf Platz acht schneidet bei der Mobilität gut ab und reiht sich da hinter dem Dritten, Hürth, ein.

Kerpen schneidet bei der Mobilität vergleichsweise gut ab. Das Foto zeigt die Die Fahrradstellanlage am S-Bahnhof Sindorf.

Kerpen schneidet bei der Mobilität vergleichsweise gut ab. Das Foto zeigt die Die Fahrradstellanlage am S-Bahnhof Sindorf.

Die Kerpener Grünen ziehen ihre Schlüsse aus der Studie: „Es fühlt sich manchmal anders an… und gerade im Bereich Freizeit schneidet Kerpen nicht besonders gut ab. Aber trotzdem helfen manchmal nackte Zahlen. So schlecht ist es gar nicht in Kerpen!“, schreiben sie auf Facebook. Und weiter: „Geht es besser? Natürlich! Und daran arbeiten wir! Aber ein Schritt zurück, einmal tief durchatmen und diese Studie auf sich wirken lassen. Vielleicht können wir dann die notwendige Diskussion, wie es besser geht, mit etwas mehr Gelassenheit führen!“

Elsdorf (Rang 1860) und Bedburg (Rang 1896) sind die Schlusslichter im Rhein-Erft-Kreis mit den schlechtesten Werten für den Bereich Mobilität und Freizeit. Allein bei der Erreichbarkeit von Bildungseinrichtungen reiht sich Bedburg noch als fünftbeste Stadt im Kreis hinter Frechen ein.

Alle Ergebnisse der Studie sind unter „IW-Gemeindecheck“ auf der Homepage https://www.iwkoeln.de zu finden.