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Suchtgefahr bei SeniorenCDU-Frau will alte Menschen in Rhein-Erft vor Einsamkeit schützen

2 min
Verschiedene Pillen und Tabletten liegen auf einem Teller.

Tablettensucht ist ein weit verbreitetes Phänomen bei alten Leuten.

Sucht dürfe nicht einfach hingenommen werden, sagt Sibilla Simons. Sie möchte mit der Senioren Union mehr Angebote für alte Menschen schaffen.

Für viele ist es ein Tabuthema: Sucht im Alter. Aus Sicht von Sibilla Simons ist Einsamkeit dagegen „das größte soziale Risiko unserer Zeit“, das zu gravierenden gesundheitlichen Folgen bis zur Abhängigkeit führen könne. Die Kreisvorsitzende der Senioren Union möchte dieser Entwicklung entgegenwirken und sieht sich nach der Teilnahme an einer Veranstaltung mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Hendrik Streeck, in Köln in ihrem Vorhaben bestärkt.

Simons hält es dringend für erforderlich, noch stärker mit Kirchen, Vereinen und Wohlfahrtsverbänden zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass alte Menschen vereinsamen. Denn das Alleinsein führt nicht selten in die Sucht.

Für die Kerpenerin steht fest: „Wir benötigen eine gezielte Förderung, eventuell auch langfristige Finanzierung generationenübergreifender Begegnungsangebote und eine stärkere Sensibilisierung zum Thema ,Einsamkeit und allen ihre Folgen‘“. Simons kündigt an, sie werde sich mit allen Vorsitzenden der Senioren Union in den zehn Städten des Kreises zusammensetzen, um „tolle Programme für Senioren“ anzubieten.

Sibilla Simons will der Einsamkeit alter Menschen etwas entgegensetzen. Auf dem Foto ist sie mit Jennifer Szyeffert (JU) zu sehen.

Sibilla Simons will der Einsamkeit alter Menschen etwas entgegensetzen. Auf dem Foto ist sie mit Jennifer Szyeffert (JU) zu sehen.

Laut Simons stellte Streeck in seinem Vortrag einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen einer Suchtabhängigkeit im höheren Lebensalter und dem Verlust des Lebenspartners her. Dadurch entstehe Einsamkeit und es komme zu verschiedenen Folgen wie Alkohol- und Tablettensucht, Drogenabhängigkeit, Spiel- und Wettleidenschaften. Auch der Verlust einst liebgewonnener sportlicher Tätigkeiten, teils bedingt durch körperliche Einschränkungen, begünstige die Flucht in die Abhängigkeit.

Streeck habe empfohlen, dass sich Betroffene bei Fachleuten wie Therapeuten für Suchtmedizin Hilfe holen. Alle sozialen Dienste und Krankenkassen böten Hilfe an, es gebe auch Spezialkliniken. Die Vorsitzende der Senioren Union im Rhein-Erft-Kreis unterstreicht die Aussage des Experten: Sucht im Alter sei kein hinnehmbares Schicksal, sondern eine behandelbare Erkrankung.